Mikkelsen beim Comeback wie eine Jungfrau

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Eine weitere Station der WRC Championship ist Geschichte. Grund genug, einen Blick zurück auf das Wochenende an der portugiesischen Algarve zu werfen.

Die 35. Auflage der Rallye Portugal war trocken und staubig wie eh und je. Doch unter den Piloten machte sich die Meinung breit, dass es gar der härteste Event war, den dieses Rallye-verrrückte Land je gesehen hat.

Ogier biss auf die Zähne

Kaum ein Fahrer überstand das Wochenende ohne Probleme. Zu fordernd waren die harten, felsigen Straßen für Fahrer, Auto und vor allem die Reifen.

Selbst die dominanten VWs mussten das am Schlusstag anerkennen. Sowohl Sieger Sebastien Ogier, als auch sein Teamkollege Jari-Matti Latvala konnten am Sonntag zeitweise nur auf Zweiradantrieb zurückgreifen.

Nicht das einzige Problem für Ogier. Der unangefochtene WM-Leader startete von einer Grippe geschwächt in die Rallye. Vor allem die langen Sonderprüfungen über mehr als 50 Kilometer machten dem 29-Jährigen das Leben schwer.

"Ich kam am Montag hier her und war nicht sicher, ob ich die Rallye bestreiten kann - ich war komplett kaputt", erklärte Ogier. Er biss aber auf die Zähne und durfte sich am Ende als Belohnung seinen dritten Sieg en suit abholen, gleichzeitig auch sein dritter Erfolg in Portugal.

Latvalas erstes Erfolgserlebnis bei VW

Auch Latvala, der durch den Antriebs-Defekt Platz zwei an Mikko Hirvonen abtreten musste, zeigte sich am Ende zufrieden. Schließlich holte der Finne seinen ersten Podestplatz für VW. Genugtuung, nachdem ihm das Handling des Polo R bisher Kopfzerbrechen bereitete.

"Bisher war ich in dieser Saison im Taxi-Modus. An diesem Wochenende habe ich mich gezwungen, Resultate zu liefern. Ich hoffe, ab Argentinien um Siege mitfahren zu können", zeigte sich der Finne angrifslustig.

Die Pechvögel der Rallye hießen eimal mehr Dani Sordo und Mads Östberg. Beide starteten hervorragend und kämpften um den Sieg mit. Umso kurioser, dass beide aus demselben Grund ihre Chancen verspielten.

Missverständnisse bei Östberg und Sordo

Sowohl der Spanier, der weiterhin auf den ersten Sieg in seiner Karriere wartet, als auch Östberg machten eine missverstandene Pace Note für ihre Ausfälle verantwortlich. Östberg überschlug sich spektakulär, Sordo traf einen Baum - und dahin war der Traum vom Triumph.

Für viel Aufmerksamkeit sorgte das Debüt von Robert Kubica in der WRC-2-Kategorie. Dieses verlief für den ehemaligen Formel-1-Fahrer aber nicht sonderlich glücklich.

Bereits am Freitag musste er nach mehreren Reifenschäden auf der Überfahrt nach Lissabon aufgeben. Unter Rallye-2-Regel am Samstag wieder am Start, streikte die Hydraulik, Kubica konnte die Schaltwippen seines Citroen nicht mehr bedienen und musste mit der lädierten rechten Hand den Schalthebel benutzen.

Comebacker Kubica

Unzufrieden war Kubica trotzdem nicht: „Die letzten zehn Tage in Portugal waren eine sehr wertvolle Erfahrung. Alles in allem war es ziemlich positiv, auch wenn wir phasenweise ein bisschen glücklos waren."

Neben dem Debüt des Polen ging ein weiterer Premieren-Auftritt beinahe unter. Andreas Mikkelsen startete erstmals im dritten VW. Auch der norwegische Mädchenschwarm hatte aufgrund mangelnder Erfahrung aber so seine Probleme.

"Wie eine Jungfrau"

"Ich habe zuviele Informationen in meinen Streckennotizen. Es geht alles so schnell, ich muss einige Details streichen", erklärte der 23-Jährige, "zudem fahre ich teilweise fürchterlich - ich fühlte mich da draußen wie eine Jungfrau!"

Nach der Rallye ist vor der Rallye. Keine drei Wochen dauert es, bis die WRC in ihre nächste Runde geht. Von 1. bis 4. Mai steht Argentinien auf dem Programm. Bis dahin können sich die Rallye-Fans mit allen Highlights aus Portugal über Wasser halten.

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