Minor mit neuem Team zur Monte

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Mit altem Partner und neuem Team geht es in die Monte

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Topfit reist Ilka Minor nach Monte Carlo, wo mit der gleichnamigen Kultrallye die neue Saison der Rallye-Weltmeisterschaft eröffnet wird. Mit Henning Solberg startet sie für das private Adapta Motorsport Team.

Ilka Minor blickt auf eine anstrengende, ja sogar peinvolle Woche zurück: „Am Freitag konnte ich zum ersten Mal wieder schmerzfrei gehen!“ Was ist passiert? „Am Montag haben wir, meine flexyfit-Trainerin Melanie (Brandstätter, Anm.) und ich ein neues Training ausprobiert – bei diesem wurden Beinmuskel trainiert, von denen ich bisher gar nicht gewusst habe, dass sie überhaupt vorhanden sind. Aber es passt wieder – ich bin topfit und bereit für die neue Saison!“, lacht Minor.

Erneut an der Seite von Henning Solberg

Diese wird in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) traditionell mit der weltberühmten Rallye Monte Carlo eingeläutet.

Minor startet wieder mit dem 42-jährigen Norweger Henning Solberg, mit dem sie im Vorjahr mit nur sechs Einsätzen den elften Gesamtrang in der Rallye-WM erringen konnte.

Erneut wird ein privates, von der britischen Rallyeschmiede M-Sport betreutes Ford Fiesta RS World Rally Car eingesetzt – allerdings wurde für 2015 ein ganz besonderes privates Team neu formiert: Adapta Motorsport AS.

Neues Team

Dieses Team hat vor ein paar Jahren die privaten WRC-Einsätze des heutigen Citroen-Werkspiloten Mads Östberg finanziert. Mastermind hinter diesem Projekt war und ist dessen Vater Morten Östberg - der charismatische Norweger gab 1987 auf einem Audi Quattro Coupe sein Debüt in der Rallye-Europameisterschaft und feierte im hohen Norden bei lokalen Rallyes so manchen Sieg.

Neben Größen wie Ola Floene saßen früher auch die Söhne Christian und Mads auf dem „heißen Sitz“ des Adapta-Teamchefs.

Auch wenn sein Sohn Mads nun Werkspilot ist, wollte Morten dem Rallyesport treu bleiben – dank der Freundschaft mit Henning Solberg kam es zu dem neuen Projekt.

Minor zeigt sich begeistert: „Morten hat eine große Rallye-Leidenschaft und ich finde es großartig, dass er mit dem Adapta-Team weitermacht. Es ist geplant, die gesamte WM-Saison zu bestreiten – die Einsätze bei der Rallye Monte Carlo und bei der Schweden-Rallye sind bereits fix und wir hoffen, dass auch der Rest der Saison wie geplant umgesetzt werden kann.“

Alter Freund Daniel Elena

Zunächst steht der große WM-Auftakt auf dem Programm – und wie viele Fans ist auch Minor gespannt auf das große Duell der beiden Sebastiens, denn bei der Monte 2015 wird Sebastien Loeb bei einem Gastauftritt für Citroen ins Rallyeauto zurückkehren und den neuen Weltmeister, seinen früheren Teamkollegen und nunmehrigen VW-Werksfahrer Sebastien Ogier herausfordern.

„Daniel Elena, der Copilot von Loeb, hat mich per SMS gefragt, ob ich mich schon freue auf ‚meinen alten Freund‘, wir haben ja oft im Regrouping geplaudert, Daniel ist ein wirklich netter Typ. Welcher Sebastien das Duell gewinnen wird? Da traue ich mich keinen Tipp abzugeben, das ist in meinen Augen durchaus offen. Loeb hat sich intensiv auf die Monte vorbereitet – die Frage ist auch, wie gut der neue VW sein wird“, erzählt Minor.

Neue Autos

Nicht nur Volkswagen startet mit massiven Upgrades in die neue Rallyesaison, sämtliche Werksteams werden bei der Rallye Monte Carlo mit überarbeiteten Boliden an den Start gehen.

Droht damit der Abstand zwischen den Werksautos (bei der „Monte“ sind acht Werksboliden am Start) und den privat eingesetzten Kundenautos größer zu werden? Minor zuckt mit den Achseln: „Das weiß man nicht, das wird wohl erst die Stoppuhr zeigen.“

Auch sonst warten beim Saisonauftakt viele Fragezeichen: „Die Monte ist immer schwer vorauszusagen. Das Wetter kann dort total unterschiedlich sein – es kann dort alles geben: Regen oder trockener Asphalt, Schnee oder Eis oder noch schlimmer ein rutschiger ‚Gatsch‘. Auf dem sind Evgeny (Novikov, Anm.) und ich im Jahr 2013 ausgerutscht.“ Damals lag das russisch-österreichische Duo auf dem grandiosen dritten Gesamtrang.

Fragezeichen & Überraschungen

Was es für alle Teilnehmer der Rallye Monte Carlo schwierig macht: „Du erlebst immer irgendwelche Überraschungen. Selbst wenn du eine noch so gute Safety Crew zur Verfügung hast – die fährt dennoch ein paar Stunden vorher über die Prüfungen, in dieser Zeit kann sich alles komplett verändern. So richtig verlassen kannst du dich daher nicht auf die Aussagen deiner ‚Spione‘.“

Siebenmal fuhr Ilka Minor bereits die Rallye Monte Carlo. Das erste Mal gab es 2001 mit Manfred Stohl in einem Mitsubishi Lancer Evo VI, im Jahr 2005 wurden die beiden Österreicher Sechste, im erfolgreichen Jahr 2006 landeten sie gar im Peugeot 307 WRC auf Platz vier.

Konkretes Ziel

Mit Henning Solberg hat Ilka bereits zwei „Montes“ absolviert, doch wirklich problemfrei war keiner der beiden Einsätze: „2011, damals zählte die Monte zur IRC, sind wir gleich einmal wo eingeschlagen, 2012 kamen wir mit kaputten hinteren Antriebswellen auf Platz 13 ins Ziel.“

Apropos Ziel: Gibt es für den bevorstehenden Einsatz mit Henning Solberg eine konkrete Platzierung als gestecktes Ziel? Ilka nickt: „Sein Ziel wäre Platz sechs oder Platz sieben – denn das würde für uns in Schweden eine gute Startposition ergeben.“

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