Minor freut sich über ersten Etappen-Sieg

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Evgeny Novikov und Ilka Minor druften sich bei der Akropolis-Rallye zum ersten Mal über eine Etappen-Führung freuen. Auch wenn das Qatar M-Sport Duo auf SP 4 einen Rückschlag hinnehmen musste – fünf SP-Bestzeiten und Platz zwei auf der Powerstage geben Kraft und Zuversicht für die kommenden Rallyes.

Auftakt nach Maß

Für Evgeny Novikov und Ilka Minor begann die Akropolis-Rallye, eine der härtesten Schotter-Rallyes in der Weltmeisterschaft, wie in einem schönen Traum: Während Spitzenfahrer wie Sebastien Ogier oder Mikko Hirvonen auf der fast 50 Kilometer langen Auftaktprüfung mit Problemen zu kämpfen hatten, markierte das russisch-österreichische Duo eine überlegene Bestzeit: 20,6 Sekunden schneller als der zweitplatzierte Dani Sordo. Und 36,3 Sekunden schneller als der spätere Sieger Jari-Matti Latvala.

„Evgeny ist auf der langen Prüfung nicht anders als sonst auch gefahren – also vom ersten Meter an voll auf Angriff", erzählt Minor.

Auch auf der rund 26 Kilometer langen Nachtprüfung waren Novikov/Minor nicht zu schlagen – die erste Etappe der Akropolis-Rallye beendeten sie auf Platz eins liegend mit einem Vorsprung von 30,3 Sekunden.

„Ein unglaublich schönes Gefühl“

Und so kam es, dass Ilka Minor am späten Freitagabend zum ersten Mal in ihrer Karriere als Führende eines WM-Laufs ins Hotel eincheckte.

„Da hatte ich dann doch ein bisschen Bauchschmerzen. Ich habe dann auch unruhig geschlafen - man macht sich doch Sorgen, was alles passieren könnte. Aber natürlich war es auch ein unglaublich schönes Gefühl, das ist nur schwer mit Worten zu beschreiben.“

Am nächsten Tag, an dem auch WM-Leader Ogier wieder am Start war, ging es in der gleichen Tonart weiter: Bestzeit auf der ersten Sonderprüfung, wenngleich der spätere Sieger Latvala exakt die gleiche Zeit markieren konnte. Der Gesamtvorsprung betrug nun bereits 39,1 Sekunden.

Unglücks-Stein auf SP 4

Auch auf der nächsten Prüfung waren Novikov/Minor wieder schnell unterwegs, doch dann traf der Ford Fiesta einen Stein am kurveninneren Streckenrand, dabei wurde das komplette Hinterrad von der Felge gezogen.

 

Novikov/Minor mussten aussteigen, um einen Reifenwechsel vorzunehmen. Zudem wurde auch ein Teil der Aufhängung beschädigt – und es waren noch zwei weitere Prüfungen zu absolvieren, ehe der Wagen im Service repariert werden konnte. Insgesamt kostete der Vorfall rund acht Minuten,  der Traum vom Podium oder gar dem ersten Sieg war damit ausgeträumt.

„Der Stein, den wir getroffen haben, war eigentlich gar nicht so groß – aber es ist dann ohnehin egal, natürlich ist man ziemlich deprimiert. Wir waren beide traurig. Evgeny hat im Stage End-Interview zwar sehr gefasst gewirkt, aber das ist seine Art, mit solchen Rückschlägen umzugehen.“

Zwei weitere Bestzeiten

Am Samstagnachmittag, mit frisch repariertem Auto, gab es nach einem Dreher auf SP 7 zwei weitere SP-Bestzeiten – das russisch-österreichische Duo demonstrierte noch einmal seinen hohen Speed.

Spätestens jetzt wurde allen Experten klar: Evgeny Novikov und Ilka Minor haben den nötigen Speed, um aus eigener Kraft heraus nicht nur das Podium zu stürmen, sondern auch um einen Sieg einzufahren. Minor bestätigt das: „Bislang haben wir nur angenommen, dass wir den Speed der absoluten Spitze mitgehen können – doch bei dieser Rallye wurde es bestätigt.“

Platz zwei auf der Powerstage

Schließlich konnten Novikov/Minor auf der abschließenden Powerstage, auf der um zusätzliche WM-Punkte gekämpft wird, hinter WM-Leader Ogier den zweiten Platz belegen. Motivation kam auch von den zahlreichen österreichischen Fans an der Strecke, von denen Minor berichtett:

„Da waren so viele österreichische und auch Kärntner Flaggen! Das hat mich ungemein gefreut, das hat mir wirklich Kraft gegeben. Ich möchte mich hiermit ganz herzlich bei den Fans für die Unterstützung bedanken. Evgeny und ich werden alles versuchen, damit wir uns schon bald mit einem Spitzenergebnis bedanken können.“

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