Aigner brennt auf Comeback in der Rallye-WM

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Rallye-Pilot Andreas Aigner ist zurück auf der WM-Bühne.

In einem Proton bestreitet der 28-jährige Steirer den WRC-Lauf in Frankreich.

Die zu erwartende Krönung von Lokalmatador Sebastien Loeb (er steht vor dem neunten Titelgewinn in Folge) kann Aigner aus der ersten Reihe fußfrei miterleben.

"Es wird sicher die Hölle los sein", freut er sich auf eine tolle Kulisse. "Schon während der Besichtigungen haben unzählige Zuschauer den Streckenrand gesäumt."

Seit Wales 2008, wo er sich den Titel in der zweithöchsten Klasse PWRC sicherte, bestritt Aigner keinen Bewerb der "World Rallye Championship" mehr.

Im LAOLA1-Interview spricht er über seine Erwartungen:

LAOLA1: Andi, du gibst dein Comeback in der Rallye-WM. Wie ist dieses Engagement zustande gekommen?

Aigner: Die Leute von Proton haben Manfred Stohl (aktueller Teamchef von Aigner, Anm.) kontaktiert und sich erkundigt, ob es die Möglichkeit gäbe, dass ich diesen Einsatz für sie bestreite. Manfred hat das eingefädelt, danach war alles ziemlich schnell abgeschlossen.

LAOLA1: Wieviel Erfahrung konntest du in diesem Auto schon sammeln?

Aigner: Wir haben im September bereits testen können, da dürften wir so um die 80 Kilometer abgespult haben.

LAOLA1: Wie kommst du mit dem Auto zurecht? Konntest du schon ausreichend Gefühl dafür entwickeln?

Aigner: Ich habe mich sehr rasch wohl gefühlt im Proton. Es hat sich ausgezahlt, dass ich im Vorjahr in der Staatsmeisterschaft das Experiment mit dem Clio gewagt habe. Das kam dem Ganzen vom Fahrverhalten schon ganz nahe.

LAOLA1: Was erwartest du dir von dieser Rallye?

Aigner: Das Wichtigste ist, ins Ziel zu kommen. Das ist auch von der Teamvorgabe das Um und Auf.

LAOLA1: Die Besichtigung der Streckenführung ist bereits abgeschlossen. Wie gefällt dir die Rallye?

Aigner: Sie hat alles zu bieten. Es gibt schnelle, breite Streckenabschnitte. Am Samstag finden sich aber auch viele schmale Wege durch die Weinberge mit vielen Abzweigungen. Das macht die ganze Sache nicht einfach, weil sich die Charakteristik auch während einer Prüfung ändert. Es ist ganz schön tricky, einen anständigen Schrieb zu erstellen.

LAOLA1: Du bist erstmals mit deinem neuen Co-Piloten Detlef Ruf unterwegs. Wie kommt ihr miteinander zurecht?

Aigner: Sehr gut! Den Schrieb zu erstellen hat super funktioniert. Leider ist unser Test am Montag wegen einer fehlenden Genehmigung vom Veranstalter ausgefallen. Ich denke aber, dass es im Auto keine Probleme geben wird.

LAOLA1: Wie sieht dein restliches Programm für diese Saison aus?

Aigner: Anfang November fliegen wir nach Zypern zum Finale im Production Car Cup der IRC. Auf diesen Einsatz freue ich mich schon. Dort gibt es doppelte Punkte, was für den Ausgang der Meisterschaft entscheidend wird (Aigner liegt aktuell auf Rang 2 der Gesamtwertung; Anm.). Wir sind rechnerisch noch in der Lage, Meister zu werden. Das wollen wir natürlich mit aller Kraft schaffen.

LAOLA1: Wohin wird es dich im kommenden Jahr ziehen?

Aigner: Das ist schwierig zu sagen. Fixiert ist bislang noch nichts.

LAOLA1: Wie siehst du die aktuellen Entwicklungen in der WRC? Es wurde ein zentraler Promoter gefunden, VW steigt nächstes Jahr werksseitig ein und auch Hyundai hat ein Comeback abgekündigt.

Aigner: Bis vor kurzem ging das Hersteller-Engagement ja immer weiter zurück. Jetzt entwickelt es sich endlich wieder in die andere Richtung. Das ist ein guten Zeichen und hebt die Motivation bei allen Fahrern.

Das Interview führte Michael Höller

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