Der PS-Olymp: Peterhansel, Senna & Co.

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Die Rallye Dakar endete am Sonntag mit einem altbekannten Siegergesicht: Stephane Peterhansel gewann eines der härtesten Rennen der Welt zum zehnten Mal.

Der Rekordhalter baute seine Führung in der ewigen Bestenliste damit weiter aus.

Peterhansel reiht sich nahtlos in die Liste großer PS-Artisten ein, die bei den größten und wichtigsten Motorsport-Events der Welt zu Seriensiegern wurden.

Wo anderen der Aufstieg in den Olymp nie vergönnt war, feierten diese Ikonen Triumphe ohne Ende.

LAOLA1 mit einem Blick auf die Rekord-Sieger der prestigeträchtigsten Rennen der Welt:

Rallye Dakar: Stephane Peterhansel (10)

Im Alter von 23 Jahren nahm Peterhansel 1988 mit einem Motorrad erstmals an der Rallye Dakar (damals noch Rallye Paris-Dakar) teil. Bei seiner zweiten Teilnahme schon Vierter, konnte er 1991 seinen ersten Gesamtsieg einfahren. Auf seiner Yamaha gewann er bis 1998 fünf weitere Male und stieg schon dadurch zum Rekordsieger auf.

Den endgültigen Ritterschlag holte er sich aber erst nach dem Wechsel auf vier Räder. 1999 wechselte der zweifache Enduro-Weltmeister in einen Nissen, wo er nur ein Jahr später schon Rang zwei belegte. Sein rasanter Aufstieg bei den Autos brachte ihm einen Werksvertrag beim damaligen Primus Mitsubishi ein, für die er die Rallye 2004, 2005 und 2007 gewinnen konnte. Im BMW war er nach der Übersiedlung des Rallye-Klassikers nach Südamerika 2010 und 2011 als Vierter jeweils bester Nicht-VW-Pilot. Nach dem Rückzug der Wolfsburger ließ sich der mittlerweile 46-Jährige heuer die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Für Mini holte er in beeindruckender Manier seinen 10. Sieg bei der Rallye Dakar.

24 Stunden von Le Mans: Tom Kristensen (8)

Eine Formel-1-Karriere war dem ehemaligen deutschen Formel-3-Meister nicht vergönnt. Zu spät (erst mit 22!) entwuchs er dem Kart-Sport. Auf einer der prestigeträchtigsten Strecken der Welt fand er aber rasch ein neues Zuhause: Dem Circuit de la Sarthe in Le Mans.

1997 setzte er sich dort gemeinsam mit den Ex-F1-Piloten Michele Alboreto und Stefan Johansson in einem Porsche bei den "24 Stunden von Le Mans" durch. Als BMW-Werkspilot musste er '98 und '99 zwei Ausfälle hinnehmen, ehe er zu Audi wechselte und damit eine neue Ära einleitete. Von 2000 bis 2005 triumphierte Kristensen mit wechselnden Partnern sechs Mal in Folge - fünf Mal für Audi, 2003 (in Abwesenheit der Ingolstädter) für die VW-Tochter Bentley. 2006 brachte Audi einen neuen Prototypen an den Start und spannte den Dänen mit Dindo Capello und Allan McNish zusammen, mit denen er bis heute fährt. 2008 folgte der achte und bislang letzte Triumph. In den vergangenen beiden Jahren hatte das Mitt-Vierziger-Trio mit der jüngeren Konkurrenz von Peugeot, aber auch teamintern aber immer mehr zu kämpfen. Kristensens Rekord dürfte dennochh für einige Zeit Bestand haben.

Grand Prix von Monaco: Ayrton Senna (6)

Michael Schumacher hält auf fast allen Strecken, auf denen der Deutsche in seiner Karriere fuhr, den Sieg-Rekord. In Magny-Cours gewann er acht Mal, in Imola und Montreal jeweils nur einmal weniger. Das prestigeträchtigste Rennen konnte der Deutsche aber "nur" fünf Mal gewinnen und schrammte damit am Rekord vorbei.

Diesen hält Ayrton Senna, der in den Gassen des Fürstentums unglaubliche sechs Mal triumphieren konnte. 1987 landete er auf Lotus den ersten Streich, einer Niederlage 1988 (gegen seinen Intimfeind und damaligen Teamkollegen Alain Prost) folgten fünf Monaco-Siege in Folge für McLaren. Besonders beeindruckend: 1989 konnte nur der Zweitplatzierte Prost seinen Rückstand unter einer Runde halten, den auf Rang vier ins Ziel gekommenen Alex Caffi hatte Senna gar schon zweimal passiert.

Dutch TT Assen: Giacomo Agostini (14)

In der Motorrad-WM gibt es nur eine Strecke, die seit der Einführung der Rennserie immer im Kalender aufschien: Assen, wo seit 1949 die "Dutch Tourist Trophy" ausgetragen wird. Rekordsieger des traditionsreichsten MotoGP-Rennens ist - wie könnte es anders sein - Giacomo Agostini.

1968 landete der Italiener den ersten Doppelschlag (Siege in den Klassen 350cc und 500cc) und ließ in Serie vier weitere folgen. Das 350er-Rennen gewann er auch 1973, '74 und '76. In der Königsklasse landete er 1974 noch einen Erfolg. Macht in Summe die beeindruckende Zahl von 14 Siegerpokalen mit dem Emblem der Dutch TT.

In Gefahr wird dieser Rekord wohl nie mehr geraten (heutzutage fahren alle Piloten nur in einer Klasse). Die Bestmarke für Siege in der höchsten Kategorie (6) könnte aber in absehbarer Zeit fallen. Valentino Rossi liegt mit fünf Erfolgen in der MotoGP nur einen hinter Agostini.

Rallye Monte Carlo: Sebastien Loeb (5)

Monte Carlo ist nicht nur die Heimat des prestigeträchtigsten Formel-1-Rennens, sondern beheimatet auch die legendärste Rallye der FIA Weltmeisterschaft. Das traditionell im Jänner (deshalb meist auf Schnee und Eis) ausgetragene Event hat einen würdigen Rekord-Sieger: Sebastien Loeb.

Der achtfache Weltmeister hat bei der "Monte" einen beinahe makellosen Rekord. Seit er in einem Auto der höchsten Klasse sitzt, konnte er in sieben Teilnahmen fünf Mal gewinnen und zwei Mal Zweiter werden. Sein Rekord wäre wohl noch beeindruckender, wenn die Rallye Monte Carlo in den vergangenen drei Jahren nicht im Rahmen der Konkurrenz-Serie IRC ausgetragen worden wäre, in der Loeb nicht antritt.

In wenigen Tagen feiert der Rallye-Klassiker aber sein Comeback im Rahmen der WM, weshalb Loebs Rekord schon am Sonntag auf sechs steigen könnte.

Isle of Man Tourist Trophy: Joey Dunlop (26)

Was die Dakar für die Offroad-Freaks ist, stellt die "Isle of Man Tourist Trophy" für die Freunde des Motorrad-Straßensports dar. Der gefährliche Klassiker auf den regulären Straßen der Insel ist das prestigeträchtigste Einzel-Rennen der Zweirad-Welt.

Die Isle of Man TT hat einen beeindruckenden Rekordsieger: Joey Dunlop, der zwischen 1976 und 2000 in unterschiedlichen Klassen insgesamt 26 Siege einstreifte. 48-jährig feierte er beim letzten Antreten im Jahr 2000 drei Erfolge, ehe er wenige Wochen später bei einem Straßen-Rennen in Estland bei einem Unfall ums Leben kam.

Indy 500: A.J.Foyt, Al Unser, Rick Mears (4)

Indianapolis ist das Mekka des US-Rennsports. 1911 wurde das "Indianapolis 500" erstmals ausgetragen und zählte in den Anfangszeiten der Formel 1 sogar zum WM-Kalender.

In der 100-jährigen Geschichte konnte aber kein Pilot das 500 Meilen lange Rennen öfter als vier Mal gewinnen: Die Racing-Urgesteine Al Unser, A.J. Foyt und Rick Mears teilen sich gemeinsam den Rekord. Demnächst könnte sogar ein Nicht-Amerikaner zu dem Trio stoßen: Der Brasilianer Helio Castroneves (36) konnte bereits drei Mal triumphieren und wird den Klassiker wohl noch einige Male in Angriff nehmen.

Denn: Mears war bei seinem vierten Sieg 39, Foyt 42 und Unser sogar 47!

Daytona 500: Richard Petty (7)

Was das "Indy 500" für die IndyCar-Piloten ist, stellt das "Daytona 500" für die NASCAR-Asse dar. Es ist das prestigeträchtigste Event mit dem höchsten Preisgeld.

Das Rennen in Florida hat zudem einen verdienten Rekord-Sieger: Der siebenfache NASCAR-Champion Richard Petty konnte sich in Daytona zwischen 1964 und 1981 sieben Mal durchsetzen. Eine Bestmarke, die wohl noch lange Bestand hat. Aus dem aktuellen Starterfeld kann keiner auf mehr als zwei Daytona-Siege zurückblicken.

Michael Höller

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