"Hätten Vorsprung freiwillig abgegeben"

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Wir schreiben das Jahr 2000. Der Franzose Richard Sainct kommt mit seinem BMW-Motorrad als Erster in Kairo an und gewinnt die Rallye Dakar.

Es sollte das letzte Mal bleiben, dass ein Fahrer auf einem nicht-österreichischen Fabrikat die Motorrad-Wertung der härtesten Rallye der Welt gewinnt.

Zehn Mal in Folge sicherte sich zuletzt der oberösterreichische Hersteller KTM mit seinen Werkspiloten den Gesamtsieg.

Ab 1. Jänner gehen die Mattighofener auf ihren elften Triumph in Serie los. "Ohne die besten Fahrer können wir bauen, was wir wollen. Da werden wir nicht gewinnen", gibt Sportdirektor Heinz Kinigadner im Gespräch mit LAOLA1 zu.

"Andererseits bekommst du die besten Fahrer nicht, wenn du ihnen nicht das beste Gerät zur Verfügung stellst", weiß der Tiroler.

Erneut in einer eigenen Liga?

Mit Marc Coma und Cyril Despres duelliert sich auch heuer wieder eine "Doppelspitze" wohl nur intern um den Sieg. Abwechselnd gewann jeder der beiden in den letzten sechs Jahren jeweils drei Mal. 

Im Vorjahr war es Coma, der das bessere Ende für sich hatte und mit der neuen 450cc-Maschine gewinnen konnte. Nur fünf der 13 Etappen gingen nicht an das KTM-Duo, das am Ende nur 15 Sekunden trennte. Mit Helder Rodrigues (3./Yamaha) wies der beste Nicht-KTM-Pilot im Vorjahr bereits 1:40 Stunden Rückstand auf.

Die Favoritenrolle liegt ganz klar bei den Oberösterreichern: "Wir haben mittlerweile einen Erfahrungsschatz aufgebaut, den kein anderer Hersteller hat."

"Haben uns zusammengerauft"

Dabei hatte das Werks-Engagement von KTM nach der Reglement-Umstellung von 690cc- auf 450cc-Maschinen gehörig gewackelt. Zwischenzeitlich wurde sogar der Rückzug verkündet. "Der Veranstalter versucht ja schon seit Jahren alles zu unternehmen, um unsere Dominanz zu brechen", erklärt Kinigadner.

"Wir haben es zähneknirschend zur Kenntnis genommen, dass mit 450er Maschinen gefahren wird, weil einfach alles teurer wird. Ich brauche  mittlerweile drei Motoren, früher haben wir einmal oder gar nicht gewechselt."

Mittlerweile ist das Verhältnis aber wieder in Ordnung: "Wir haben uns zusammengerauft, nachdem wir wirklich geschmollt haben und gedroht haben, gar nicht zu kommen. Dann haben sie uns ein Offert gemacht, wo wir sagen mussten, okay, das wird jetzt wirklich ein günstiger Auftritt."

Wachablöse am Horizont?

Dabei kam KTM in der Vergangenheit sogar selbst mit Regeländerungs-Vorschlägen auf die Veranstalter zu: "Wir haben gemeinsame Meetings mit den Organisatoren gehabt, wo wir unseren Vorsprung freiwillig abgegeben hätten, in Form von Marathonetappen, Navigationsetappen, Reifenwechsel-Verbot für mehrere Tage und so weiter. Dann hätte wahrscheinlich wirklich einmal ein Nobody gewonnen, der mit dem Material schonender umgeht. Weil dann hätte keiner Vollgas fahren können."

So blieb aber wieder alles beim Alten und die Dakar fest in oranger KTM-Hand. Ein Ende der Dominanz ist nicht in Sicht, auch wenn Coma (35) und Despres (37) nicht jünger werden.

Gedanken über eine baldige Nachfolge gibt es, auch wenn Kinigadner versichert, dass das Duo bei KTM bleiben könne, "so lange sie Rallye fahren". "Man sieht aber schon, dass beide dabei sind, andere Fahrer so ein bisschen freundschaftlich heranzuziehen, um diese für die Zukunft aufzubauen."

Michael Höller

Auto

Titel

Motorrad

Titel

LKW

Titel

1.

Mitsubishi

12

1.

KTM

10

1.

Kamaz

10

2.

Volkswagen

4

2.

Yamaha

9

2.

Tatra

6

Peugeot

4

3.

BMW

6

3.

Mercedes

5

Citroen

4

4.

Honda

5

4.

Perlini

4

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