Hirscher-Freund greift nach WM

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Walkner steht vor Motocross-WM-Titel

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Matthias Walkner kann am kommenden Sonntag Motorsport-Geschichte schreiben.

27 Jahre nach Heinz Kinigadner greift mit dem 26-jährigen Salzburger wieder ein Österreicher nach einem Motocross-WM-Titel.

26 Punkte Vorsprung hat der Jugendfreund von Ski-Weltcupsieger Marcel Hirscher in der MX3-Klasse vor dem großen Finale beim Deutschland-Grand-Prix. Walkner ist damit Favorit auf den Titel.

Als Kinigadner 1985 seine zweite WM-Krone holte, war Walkner noch gar nicht geboren.

 Walkner will nicht spekulieren

An die 40.000 Zuschauer werden die Motocross-Asse im Talkessel der Rennstrecke in Teutschenthal bei Halle anfeuern, obwohl sowohl in der MX1 (Tony Cairoli) als auch in der Nachwuchsklasse MX2 (Jeffrey Herlings) die Weltmeister bereits fest stehen.

Walkner kann auch den dritten WM-Titel für KTM nach Österreich holen. "Ich werde konzentriert an den Start gehen, nicht spekulieren sondern alles so machen, wie ich es die ganze Saison gemacht habe", hat sich der Kuchler vorgenommen.

"Egal was passiert, ich will mir nachher nichts vorwerfen müssen."

Rückschritt als Chance

Walkner ist nach zwei Jahren in der pro Saison 100.000 Euro teuren Königsklasse MX1 heuer in die MX3 umgestiegen.

Ausschließlich Europa-Rennen sowie keine Startgelder machen die einstige 500er-Klasse deutlich leistbarer.

"Motorsport ist extrem teuer", erklärte der jüngere Bruder der Freeski-Vizeweltmeisterin und ehemaligen ÖSV-Kaderläuferin Eva Walkner.

 Kindheit auf Skiern

Auch Matthias zählte bis zu seinem zehnten Lebensjahr zu den größten Nachwuchshoffnungen auf zwei Brettern, in diesen Jahren lernte er auch Hirscher kennen.

Bedauert, wie der nur 15 Kilometer entfernt wohnende Skistar nicht beim Wintersport geblieben zu sein, hat er bisher nicht.

"Natürlich ist Skifahren in Österreich extrem cool. Aber Marcel ist eine Ausnahme. Und von tausenden Talenten schafft es gerade eine Hand voll", erklärte Walkner. Außerdem: "Auch Motorrad-Fahren ist lustig."

Parallelen zu Hirscher

Die Freundschaft zum drei Jahre jüngeren Hirscher hat Walkner aber beflügelt.

"Man kann sich zu vielen Dingen im Spitzensport austauschen. Außerdem ticken wir ähnlich. Er ist zielstrebig. Auch ich weiß, was ich will."

 Tipps von Papa Hirscher

Zudem bringt sich auch Hirschers Vater Ferdinand ganz stark als Fahrtechnik-Coach bei Walkner ein.

"Er befasst sich extrem mit dem Sport und fährt auch zu Rennen mit. Er ist ein echter Tüftler", bedankte sich Walkner bei Hirscher-Senior.

"Matthias hat viel an seiner Technik gearbeitet, ist viel agiler und spritziger geworden", lobte Papa Hirscher vor dem großen Showdown und Marcel Hirscher ließ ausrichten: "Ich drücke Matthias beide Daumen, er ist ein Super-Sportler."

Walkner ist gewarnt

Aufgehen soll das alles nun am kommenden Sonntag auf der schnellen Naturstrecke in Teutschenthal.

Obwohl in beiden Läufen ein achter oder neunter Platz genügen würde, ist Walkner spätestens seit seinem "Patschen" beim vorletzten Lauf in England bewusst, dass der Teufel nie schläft.

"Ein Ausfall ist schnell passiert. Umgekehrt bin ich aber auch derzeit super in Form. Ich fahre drauflos und denke nicht, was sein könnte", hofft Walkner, dass man ihm am Sonntag die Gold-Tafel für den Weltmeister an seine MX3 KTM450 SX heftet.

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