Wo sind denn die Gegner?

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Stoner bei MotoGP-Auftakt der Gejagte

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Casey Stoner ist zum Saisonauftakt der Motorrad-WM-Saison am Sonntag im Flutlicht-Grand-Prix von Katar (ab 18.00 Uhr MESZ) der große Gejagte.

Der amtierende Weltmeister aus Australien gilt nicht nur wegen seiner starken Bilanz 2011, sondern auch aufgrund der Testfahrten als der logische Favorit auf seinen dritten MotoGP-Titel.

Mit Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo kommen die härtesten Rivalen aus Spanien.

Eindrucksvolle Saison

In 17 Grand Prix zehnmal Sieger, sechs weitere Male auf dem Podest und einmal unverschuldet ausgeschieden - überzeugender als in der Art, wie Honda-Werkfahrer Stoner im Vorjahr die oberste Kategorie dominiert hat, kann ein Fahrer den Titel in der Königsklasse des Motorradrennsports kaum holen.

Der 26-Jährige durfte sich schon einen Monat vor dem letzten Saisonrennen bei seinem Heim-GP auf Phillip Island - und zum zweiten Mal nach 2007 - als Weltmeister feiern lassen.

Stoner bei Tests voran

Sein unverändert großes Selbstvertrauen und seine gute Form stellte Stoner auch in der Vorbereitung auf die neue Saison, die in der MotoGP-Klasse mit dem Wechsel von 800- zu 1000-ccm-Motoren eine einschneidende Veränderung und die Hoffnung auf noch spektakulärere Rennen bringt, gleich wieder unter Beweis.

Ob bei den offiziellen Tests auf den Strecken in Sepang oder in Jerez de la Frontera: Am Schluss leuchtete beim 40-fachen GP-Sieger immer die Eins auf.

Mit Vorbereitung zufrieden

"Natürlich bin ich sehr erfreut, wie es in der Vorbereitung gelaufen ist. Zwar ist das Bike immer noch verbesserungsfähig, doch jetzt bin ich froh, dass die Tests ein Ende haben. Die Rennen dürfen kommen", sagte der Titelverteidiger, der am 16. Februar Vater einer Tochter namens Alessandra wurde, nach dem letzten Test in Jerez.

Stoners Wunsch geht Ende dieser Woche mit dem Auftakt-GP in Katar - und nach insgesamt 152 Tagen Rennpause seit Valencia - in Erfüllung.

Und Stoner ist auf dem "Wüsten-Circuit" aufgrund der Resultate der vergangenen Jahre zusätzlich favorisiert. Seit 2007 hat er vier der fünf Nacht-GP in Losail gewonnen.

Pedrosa hinkt Stoner hinterher

Pedrosa ist bei Honda Teamkollege des Australiers. Bei den Testfahrten war der Katalane ebenfalls immer in den besten drei zu finden, aber mit dem gebührenden Abstand von rund einer halben Sekunde pro Runde auf Stoner.

Seine Vorbereitung auf Katar wurde zudem beeinträchtigt. Weil er in Valencia bei der Prüfung für einen Jacht-Führerschein systematisch geschummelt hatte, wurde der ehemalige 125er- und 250er-Weltmeister am vergangenen Samstag vorübergehend von der Polizei festgenommen.

Lorenzo erster Stoner-Herausforderer

Yamaha-Pilot Jorge Lorenzo wiederum musste nach seinem schweren Sturz beim Warm-up in Australien im Herbst auf die letzten drei Rennen der Saison verzichten.

Doch in der Vorbereitung zeigte der Weltmeister von 2010 und WM-Zweite von 2011, dass ihn die Fingerverletzung nicht mehr behindert und mit ihm wieder voll zu rechnen ist.

Lorenzo war in den Tests jeweils Zweitschnellster hinter Stoner.

Ducati im Hintertreffen

Neben Honda und Yamaha gibt es mit Ducati nur noch ein drittes Werksteam. Die Italiener haben zwar nach der enttäuschenden Vorsaison hart an der Verbesserung ihres Motorrads gearbeitet, doch die Tests vor zwei Wochen in Jerez brachten nicht die erhofften Resultate.

So büßte Valentino Rossi pro Runde durchschnittlich eine Sekunde auf Stoner ein. Es scheint, als treten der neunfache Weltmeister und Ducati auf der Stelle.

Ungewohnte Durststrecke

Rossi ist mittlerweile seit Oktober 2010 ohne Sieg. Eine solche Durststrecke ist einmalig in der Karriere des Ausnahmekönners.

Vor 2011 hatte der 33-jährige Italiener in jeder Saison seit seinem Einstieg 1996 in die GP-Szene mindestens einmal gewonnen. Bei 104 Siegen ist Rossi angelangt, der 105. scheint momentan in weiter Ferne. Im ersten Jahr mit Ducati stand der WM-Siebente nur einziges Mal auf dem Podest: als Dritter Mitte Mai in Le Mans.

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