Der Favoritencheck: Alle gegen Repsol Honda

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Der Samstag in Aragon war einmal mehr eine klare Angelegenheit. Mit Bestzeiten in FP3 und FP4 sowie Pole Position und Streckenrekord im Qualifying lieferte WM-Leader Marc Marquez auf seiner Lieblingsstrecke eine Show allererster Güte ab. Auch Dani Pedrosa zeigte über den Tag hinweg aufsteigende Form - und schrammte erst in letzter Sekunde an seiner zweiten Saison-Pole vorbei.

Drei Piloten, die eigentlich in den erweiterten Kreis der Sieganwärter gezählt werden mussten, erlebten hingegen Rückschläge. Das Yamaha-Duo Valentino Rossi und Jorge Lorenzo geht nach Problemen über das komplette Wochenende lediglich von den Startplätzen sechs und sieben ins Rennen. Auch für Ducati lief nicht alles nach Plan.

Andrea Dovizioso stürzte in Q2 auf seiner neuen Wunderwaffe Desmosedici GP14.2 - und startet als Neunter nur aus der dritten Reihe. In den ersten beiden Startreihen kam es zu Überraschungen. Vor allem Tech-3-Pilot Pol Espargaro auf Rang vier zeigte eine mehr als nur ansprechende Leistung. Motorsport-Magazin.com checkt vor dem 14. Saisonrennen am Sonntag die Favoriten - und wagt eine Prognose.

MARC MARQUEZ

Nach dem Prinzip der Logik kann es am Sonntag nur einen Sieger geben: Marquez-Superstar himself. Nicht nur auf eine Runde zeigte der Repsol-Honda-Pilot seine Alleinstellung an der Spitze des Feldes. Auch in den längeren Runs während der freien Trainings bewies der Spanier beeindruckte Konstanz gepaart mit Geschwindigkeit. Besonders bitter für die Konkurrenz: Sogar auf der härtesten Reifenmischung auf Vorder- und Hinterrad produzierte der WM-Leader starke Zeiten im 1:48er-Bereich.

Da ein Einbruch über die Renndistanz somit nahezu ausgeschlossen scheint, dürfte nur ein absoluter Sahnetag von Teamkollege Pedrosa den zwölften Saisonerfolg des 'Außerirdischen' - und somit eine Einstellung des 17 Jahre alten Rekordes von Mick Doohan - verhindern können. Ein weiterer 'Gefahrenherd' für Marquez' Siegambitionen könnte hingegen im wahrscheinlichen Regen liegen. Nach seinem Sturz in Mugello will der Superstar nach eigener Aussage keine Risiken mehr im WM-Kampf eingehen. Dies könnte eine kleine Chance für die Konkurrenz sein, Marquez zu attackieren - und vielleicht sogar zu schlagen?

DANI PEDROSA

Nicht selten in dieser Saison hing der Ausgang von Pedrosas Rennen mit dem Verlauf der Startphase zusammen. Zu selten schaffte es der WM-Zweite, sich für die erste Startreihe zu qualifizieren. Somit musste er oft in frühen und harten Zweikämpfen mit den Konkurrenten auf kurzfristig schnelleren Reifen Federn lassen. Hatte sich Pedrosa dann wieder nach vorne gekämpft, war der Zug im Kampf um den Sieg meist schon abgefahren. Will der kleine Katalane Teamkollege Marquez am Sonntag ernsthaft fordern, muss er mit einem guten Start verhindern, dass dieser direkt eine Lücke aufreißt.

Mit freier Sicht ist Pedrosa dies jedoch durchaus zuzutrauen, zumal Marquez nicht als der beste Starter gilt. Auch Pedrosas Longruns im Training waren äußerst vielversprechend, wenn auch nicht ganz auf Marquez' Niveau. Dass er ebenfalls gute Zeiten auf den beiden härtesten Reifen auflegen konnte, sollte Pedrosa jedoch für das Rennen das nötige Selbstvertrauen geben. Eine Unbekannte bleibt hingegen der wahrscheinliche Regen. Dann wird auch für Pedrosa gelten, welches Risiko er bereit wäre, einzugehen. Dass sich am Kräfteverhältnis der Rennmaschinen durch Regen groß etwas ändert, ist wohl nicht anzunehmen.

EIN ÜBERRASCHUNGSMANN?

Mit den Starträngen sechs und sieben betrieben Valentino Rossi und Jorge Lorenzo zwar Schadensbegrenzung, jedoch spricht an diesem Wochenende nahezu alles gegen die beiden Superstars. Mit einem guten Start wäre das Ausgangsdefizit zwar auf dem Papier schnell wettgemacht, jedoch erwiesen sich die M1-YZR sowohl im Longrun als auch hinsichtlich der Fähigkeit, die harten Reifen zum Laufen zu bringen, bislang als absolut unterlegen gegenüber den Werks-Hondas. Grundsätzlich ist eine Überraschung durch einen der beiden Ausnahmepiloten nie auszuschließen, jedoch scheint es an diesem Wochenende dazu fast schon eines Wunders zu bedürfen.

Nach dem 'Ausscheiden' Doviziosos aus dem Kreis der möglichen Sieger ist auch Ducati aus dem Rennen, zumal auf der 'Honda-Strecke' Aragon trotz neuen 'Wunderbikes' von vorneherein kaum eine Chance für die Italiener bestand. Startplatz vier auf dem extraweichen Reifen ist für Cal Crutchlow zwar aller Ehren wert, jedoch wird er dieses Level im Rennen niemals halten können. Auch Pramacs Andrea Iannone kommt keinesfalls als potentieller Sieger in Frage. Einzig Pol Espargaro hat wohl noch Außenseiterchancen, da er ohne den Vorteil der Open-Reifen dennoch unglaublichen Speed demonstrierte. Es fällt unter Anbetracht aller Faktoren jedoch tasächlich schwer, einen Siegfavoriten außerhalb des Repsol-Honda-Lagers auszumachen.

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