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MotoGP-Fahrer drohen mit Streik

Ob in diesem Jahr der Japan GP der Motorrad-WM gefahren wird oder nicht, soll sich laut Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta bis Ende Juli entscheiden.

Ursprünglich hätte das Rennwochenende schon um den 24. April stattfinden sollen, aufgrund des schweren Erdbebens mit anschließendem Tsunami und Atomkatastrophe musste es aber auf den 2. Oktober verschoben werden.

Ein Großteil der Fahrer ist nach wie vor gegen den Besuch in Japan, weil es immer noch Sorgen wegen möglicher Strahlung an der Rennstrecke in Motegi gibt.

Risiko zu groß?

Denn der GP-Kurs ist nur rund 110 Kilometer Luftlinie von Fukushima entfernt, wo die beschädigten Atommeiler stehen. "Ich werde nicht fahren", meinte etwa WM-Spitzenreiter Casey Stoner auf dem Sachsenring. Er war überzeugt, dass er mit der Meinung nicht alleine dasteht.

Jorge Lorenzo und Valentino Rossi hatten in der Vergangenheit Ähnliches gesagt. Stoner meinte weiter: "Es ist meine Entscheidung und ich nehme an, es liegt an den Organisatoren, zu verstehen, was passieren wird. Wir haben es [teamintern] bereits besprochen, allerdings noch nicht besonders intensiv, weil die Leute auf verschiedene Dinge warten."

Seine Position sei jedenfalls klar und egal, was ihm dann auch passiere, er werde nicht fahren. "Das bedeutet aber nicht, dass wir Japan nicht unterstützen."

Diskussion im Fahrerlager

Laut Dani Pedrosa haben die Fahrer hinter verschlossenen Türen über die aktuelle Lage gesprochen und obwohl nicht alle Fakten klar seien, würde ein Großteil der Fahrer es vorziehen, nicht nach Japan zu reisen.

Auch Lorenzo musste einräumen, weiter gegen den Ausflug in den fernen Osten zu sein. "Das habe ich vor langer Zeit beschlossen und ich habe nach wie vor die gleiche Meinung. Daher bin ich [bei den Diskussionen] wegen der Reise nach Japan nicht aktiv, weil ich schon entschieden habe."

Alles wird geprüft

Bei MotoGP-Rechteinhaber Dorna will man derweil trotzdem weiter versuchen, das Rennen über die Bühne zu bringen. Laut Ezpeleta wird nun ein unabhängiger Bericht erstellt, der die Sicherheit in Motegi untersucht.

Nur wenn er selbst überzeugt ist, dass niemand in Gefahr kommt, will Ezpeleta das Rennen auch austragen. "Wir hatten bei den vergangenen Grands Prix einige Treffen mit den Fahrern. Vor vielleicht drei Grands Prix baten sie um eine Untersuchung durch ein privates Unternehmen und wir entschlossen uns, sie zu machen. Seit voriger Woche prüfen sie nun dort alles", erklärte der Spanier der BBC.

Deadline 31. Juli

Die Ergebnisse der Untersuchung sollen am 24. Juli vorliegen, am 31. Juli soll dann auch die Verarbeitung des Berichts abgeschlossen sein und feststehen, ob es problematische Strahlenwerte in Motegi gibt oder nicht.

"Das ist die Situation, wir stimmen da mit der FIM und den Leuten von Motegi überein und abhängig vom Ergebnis fahren wir oder nicht." Sollte das Rennen angesetzt werden, wird es laut Ezpeleta aber immer noch an den Teams selbst liegen, ob sie mit ihren Fahrern nach Japan kommen. "Das ist ein Problem, aber nicht mein Problem", sagte der Dorna-Chef.

"Wir haben eine Übereinkunft mit Motegi, das Rennen auszutragen. Wenn die Teams eine Übereinkunft mit den Fahrern haben, dann liegt es an ihnen, diese Übereinkunft zu erfüllen oder nicht. Wir denken da nicht daran. Wenn die Untersuchung in Ordnung ist, wir das Rennen stattfinden."

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