"Fahren in einer der härtesten Zeiten"

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Casey Stoner ist der Führende der MotoGP Weltmeisterschaft mit fünf Siegen in zehn Rennen.

Der Sieg beim Spanien Grand Prix auf der Honda war das erste Zeichen dafür, wie hungrig der Australier auf Siege ist und er kommt in Brünn mit einem Vorsprung von 20 Punkten an.

Frage: Fünf Siege und vier weitere Podestplätze in zehn Rennen. Das klingt nicht schlecht für die erste Saisonhälfte oder?

Casey Stoner: "Ja. Ich denke ohne die Probleme im zweiten Rennen hätten wir in allen Rennen dieser Saison auf dem Podium gestanden, das wäre meiner Meinung nach sehr speziell. Ich bin diese Jahr sehr glücklich im Repsol Honda Team. Das Motorrad hat super funktioniert und selbst an den schlechten Tagen lief es nicht schlecht. Das ist etwas sehr positives. Wenn wir die Möglichkeit haben, zu gewinnen sind wir immer da, sehr nah und das gibt uns die Chance noch öfter zu siegen."

Frage: Welches Rennen fandest du bisher auf der Repsol Honda am besten?

Casey Stoner: "Ich würde sagen, dass mein Lieblingsrennen dieser Saison zweifellos Laguna Seca war. Wir hatten ein sehr schwieriges Wochenende. Seit Assen, wo ich einen schweren Sturz hatte, hatte ich ein paar Probleme mit meinen Verletzungen, dann stürzte ich nochmal auf dem Sachsenring und die Dinge liefen nicht ganz nach Plan. Als wir in Laguna Seca ankamen, war ich zuversichtlich, aber unglücklicherweise konnten wir das Bike während dieses Wochenendes nicht so einstellen wie wir es wollten. Es hat bis zum Rennen gedauert, bis wir den Schritt nach vorn gehen konnten, den wir brauchten und der uns das Vertrauen auf ein gutes Rennen gab."

Frage: Lorenzo, Pedrosa und du, ihr zeigt ständig enge Rennen und ihr steht mit eurem Niveau noch über den anderen. Gibt das den Führungen und den Siegen ein höheres Niveau?

Casey Stoner: "Ich bin meine ganze Karriere lang gegen diese Fahrer angetreten, also denke ich, dass der Wert der Siege schon immer hoch war. Die Drei von uns, Jorge [Lorenzo], Dani [Pedrosa] und ich wir hatten das Pech, in einer sehr schwierigen Zeit anzutreten, eine der härtesten in der Geschichte, in der es am schwierigsten ist, einen Sieg einzufahren und es natürlich ein großartiges Gefühl, eine triefe Emotion ist, wenn du gewinnen kannst. Aber nachdem ich die meiste Zeit meines Lebens gegen sie angetreten bin, ist das Gefühl mehr oder weniger gleich. Wenn du ein Rennen wie in Laguna Seca fährst, dann ist das Gefühl besonders, aber es war auch schon so beim ersten Sieg im ersten Rennen auf Honda. Es war etwas Besonderes."

Frage: Was werden deiner Meinung nach von nun an bis zum Ende der Saison die Details sein, die darüber entscheiden, wer Meister wird?

Casey Stoner: "Ich könnte sagen Konstanz, aber so schwierig wie es ist, denke ich nicht mehr, dass man mit Konstanz die Meisterschaft gewinnt. Du musst da sein und Rennen gewinnen, Risiken eingehen. Wir geben jedes Mal, wenn wir auf der Strecke sind unser Bestes, aber wenn wir an einem Tag einmal nicht in der Lage sind zu gewinnen, müssen wir auf dem zweiten Platz bleiben, einem dritten oder noch schlechter, aber wir werden jederzeit versuchen, zu gewinnen."

Frage: Was würdest du über dein Motorrad sagen und was muss noch verbessert werden? Denn in den letzten Rennen hattest du mehr zu kämpfen als erwartet…

Casey Stoner: "Wir hatten ein paar Wochenenden, die ein bisschen seltsam waren, denn Mugello hatten wir ein bisschen zu kämpfen, da sich die Reifen überhitzt haben, was auf zu hohen Grip am Hinterrad zurückzuführen war. Auf dem Sachsenring haben wir versucht, den Grip zu reduzieren, um die Temperatur der Reifen zu verringern und das war nicht die richtige Richtung. In Laguna Seca sind wir dem selben Pfad gefolgt, haben versucht, die Temperaturen so niedrig wie möglich zu halten, aber das war nicht die richtige Richtung. Wir haben uns im Kreis bewegt, beim Versuch einen Schritt nach vorn zu machen und wieder Grip zu finden, um wieder Traktion zu finden, die dabei hilft, dass das Motorrad gut funktioniert, denn ich denke, dass ist die Stärke der Honda: Traktion. Wenn wir diesem Weg nicht folgen, haben wir keine Stärke mehr und deshalb hatten wir in diesen Rennen Probleme."

Frage: In welchen Bereichen denkst du, musst du dich verbessern? Wie ist dein körperlicher Zustand?

Casey Stoner: "Nun haben wir ein paar Wochen Pause und ich bin mir sicher, dass ich mich danach viel besser fühlen werde, denn Woche für Woche wurde es nicht viel besser. Es ist ein Problem, aber wir müssen damit klar kommen und nicht allzu viel darüber nachdenken. Es gibt viele Dinge, die ich an meinem Fahrstil noch verbessern muss, auch auf diesem Motorrad. Ich habe in den letzten Rennen viel gelernt, aber die mangelnde Erfahrung mit der Honda hilft da nicht wirklich. Es wäre traumhaft, mehr Erfahrung zu haben und zu wissen, dass ein bestimmtes Setup in eine bestimmte Richtung arbeitet und dass dieser oder jener Weg der richtige ist, wenn wir Grip-Probleme haben oder wenn das Umlegen schwierig ist. Mit ein bisschen mehr Erfahrung könnten wir vielleicht weniger schlechte Augenblicke haben, also denke ich, dass wir diese Punkte mit ein bisschen mehr Erfahrung verbessern, denn das waren die Schwächen in den letzten Rennen."

Frage: Was wünscht du dir von der zweiten Saisonhälfte?

Casey Stoner: "Ehrlich, dass Beste was mir passieren kann ist, wenn sie so läuft wie die erste Hälfte. Wir wollen am Ende der Saison vor allen anderen liegen, das ist unser erstes Ziel. Ich möchte noch ein paar mehr Siege und will bis zum Ende der Saison mein Bestes geben. Die Maschine ist gut und schnell. Ich fahre ganz gut, aber die Gegner sind sehr gut und stark und fahren genau so gut. Wir werden sehen wie es wird und was wir in der zweiten Hälfte noch erreichen können. Ich bin sicher es wird eine schwere WM."

Frage: Wie sehen deine Pläne für die Ferien aus?

Casey Stoner: "Ich hab eigentlich keine großen Pläne, ich will nur meine Verletzungen auskurieren und dann beginne ich wieder mit dem Training und bereite mich auf den zweiten Teil der Saison vor. Seit Le Mans war ich entweder erkältet oder verletzt und hatte nicht richtig Zeit zum Trainieren. Es wäre gut, wenn ich fit wieder auf die Strecke gehen könnte."

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