Gereifter "Dottore": Rossi sammelt Rekord um Rekord

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Mit 36 Jahren wirkt Valentino Rossi reif und gefestigt, in einer spanischen Zeitung sprach der einstige "Partylöwe" unlängst darüber, dass er sich in den nächsten zehn Jahren einen Sohn wünsche.

Mag sich "Il Dottore" - der seinen Spitznamen inzwischen aufgrund eines Doktortitels für Kommunikation zu recht trägt - privat verändert haben, auf der Strecke ist er so schnell wie eh und je.

Im spanischen Jerez feierte der neunfache Weltmeister seinen 200. WM-Podestplatz im 316. Grand Prix - kein Fahrer seit 1949 hat mehr Rennen bestritten als er. 84 Mal triumphierte er in der Königsklasse bereits (Rekord) - zweimal überquerte er heuer als Erster die Ziellinie.

WM-Führung ausgebaut

Der dritte Rang in Jerez war schon sein vierter Stockerlplatz in dieser Saison - im vierten Rennen wohlgemerkt.

Damit baute der Yamaha-Pilot seine Führung in der Weltmeisterschaft gegenüber Andrea Dovizioso auf 15 Punkte aus und darf vom zehnten WM-Titel träumen.

"Im Bett bleibt alles gleich"

Auf öffentliche Streitereien lässt sich der früher gerne einmal als Meister der Psychospielchen in Erscheinung getretene Altmeister scheinbar nicht mehr ein.

"Wichtig ist grundsätzlich der Speed. Man muss hart arbeiten und versuchen, an jedem Sonntag konkurrenzfähig zu sein. Das ist dann der Schlüssel, um auch psychologisch stark zu sein", so Rossi.

Freche Sprüche hat er jedoch nach wie vor auf Lager. Angesprochen auf das Verhältnis zu seinem Konkurrenten Marc Marquez (nachdem dieser ihn vor zwei Wochen in Argentinien überholen wollte, aus dem Rennen flog und Rossi beinahe mit abgeräumt hätte) grinste er nur: "Ich denke, von nun an werde ich ihm weniger Küsse geben. Aber im Bett bleibt alles gleich."

Nie zu alt für Veränderungen

Um seine einzigartige Karriere mit einem weiteren Titel zu krönen, arbeitet der Italiener hart. Auf seiner Ranch verfügt er über einen eigenen Dirt-Track und kann gemeinsam mit den Nachwuchs-Piloten seiner Akademie trainieren. "Meine Fahrer halten mich jung. Wir verbringen sehr viel Zeit zusammen und haben immer viel Spaß", so Rossi.

Ein weiteres Geheimnis seines Erfolges ist, dass er sich nie mit dem zufrieden gibt, was er erreicht hat und sich zudem - trotz 19 Jahren Erfahrung in der Motorrad-WM - immer wieder neu erfindet.

"Ich arbeite noch immer intensiv an meinem Fahrstil. Nur auf diese Weise kann man konkurrenzfähig bleiben", sagt Rossi. "Die Position auf dem Motorrad hat sich im Vergleich zur Vergangenheit deutlich verändert. Man muss den Oberkörper besser einsetzen als früher."

Die Zukunft liegt vor ihm

Bis Ende 2016 läuft sein Vertrag noch, doch statt ans Aufhören denkt Rossi bereits an die Saison 2017.

"Ich habe einen Vertrag für 2016. Aber ich hoffe, dass es nicht der letzte Yamaha-Vertrag ist", ist er trotz seiner zahlreichen Rekorde (siehe Diashow) noch immer erfolgshungrig.

 

Henriette Werner

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