Worum es heuer noch geht

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Prestige, ein Rekord und Titel: Darum geht es noch

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Die MotoGP-Saison ist beinahe vorbei. Nur noch zwei Rennen stehen in Sepang und Valencia an, ehe sich die Motorrad-WM in ihre Winterpause begibt.

Der WM-Titel der Königsklasse ist bereits vergeben seit Marc Marquez in Motegi seine Weltmeister-Ehren verteidigen konnte. Motorsport-Magazin.com hat sich angesehen, was es in den letzten beiden Rennen noch zu gewinnen gibt.

KAMPF UM PLATZ ZWEI

Auch wenn es keine Auszeichnung dafür gibt, so hat Platz zwei dennoch einen psychologischen Wert. Denn immerhin kann man sich dann in den Spiegel schauen und denken: "Kopf hoch, nur Marc Marquez war noch besser als du." Dani Pedrosa hätte die Gewissheit, dass in keinem anderen Team ein besserer Pilot als er fährt und für Valentino Rossi würde Platz zwei ohnehin die beste Endplatzierung seit fünf Jahren bedeuten. Jorge Lorenzo hat ebenfalls eine beeindruckende Serie zu verteidigen: Mit Ausnahme seines Rookie-Jahres 2008 landete der zweifache MotoGP-Champion in der Königsklasse immer unter den besten zwei.

DOOHAN-REKORD

Schön langsam könnte man ja meinen, dass Marc Marquez den Rekord von Mick Doohan gar nicht einstellen will. In Silverstone gewann der Weltmeister sein elftes Saisonrennen und läuft dem zwölften seit mittlerweile vier Grand Prix hinterher. Sturz in Misano, Sturz in Aragon, Sturz auf Phillip Island - die Fehlerquote des Champions hat sich in besorgniserregendem Ausmaß erhöht. Zwei Chancen hat Marquez noch, den seit 1997 bestehenden Rekord von zwölf Siegen in einer Saison (aufgestellt von Mick Doohan) zu brechen oder wenigstens einzustellen.

HERSTELLER-WERTUNG

Die Situation ist für Yamaha zwar schon ziemlich aussichtslos, doch theoretisch könnten die Japaner ihre Erzrivalen von Honda noch schlagen. 45 Punkte liegt Yamaha zurück und hat zudem weniger Siege auf dem Konto als der orange-schwarze Gegner. Da für die Herstellerwertung in jedem Rennen nur das jeweils beste Einzelergebnis eines Fahrers auf dem entsprechenden Fabrikat zählt, benötigt Honda in den letzten zwei Rennen nur noch fünf Punkte. Die dürfen aber nicht nur die Werksfahrer Pedrosa und Marquez holen, sondern auch Alvaro Bautista, Stefan Bradl oder das Production-Racer-Quartett Scott Redding, Nicky Hayden, Hiro Aoyama und Karel Abraham. Da dürfte ein einzelner 11. Platz in zwei Rennen machbar sein.

WM-TITEL IN DER MOTO2

Im Gegensatz zur Königsklasse ist der Titel in der Moto2 noch nicht vergeben. Für Tito Rabat sieht es aber schon gut aus, denn der Spanier hat 41 Punkte Vorsprung auf seinen Teamkollegen Mika Kallio. Da er mehr Saisonsiege als der Finne hat, reichen Rabat neun Punkte aus den letzten beiden Rennen für den erstmaligen Gewinn des WM-Titels. Neun Punkte gibt es für einen siebenten Rang - und Rabat war in dieser Saison erst in einem Rennen (Assen) schlechter klassiert und ist zudem noch ohne Ausfall. Den Siegersekt kann man also getrost für Sepang einkühlen.

WM-TITEL IN DER MOTO3

In der Moto3 haben vor den letzten beiden Rennen sogar noch drei Piloten Chancen auf den WM-Titel: Alex Marquez, Jack Miller und Alex Rins. Aktuell führt Marquez 20 Punkte vor Miller und 41 vor Rins. Für Miller bedeutet das: Wenn er die letzten beiden Rennen gewinnt, darf Marquez maximal Platz zwei und sechs oder Rang drei und vier belegen. Für Rins, der mit nur zwei auch die wenigsten Saisonsiege aus diesem Trio hat, heißt das Prinzip ohnehin Hoffnung. Sollte Marquez den WM-Titel ins Trockene bringen, hätte die Motorrad-WM das erste weltmeisterliche Brüderpaar der Geschichte.

ROOKIE DES JAHRES

Pol Espargaro kann sich bereits zurücklehnen, denn da wird nichts mehr anbrennen. Der spanische Neuling hat 47 Punkte Vorsprung auf Scott Redding. Dieser müsste also schon die letzten beiden Rennen gewinnen, was quasi ausgeschlossen ist. Die Konkurrenz um den Titel als Rookie des Jahres war 2015 ohnehin gering. Neben Espargaro und Redding gab es mit Broc Parkes und Mike di Meglio, die beide bei Hinterbänklern fahren, nur zwei weitere Neulinge.

BESTER PILOT DER OPEN-WERTUNG

Auch hier darf ein Espargaro den Sekt kaltstellen, allerdings Pols Bruder Aleix. Nachdem der Spanier bereits in den vergangenen beiden Jahren der punktebeste CRT-Fahrer war, ließ er auch im Jahr eins des Open-Reglements nichts anbrennen. Die fünf besten Einzelplatzierungen eines Open-Fahrers gehen auf Espargaros Kappe, darunter der zweite Platz in Aragon. Sein Vorsprung auf Scott Redding beträgt 48 Punkte, womit Espargaro nur noch einen einzigen 14. Platz braucht, vorausgesetzt Redding gewinnt die letzten beiden Rennen.

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