Pedrosa in Chaosrennen aus der Box zum Sieg

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Chaotisch war vielleicht nur ein zu harmloses Wort, um das letzte MotoGP-Rennen der Saison 2012 in Valencia am Sonntag zu beschreiben.

Es ging dank des Wetters drunter und drüber, was sich auch in der Reihenfolge des Zieleinlaufs widerspiegelte.

So gewann mit Dani Pedrosa zwar ein durchaus erwarteter Pilot, aber Katsuyuki Nakasuga auf Platz zwei hätte kaum jemand erwartet - nicht einmal er selbst, was sich an seinen Tränen im Ziel zeigte.

Für Casey Stoner endete seine MotoGP-Karriere versöhnlich auf dem Podest. Für Pedrosa bedeutete das den siebten Saisonsieg, womit er das Jahr als der siegreichste Fahrer in der MotoGP beendet.

Pedrosa opfert Pole Position

Das Chaos begann schon vor dem Start. Der Regen hatte aufgehört, aber die Strecke war noch nass, daher überlegte jeder, ob er mit Regenreifen oder Slicks losfahren soll.

Letztendlich hatten von den Fahrern weiter vorne nur Jorge Lorenzo, Stefan Bradl und Nakasuga den Mut, gleich mit Slicks auszurücken.

Dass dies möglicherweise die richtige Entscheidung war, erkannten Pedrosa, Cal Crutchlow, Alvaro Bautista und Nicky Hayden in der Aufwärm-Runde, da sie nicht in die Startaufstellung fuhren, sondern in die Boxengasse abbogen, um ihre Trocken-Maschinen zu holen und aus der Box zu starten.

Pedrosa opferte seine Pole Position und sollte am Ende dafür belohnt werden.

Entscheidung in der Aufwärmrunde

"Als ich in die Startaufstellung fuhr, erwartete ich, dass man vier, fünf Runden mit Regenreifen fahren kann, um damit den Slickfahrern etwas wegzuziehen und dann zu stoppen", schilderte Pedrosa anschließend.

"Als wir aber gewartet haben, wurde es schon trocken genug für Slicks. Also dachte ich die ganze Aufwärm-Runde darüber nach, ob ich stoppen soll oder nicht. Ich bin noch nie aus der Boxengasse gestartet und war mir nicht sicher, ob ich genug Zeit haben würde [um die Maschine zu wechseln]. In der letzten Kurve entschied ich mich dann, hereinzukommen, doch da waren so viele Leute und Motorräder, ich fand meine Maschine fast nicht."

CRT-Fahrer führt kurz

Und dann ging es wild los, denn die Fahrer auf Regenreifen gingen zunächst in Führung, allen voran Aleix Espargaro, der dafür sorgte, dass tatsächlich eine CRT-Maschine ein MotoGP-Rennen anführte.

So blieb es aber nicht lange und nach einigen Führungswechseln war bald allen klar, das Rennen ist mit Regenreifen nicht zu beenden, also kamen nach und nach alle Piloten an die Box. Dass es noch gefährlich war, zeigte Hayden, der in der vierten Runde zu Sturz kam.

Bradl stürzt auf Podestkurs

Nach dem Wechsel auf Slicks lag Lorenzo vor Nakasuga, Pedrosa, Stefan Bradl und Crutchlow an der Spitze. Pedrosa holte sich aber bald den Japaner, der statt Ben Spies unterwegs war und setzte Lorenzo nach.

Seinen Landsmann hatte er auch bald eingeholt, doch bevor es ein Duell werden konnte, flog Pedrosa beinahe ab und verlor wieder den Anschluss.

Derweil näherte sich Bradl Nakasuga und damit einem Podestplatz. In Runde neun hatte er ihn auch kurz, eine Runde später lag der Deutsche aber im Kies.

Lorenzo fliegt ab

Nakasuga hatte seinen Podestplatz damit aber noch lange nicht sicher, denn Cruchlow holte ihn ein und nahm ihm den dritten Platz wieder ab.

Doch es erwischte Lorenzo, der mit einem wilden Highsider abflog, als er gerade James Ellison überrunden wollte und mitten in einer Kurve wohl auf die Bremse musste.

Damit lag Pedrosa doch wieder in Führung, dahinter schienen Crutchlow und Nakasuga in Richtung Podest zu fahren. Der Brite hatte aber andere Pläne und stürzte in Runde 23 aus dem Rennen, womit Ersatzfahrer Nakasuga auf einmal Zweiter war und Alvaro Bautista einem Podest entgegen fuhr.

"Schwierig, die Zeiten zu halten"

"Ich war schnell, holte Leute ein und auf Jorge auf. Hinter ihm machte ich dann aber einen Fehler und kam in den Leerlauf und neben die Strecke. Doch dann machte Jorge einen Fehler und stürzte", meinte Pedrosa zu dieser Phase des Rennens.

"Danach war es ein langes Rennen, weil ich einen großen Vorsprung hatte und meine Konzentration halten musste. Es ist schwierig, die Zeiten zu halten, wenn der Vorsprung so groß ist. Es ging gut aus, das freut mich für das Team und die Fans. Es war eine gute Saison, danke an alle", erzählte Pedrosa.

Podest zum Abschied

Doch der Spanier hatte nicht damit gerechnet, dass Stoner trotz der schwierigen Bedingungen zumindest mit einem Podest aus seinem letzten MotoGP-Rennen gehen wollte. Der Australier machte Sekunde um Sekunde gut und war drei Runden vor Schluss im Heck von Bautista angekommen.

Dort verharrte er eine Weile, um Eingangs der vorletzten Runde auf Start-Ziel vorbeizugehen. Danach ließ er Bautista keine Chance mehr und holte sich ein letztes Mal eine Champagnerdusche in der Königsklasse ab.

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