Zurück an der Spitze

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MotoGP-Saisonvorschau: Ducati zurück an der Spitze

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Keinen einzigen Rennsieg konnte Ducati in den vergangenen vier Jahren in der MotoGP feiern.

Eine katastrophale Bilanz für den italienischen Hersteller, der 2007 mit Casey Stoner noch den Weltmeistertitel in der Königsklasse holte.

Bei den Testfahrten vor Saisonbeginn 2015 zeigte sich Ducati aber bärenstark und sicherte sich zum Abschluss in Katar beide Tagesbestzeiten. Können die Roten auch an den Rennwochenenden überzeugen?

Ducati auf dem Prüfstand:

DIE FAHRER

#34 ANDREA DOVIZIOSO

Andrea Dovizioso ist ein echter Wandervogel im MotoGP-Paddock. Nach Jahren bei Honda und Yamaha kam er mit dementsprechend viel Input 2013 zu Ducati, wo er mittlerweile seine bereits dritte Saison bestreitet. Er ließ sich von den vielen Rückschlägen mit der Desmosedici nicht unterkriegen, blieb Ducati treu und könnte 2015 dafür belohnt werden. Dovizioso kommt mit der GP15 ausgezeichnet zurecht und verfügt nach sieben Saisons MotoGP über große Erfahrung. Dass er Rennen gewinnen kann, durfte er bereits bei seinem bisher einzigen Sieg in der Königsklasse 2009 in Donington unter Beweis stellen. Mit etwas Glück, könnten in diesem Jahr weitere folgen.

#29 ANDREA IANNONE

Was kann man von einem Piloten erwarten, der sich selbst "The Maniac" nennt und diesen Namen auch auf seine Lederkombi schreiben lässt? Langeweile sicher nicht. Andrea Iannone gehört unbestritten zu den schnellsten Piloten im Feld der MotoGP-Klasse, leistete sich in seinen ersten beiden Jahren in der Königsklasse aber auch noch zahlreiche Fehler und sah im Vorjahr gleich sieben Mal die Zielflagge nicht. Eine Schwäche, die es für den 25-Jährigen 2015 abzulegen gilt, will er endgültig im Spitzenfeld der MotoGP ankommen. Im Qualifying zählt er jedenfalls schon jetzt zur absoluten Weltelite, wie fünf Startplätze in Reihe eins aus dem Vorjahr beweisen.

DAS MOTORRAD

Ducati Desmosedici GP15: Mit der GP15 ist das Zeitalter des chronischen Untersteuerns bei Ducati vorbei. Die erstmals völlig von Gigi Dall'Igna designte Maschine lässt sich im Gegensatz zu den Modellen der letzten Jahre ausgezeichnet einlenken, wie Dovizioso und Iannone nach den Testfahrten bestätigten. Der Grund dafür soll in der deutlich schmaleren Bauweise liegen, die den Piloten überdies die Bewegung auf der Maschine erleichter. Über ausreichend Leistung verfügte Ducati bereits in den letzten Jahren und daran hat sich auch 2015 nichts geändert. Alles in allem sollte die neue Desmosedici also ein wirklich konkurrenzfähiges Motorrad, leichter Aufholbedarf war bei den Testfahrten nur noch in den Anbremszonen zu erkennen.

DAS TEAM

Der große Aufschwung bei Ducati begann mit der Ankunft von Gigi Dall'Igna nach Saisonende 2013. Der von Aprilia losgeeiste Techniker krempelte nicht nur das Design der Desmosedici vollkommen um, sondern sorgte im gesamten Team für dringend notwendige Neuerungen. Er verbesserte den Informationsfluss zwischen Fabrik und Rennstrecke und erzwang mit den angedachten Wechsel in die Open-Klasse auch eine Anpassung des Reglements zugunsten Ducatis. Dall'Igna trägt also zweifelsohne einen großen Anteil an der Wiederauferstehung der Roten.

DIE KUNDENTEAMS

Pramac: Ursprünglich war man bei Pramac Racing davon ausgegangen, auch 2015 mit Andrea Iannone als Nummer-eins-Pilot an den Start zu gehen, doch durch den Wechsel Cal Crutchlows von Ducati zu LCR Honda wurde Iannone ins Werksteam befördert und Pramac brauchte plötzlich einen zweiten Fahrer neben Yonny Hernandez, den man in Danilo Petrucci fand. Beide Piloten haben durchaus Talent, an die Klasse von Iannone kommen sie aber wohl nicht heran. Das Pramac-Fahrerduo wird zwei GP14.2 fahren, also die zweite Ausbaustufe der Vorjahres-Ducati, die ab Aragon zum Einsatz kam.

Avintia: Der schleichende Übergang von Kawasaki zu Ducati ist bei Avintia abgeschlossen. Hector Barbera tauschte bereits für die letzten fünf Rennwochenende 2014 die unterlegene Avinita-Kawasaki aus CRT-Tagen gegen eine Open-Desmosedici ein und nun darf auch Mike di Meglio auf dieses Motorrad wechseln. Während man sich von dem Franzosen damit wohl keine großen Sprünge erwarten kann, gilt Barbera durchaus als Anwärter auf den Titel in der Open-Klasse.

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