Marquez-Crash sorgt für Mauer-Diskussion

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Marc Marquez flog im zweiten Freien Training in Mugello heftig ab und sorgte damit für das Gesprächsthema des Freitags.

"Ich habe noch versucht, das Motorrad abzufangen, aber es hat mich gegen die Wand gedrückt. Da bin ich abgesprungen um nicht dagegen zu krachen", erklärte der Spanier seinen Sturz.

Besagte Mauer sorgte für Unmut im Fahrerlager - sei sie doch für heutige Sicherheitsverhältnisse viel zu nahe an der Strecke gebaut.

Rossi will Mauer versetzen

"Dieser Teil des Kurses ist sehr gefährlich, weil wir dort mit viel Geschwindigkeit hinkommen und es keine ebene Gerade ist, sondern eine kleine Wölbung hat über die wir ein wenig abheben. Genau dort hat Marc die Kontrolle verloren", erklärte Valentino Rossi, der die Strecke wie eine Westentasche kennt und zum bereits 18. Mal dort gastiert.

"Die Mauer ist dort sehr nahe und wir haben das schon in der Vergangenheit immer wieder vor den Offiziellen angesprochen. Es hat aber immer geheißen, eine Versetzung der Mauer wäre nicht möglich", so Rossi, der versicherte, dass die Fahrer erneut einen Versuch wagen werden, die Mauer versetzen zu lassen.

Marquez' Reflexe verhindern Schlimmeres

"Genau darüber haben wir schon in der Safety Commission in Le Mans gesprochen. Wir denken, dass diese Mauer ein wenig zu nahe an der Strecke steht - zumindest für den Speed, den wir dort draufhaben. Das steht auf einer Liste mit unseren Änderungswünschen", stellte Bradley Smith, der an anderer Stelle ebenfalls abflog, in Mugello klar.

Wäre dieses Missgeschick einem anderen als Marquez passiert, hätte es weit schlimmer ausgehen können - davon ist Smith überzeugt. "Nur weil Marc wie eine Katze ist und blitzartige Reflexe hat, ist nur wenig passiert. Das bringt außer ihm niemand zusammen."

"Wir bewegen uns auf schmalem Grat"

Cal Crutchlow sah die Debatte um die zu nahe Mauer hingegen ein wenig gelassener.

"Es hat dort zwar heute zwei Crashes gegeben, davor ist fünf Jahre aber nichts passiert", führte der Brite aus. "Marquez hat gar nicht zu viel falsch gemacht. Aber diese Strecke bestraft jeden Fehler eiskalt und wir sind hier hart am Limit", so Crutchlow.

Der Brite sieht alle Verantwortlichen in einem Zwiespalt: "Ich würde die Mauer zwar auch gerne versetzt haben, aber wir balancieren hier immer auf einem schmalen Grat. Wenn wir alles verschieben, sind wir bald meilenweit vom Zuschauer entfernt. Ich sage nicht, dass unsere Sicherheit für die Fans aufs Spiel gesetzt werden sollte, aber wir können ja nicht in jeder Kurve 150 Meter an Auslaufzonen lassen."

Michael Höller

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