"Es war verrückt von mir"

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Marquez: "Es war verrückt von mir"

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Das 800. Rennen der MotoGP-Geschichte wird wohl noch lange in Erinnerung bleiben.

Durch einsetzenden Regen in den letzten Runden wurde das gesamte Feld durcheinandergemischt. Ausgerechnet das Repsol-Honda-Duo Marc Marquez und Dani Pedorsa beging dabei souverän in Führung liegend einen schweren taktischen Fehler.

Obwohl nahezu die gesamte Konkurrenz die Box ansteuerte, um auf das Ersatz-Bike mit Regenreifen zu wechseln, blieben beide Piloten auf der Strecke. Bei immer rutschigeren Bedingungen flog zunächst der Zweitplatzierte Pedrosa in zu Beginn des viertletzten Umlaufs ab - nur eine Runde später folgte dann Marquez.

"Es war verrückt von mir"

Beide Piloten stiegen zwar wieder auf und komplettierten das Rennen nach einem Bike-Wechsel auf den Rängen 13 und 14, jedoch ist die Vorentscheidung in Fahrer- und Konstrukteurs-WM somit zumindest auf dem Papier noch nicht gefallen.

WM-Leader Marquez, dem der Titel bei 75 Punkten Vorsprung auf Teamkollege Pedrosa bei noch vier ausstehenden Rennen dennoch kaum mehr zu nehmen ist, zeigte sich anschließend selbstkritisch.

"Es war verrückt von mir, nicht an die Box zu fahren und das Bike zu wechseln. Wir hatten schon einige Runden bei rutschigen Bedingungen hinter uns gebracht, und ich hatte das Gefühl, dass ich trotzdem durchkommen kann."

Marquez: Mir fehlte die Erfahrung

Den Fauxpas schiebt der Weltmeister, der sich dennoch den zweiten Titel im zweiten Jahr in der Königsklasse sichern wird, auf mangelnde Erfahrung bei diesen Bedingungen.

"So ein Rennen bin ich noch nie gefahren, und ich wusste nicht wirklich, was ich tun sollte. Hätte ich geahnt, dass hinter mir bereits so viele Piloten abgeflogen wären, wäre ich sicher an die Box gefahren. Es war ein verdammt enges Rennen an der Spitze mit Dani - und ich habe mich im Kampf um den Sieg eben verspekuliert."

Nachdem Marquez auch beim vorigen Rennen in Mugello nach einem Sturz nur weit hinten in den Punkten angekommen war, verpasste er zum zweiten Mal in Folge die Chance, Mick Doohans Rekord mit zwölf Siegen in einer Saison einzustellen.

Zumindest nach außen hin gibt er sich deswegen unbeeindruckt: "Alles was für mich zählt, ist der Titel. Da müssen wir uns in Japan, Australien und Malaysia weiter anstrengen, denn noch ist nichts vorbei. Ich hätte gerne auf meiner Lieblingsstrecke gewonnen, aber so ist nun einmal der Rennsport."

Teamchef Suppo verteidigt seine Piloten

Dass sich auch Pedrosa derart verzockte, und somit eine kleine Vorentscheidung im Kampf um WM-Kampf zwei verpasste, rundete den letztlich miserablen Honda-Nachmittag ab.

So liegt er weiterhin lediglich knapp vor Yamaha-Superstar Valentino Rossi, der bereits früh auf trockener Strecke abflog. Durch seinen ersten Saisonsieg schob sich jedoch auch Jorge Lorenzo bis auf 13 Punkte an Pedrosa heran.

Repsol-Teamchef Livio Suppo nimmt seine beiden Piloten jedoch in Schutz: "Die Situation war sehr, sehr schwierig. Hier in der Box hat es gar nicht so stark geregnet, und Marc und Dani haben eigentlich ganz passable Runden im Regen hingelegt."

"Dann sähe das Ergebnis sicher anders aus"

Dennoch räumt er ein, dass die Herangehensweise letztlich offensichtlich die falsche war: "Lorenzo hat alles richtig gemacht, und das müssen wir neidlos anerkennen. Wir hätten wie er auch hereinkommen sollen, dann sähe das Ergebnis jetzt sicher anders aus."

Dennoch findet er letztlich noch etwas Positives am Rennausgang: "Ich habe in all meinen Jahren in der Motorrad-WM heute wohl eine Premiere erlebt: Beide Piloten sind gestürzt und haben dennoch gepunktet. Das gibt es auch nicht alle Tage und darüber müssen wir letztlich noch ein wenig glücklich sein."

In zwei Wochen hält die MotoGP dann für die 15. Saisonstation auf der Honda-Heimstrecke in Motegi; Sicherleich kein schlechter Ort, sollte der Gewinn beider Weltmeistertitel dort glücken...

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