Drei Wege zum WM-Titel

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So wollen Rossi, Marquez, Lorenzo den Titel holen

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Zehn von 18 Grands Prix liegen hinter uns, acht Saisonrennen warten also in der MotoGP noch. 200 Punkte sind also maximal noch zu vergeben, wodurch noch jeder Pilot theoretische Chancen auf den Titel hat. Praktisch dürfen aber nur noch drei Fahrer ernsthaft mit dem Gedanken spielen, Weltmeister 2015 zu werden. Das sind natürlich WM-Leader Valentino Rossi, sein Teamkollege und erster Verfolger Jorge Lorenzo sowie nach seinen beiden Siegen zuletzt am Sachsenring und in Indianapolis auch Marc Marquez.

Aktuell liegt Rossi in der Gesamtwertung neun Zähler vor Lorenzo, Marquez fehlen 56 Punkte auf den Spitzenreiter. Kein Wunder also, dass die drei Superstars mit durchaus unterschiedlichen Taktiken in die verbleibenden Rennen gehen. Am Donnerstag vor dem Grand Prix von Tschechien verrieten sie diese:

Valentino Rossi - 195 Punkte

Kein Mann im aktuellen Feld der MotoGP-Klasse weiß besser, wie man sich zum Weltmeister krönt, als Valentino Rossi. Neun Titel stehen in seinem Trophäenschrank, davon alleine sieben in der Königsklasse. Als Weltmeisterschaftsführender hat er momentan die komfortabelste Position inne, ausruhen kann er sich auf neun Punkten Vorsprung gegenüber Jorge Lorenzo aber definitiv nicht.

Das weiß auch der Altmeister selbst: "Natürlich darf man sich eigentlich keinen Fehler erlauben, aber es ist zu früh, um schon auf Sicherheit zu fahren. Man muss voll pushen und dennoch fehlerfrei bleiben." Nur, wer auch ab und zu die vollen 25 Punkte mit nach Hause nimmt, habe Chancen auf den Titel, ist Rossi überzeugt. "Siege sind wichtig, weil man so einfach am meisten Punkte Abstand zu den Gegnern herausholen kann. Es wird also beides nötig sein: Konstanz und einige Siege", meint der 36-Jährige.

Generell sei es zu früh, um sich einen detaillierten Plan für den Rest des Jahres zurechtzulegen. Zu viel kann in der schnelllebigen MotoGP passieren, wie man 2015 bereits mehrmals gesehen hat. Auf schwierigen Phasen antworteten etwa Lorenzo und Marquez wieder mit Siegen. "Wir haben gerade einmal ein bisschen mehr als die Hälfte der Rennen gefahren, acht sind noch ausstehend. Es ist also noch eine lange Saison", weiß Rossi.

Jorge Lorenzo - 186 Punkte

Punkte gutmachen muss Jorge Lorenzo. Neun Zähler fehlen ihm in der Gesamtwertung auf den 2015 so konstant agierenden Rossi, der in allen bisherigen Saisonrennen auf dem Podium stand. Zwar machte Lorenzo zwischenzeitlich mit seinen vier Siegen in Serie, beginnend in Jerez und endend in Barcelona, einiges an Boden gut, ganz konnte er seinen Teamkollegen aber nicht einholen.

Was dazu nötig sein wird, weiß er aber. Noch mehr Siege! "Ich will so oft es geht gewinnen und dabei so wenige Fehler wie möglich fabrizieren", macht er kein Geheimnis aus seinen Ambitionen. "Es wird wichtig sein, viele Siege zu feiern, weil das Niveau an der Spitze so ausgeglichen ist und man so den Unterschied machen kann. Deshalb werde ich versuchen, immer zu gewinnen und wenn es nicht geht, auf dem Podium zu landen."

Dieses Sekundärziel, den Podiumsplatz im Fall fehlender Siegeschancen, konnte Lorenzo in diesem Jahr aber erst zwei Mal erreichen. In Assen wurde er Dritter hinter Rossi und Marquez, am vergangenen Wochenende in Indy musste er sich nur dem amtierenden Weltmeister geschlagen geben. Vier Mal, wenn auch teils ohne eigene Schuld, schrammte er am Podium vorbei.

Marc Marquez - 139 Punkte

Mit 56 Zählern Rückstand auf Rossi im Gepäck kommt Marc Marquez nach Brünn. Eine schwere Last, auch für einen Mann seines Formats. Macht Rossi mit einer ähnlichen Konstanz wie bisher weiter, fährt also in jedem Rennen auf das Podium, kann ihn Marquez bei maximaler Punkteausbeute frühestens am vorletzten Rennwochenende in Sepang einholen.

Rechenspiele kann sich der Repsol-Honda-Pilot also ersparen, für ihn zählt nur noch Vollgas. "Ich will gar nicht zu viel über die Weltmeisterschaft nachdenken, denn eigentlich bin ich schon zu weit zurück", meinte er. "Für mich zählen deshalb nur noch Siege, auch wenn ich den Titel wahrscheinlich endgültig verliere, wenn ich noch einen Fehler mache."

Die Rolle des Außenseiters gefällt Marquez aber: "Valentino und Jorge haben aktuell einen sehr engen Kampf an der Spitze, sie haben viel zu verlieren. Ich bin schon so weit zurück, dass ich eigentlich weg vom Fenster bin. Da kann ich volles Risiko gehen und abwarten, was dabei passiert." Wozu er im Stande ist, hat der jüngste MotoGP-Champion der Geschichte ja bereits im Vorjahr gezeigt, als er zehn Rennen in Serie für sich entscheiden konnte.

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