"Schwerer als im Rookie-Jahr"

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Marquez: 2. Titel schwerer als im Rookie-Jahr

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Mit seinem zweiten Platz in Motegi hat Marc Marquez schon im viertletzten Rennen des Jahres seinen MotoGP-Weltmeistertitel fixiert. Über weite Strecken wirkte diese Saison für den Überflieger wie ein Selbstläufer.

Marquez gewann die ersten zehn Rennen und fuhr die Konkurrenz oftmals in Grund und Boden. Dementsprechend locker und souverän gab er sich auch in der Öffentlichkeit, stets mit einem Lächeln und einem flotten Spruch auf den Lippen.

"In diesem Jahr war es noch härter"

Doch tief drinnen hatte Marquez an den hohen Erwartungen, die an ihn gestellt wurden, ordentlich zu knabbern, wie er nach seiner Triumphfahrt in Motegi gestand.

Lorenzo und Rossi - zwei Champs feiern den "Baby-Champ"

Valentino Rossi konnte sich da nur anschließen: "Er konnte viele Rennen bei allen möglichen Verhältnissen gewinnen und hat dabei kaum Fehler gemacht. Marc hat sich im Vergleich zum Vorjahr noch einmal extrem gesteigert. Nicht unbedingt was seinen Speed angeht, aber was seinen Stil betrifft. Er war viel kontrollierter und ist selten zu viel Risiko eingegangen. Er hat den Titel wirklich verdient. Ich gratuliere ihm von ganzem Herzen!"

"Weiß nicht, wie ich das gemacht habe"

Angesichts der Lobeshymnen seitens der Konkurrenz zeigte sich der Youngster etwas überwältigt und hatte selbst nicht wirkliche eine Erklärung für seinen Erfolg parat.

"Diese Worte von meinen Rivalen zu hören ist einfach großartig. Es ist schwer zu glauben, dass ich schon zwei MotoGP-Titel habe. Ich weiß eigentlich gar nicht, wie ich das gemacht habe. Natürlich war es ein großer Vorteil, schon ein Jahr Erfahrung zu haben. So war auf der Strecke nicht mehr alles neu für mich und ich hatte bereits ein paar Referenzpunkte. Ich habe auch weniger Fehler gemacht. Zudem hat mir Honda ein Bike zur Verfügung gestellt, dass meinem Fahrtstil noch besser entgegen kommt", dankte er seinem Arbeitgeber, für den er den ersten Weltmeistertitel auf heimischem Boden in Motegi fixieren konnte.

"Im letzten Jahr war es sicher schwierig, den Titel zu holen, ab in dieser Saison war es noch härter. Es hat nach außen hin vielleicht einfach ausgesehen, aber ich hatte eine Menge Druck. Ich war ja schließlich kein Rookie mehr und konnte mir daher nicht so viele Fehler erlauben. Ich hatte eine perfekte erste Hälfte, aber dann war es schwer, dieses Niveau und die Konzentration zu halten."

Druck nach Beinbruch in Vorbereitung

Bereits vor dem ersten Saisonrennen bekam der erst 21-Jährige in der Öffentlichkeit ordentlich sein Fett weg. Bei einem Dirt-Track-Unfall hatte er sich das Bein gebrochen und musste sogar die Testfahrten in Sepang ausfallen lassen. Ein Vorfall, der nicht unbedingt Druck von seinen Schultern nahm.

"Es war nicht einfach für mich, denn damals haben deshalb viele Leute gesagt, dass ich dumm bin. Man muss aber trainieren und manchmal auch ein Risiko eingehen, wenn man sich verbessern will. Mir ist es dann auch gelungen, in einem guten Zustand nach Katar zu kommen und das Rennen dort zu gewinnen. Das hat mir viel Selbstvertrauen gegeben und ich wusste, dass ich in den kommenden Rennen wie Austin noch stärker sein würde. Dann habe ich versucht, diesen Vorteil bestmöglich zu nützen", erklärt Marquez seine Strategie zum damaligen Zeitpunkt.

Sensationeller Saisonstart

Sein Plan sollte aufgehen. Er siegte nicht nur in Katar sondern auch in den folgenden neun Saisonrennen und konnte so bereits früh ein beachtliches Punktepolster auf seine Verfolger anhäufen.

"Zu Saisonbeginn habe ich mich sehr wohl gefühlt. Ich konnte in der ersten Saisonhälfte einen großen Vorsprung in der Weltmeisterschaft herausfahren, weil Jorge große Probleme hatte und ich Valentino und Dani immer schlagen konnte. Dennoch war mir klar, dass ich aufpassen musste, denn man kann sich schnell verletzten oder so ein paar Mal stürzen. In einer derart langen Saison passieren fast immer ein bis zwei Fehler."

Lobeshymnen der Konkurrenz

Abgesehen von seinen Patzern in den Grands Prix von San Marino und Aragon bestritt Marquez schließlich auch eine fehlerfreie Saison. Das mussten sogar seine härtesten Rivalen wie Jorge Lorenzo eingestehen.

"Seine Saison war mit Ausnahme der Stürze in Misano und Aragon perfekt. Er ist auf einem sehr hohen Level gefahren, war sehr aggressiv aber dennoch konstant. Im Gegensatz zum Vorjahr ist er kaum gestürzt. 2013 hat er als Rookie gewonnen, aber dabei von den Verletzungen von Dani und mir profitiert. In dieser Saison war er insgesamt gesehen mit großem Abstand der Beste. Er hat den Weltmeistertitel vollkommen verdient", zeigte sich der Mallorquiner als fairer Verlierer.

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