Lorenzo-Show in Brünn: Sieg und WM-Führung

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Kein dritter Sieg von Marc Marquez in Folge, kein spektakulärer Dreikampf der drei Schwergewichte.

Der Tschechien GP vor 138.700 Zuschauern war eine überraschende Prozession mit einem Start-Ziel-Sieg von Jorge Lorenzo, der am Ende mit 4,462 Sekunden Vorsprung vor Marc Marquez gewann.

Valentino Rossi verlor schon beim Start alle Hoffnungen, mit den beiden Spaniern kämpfen zu können, hatte aber auch nie den nötigen Speed und wurde Dritter.

Damit herrscht nun Punktgleichstand, Lorenzo führt aber aufgrund der höheren Zahl der Siege die WM an.

Rossi verliert Anschluss

Der Start brachte bei 27 Grad Luft und 40 Grad Streckentemperatur einen mächtigen Rückschlag für Rossi mit sich: Während Lorenzo und Marquez ihre Plätze verteidigten, fiel der Italiener auf Platz fünf hinter Dovizioso und Smith zurück.

Die Tech-3-Yamaha holte er sich schnell zurück, doch hinter Dovizioso blieb er hängen. Bis er nach zwei Runden da einmal vorbei gewesen ist, hatte er bereits fast drei Sekunden Rückstand auf Marquez, der den Anschluss zu Lorenzo zunächst halten konnte.

Lorenzo packt den Hammer aus

Auch nach dem Überholmanöver war Rossi, der mit zwei harten Reifen einen anderen Weg einschlug als Lorenzo (Medium vorne und hinten) und Marquez (Medium vorne, Hart hinten), deutlich langsamer als die beiden Spitzenreiter und hatte sogar Mühe, sich von den beiden Ducatis abzusetzen.

Marquez fuhr unterdessen dieselbe Taktik wie in Indianapolis: Er folgte Lorenzo wie ein Schatten, ohne ihn aber in einen Kampf zu verwickeln. Was in Indy noch funktionierte, ging diesmal schief: Lorenzo gab schon im zweiten Renndrittel Vollgas und setzte sich ab. Schon nach zehn Runden waren die ersten drei Plätze bezogen.

Großer Kampf von Dani Pedrosa

Hinter den drei Großen duellierten sich die beiden Ducati-Piloten: Dovizioso hatte den besseren Start, doch im Zuge des Zweikampfs mit Rossi kam Iannone wieder heran.

Und der fackelte nicht lange, seinem älteren Landsmann die nächste psychologische Niederlage beizubringen: Er überholte ihn mitten im engen Komplex vor der Naturtribüne. Dahinter kämpfte wie ein Gladiator Dani Pedrosa: Unter Schmerzen überholte er zunächst Maverick Vinales und nistete sich auf Rang sechs ein, die Ducatis immer im Blick.

Damit aber nicht genug: Je länger das Rennen dauerte, umso besser kam der dreifache Weltmeister der kleineren Klassen zurecht: Er begann, Andrea Dovizioso zu attackieren.

Dabei rutschte er beinahe in der letzten Sekunde bei einem Verbremser weg, doch Pedrosa war binnen einer Runde wieder dran. Pedrosa und Dovizioso lieferten sich einen atemberaubenden Kampf in den letzten zwei Runden und der Spanier konnte sich nach mehreren Überholmanövern und Kontern noch den fünften Platz sichern.

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