Miller nimmt den Mund voll

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Miller sieht Sprung von Moto3 zu MotoGP gelassen

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"Ein MotoGP-Bike ist auch nur ein Motorrad - mit zwei Reifen und einem Motor."

So frech konterte Jack Miller am Donnerstag in Aragon Fragen über seinen gewagten Sprung aus der Moto3 in die MotoGP.

"Ich glaube, mit ausreichend Zeit und der richtigen Einstellung sollte es kein Problem sein", führte der Australier aus.

Vergangene Woche hatte Miller bei LCR Honda unterschrieben und es damit als erster Pilot in der neueren Geschichte direkt von der untersten in die oberste Kategorie der Motorrad-WM geschafft.

"Warum auch nicht?"

Dass ihm dadurch verpasste Moto2-Erfahrungen in Zukunft fehlen werden, glaubt er nicht: "Ich verpasse damit nur ein 600cc-Motorrad mit weniger Power und weniger Elektronik. Was ich dort versäume, gewinne ich durch meine zusätzlichen Jahre in der MotoGP sicher zurück."

"Mein Ziel war immer, gegen die besten Fahrer der Welt anzutreten. Als sich diese Chance geboten hat, habe ich sie genutzt. Warum auch nicht?", fragte Miller.

Seine künftigen Konkurrenten zeigten sich etwas skeptischer als Miller selbst.

"Er sollte sich genügend Zeit nehmen und die Sache langsam angehen. Der Schritt ist groß und Jack sehr mutig, ihn zu wagen", sagte Valentino Rossi.

Marquez hätte es sich nicht getraut

"Das Motorrad wird sich komplett anders verhalten als er es gewohnt war, sowohl auf der Bremse, als auch beim Speed oder den Reifen. Er sollte sich Schritt für Schritt herantasten."

Ausnahmekönner Marc Marquez hätte sich einen solchen Schritt nicht zugetraut.

"Als ich in der 125er-WM gefahren bin, habe ich mich noch nicht für die MotoGP gewappnet gefühlt. Ich habe mich für zwei Jahre in die Moto2 begeben, weil ich das Gefühl hatte, dass es notwendig sei", sagte der Weltmeister.

Miller entgegnete ihm selbstbewusst: "Ich bin ja auch etwas größer und kräftiger als er damals war."

Test in Valencia

Dennoch ist dem Australier klar, dass sich sein Trainingspensum steigern muss.

"Ein Sprung von ca. 80 Kilo Motorradgewicht auf ungefähr 150 - das wird schon heftig. Ich muss auf jeden Fall Muskelmasse aufbauen. Das wird aber nicht vom einen auf den anderen Tag gehen", so Miller.

Beim Test in Valencia wird der Australier zum ersten Mal auf seiner neuen Honda Platz nehmen. Nur einen Tag nachdem er beim Saisonfinale seine Moto3-KTM zum letzten Mal ausführen darf.

"Das ist bereits zu 99 Prozent fix. Ebenso ist zu 99 Prozent fix, dass ich beim ersten Test wahrscheinlich schon auf dem Zielstrich die Bremsen betätigen werde", scherzte Miller.

Am liebsten würde er freilich als Weltmeister in die MotoGP aufsteigen. "Das wird aber noch ein harter Kampf mit Alex Marquez und Alex Rins. Aber der Titel ist mein Ziel."

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