KTM-Kampfansage: "Nehmen jetzt richtig Fahrt auf"

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KTM und das Comeback in der Motorrad-WM: Zu Saison-Halbzeit bereits eine absolute Erfolgsgeschichte.

Zwei Siege in acht Rennen, nur bei einem Grand Prix nicht am Podest und in der Konstrukteurs-Wertung auf Rang zwei, stellt man mit dem Deutschen Sandro Cortese aktuell sogar den WM-Führenden in der Moto3-Klasse.

"Wir sind absolut zufrieden, weil wir nervös in die Saison gestartet sind, keine Vergleichswerte hatten und jetzt um den WM-Titel kämpfen", gesteht KTM-Motorsportchef Pit Beirer im Gespräch mit LAOLA1.

Stolz auf die Eigenproduktion

"Jetzt nehmen wir aber erst richtig Fahrt auf", führt der 39-Jährige aus. "Wir haben mit dem Werksteam nun alle Veränderungen in der eigenen Hand und müssen nicht bei fremden Leuten um Updates bitten."

Im Vergleich zu früheren WM-Engagements der Mattighofener, hat man in der Moto3 heuer ein reinrassiges Werksteam am Start. Das eingesetzte Motorrad - Made in Austria.

"Wir sind genau auf dem richtigen Weg. Wir haben das Motorrad alleine gebaut und mit Teamchef Aki Ajo und seinen erfahrenen Technikern die besten Partner an der Strecke", schwärmt Beirer.

Cortese als Joker

Auch für "seinen" WM-Leader Cortese hat der Deutsche nur Lob übrig: "Sandros Erfahrung hat sehr viel dazu beigetragen, dass wir jetzt so weit sind. Ein Paket ist immer nur so stark, wie es der Fahrer auf die Strecke transportieren kann."

Am vergangenen Sonntag feierte Cortese einen umjubelten Heimsieg am Sachsenring unter widrigsten Umständen. "Es waren schwierige Bedingungen, alle wurden nervös und genau in dieser Minute war er bärenstark und schnappte sich den Sieg."

In der WM-Wertung liegt der Deutsche neun Rennen vor Saisonende 18 Zähler vor Honda-Speerspitze Maverick Vinales. Den Erfolg des Comeback-Jahres will man bei KTM aber nicht allein am möglichen Titelgewinn messen.

Ein voller Erfolg

"Dieses Projekt ist schon jetzt als Erfolg zu werten. Ein Platz in den Top-3 ist realistisch und den werden wir uns auch erkämpfen. Wenn es zum i-Tüpfelchen reichen sollte, dann wird man unsere Freudenschreie aber auf der ganzen Welt vernehmen", kündigt Beirer an.

Heuer sind fünf reinrassige Werks-KTM am Start (drei im offiziellen Werksteam, zwei privat eingesetzt). 2013 soll dieses Kontingent sogar auf neun erhöht werden.

"Die besten Teamchefs kommen zu uns und fragen nach unseren Motorrädern", gibt Beirer stolz zu. "Wir haben in einem Maße im Fahrerlager Einzug gehalten, wie wir uns das nie erträumt hätten."

Rot-weiß-roter Hoffnungsschimmer?

Gemeinsam mit Red Bull sorgen die Mattighofener im Paddock der Motorrad-WM wieder für ein Fleckchen rot-weiß-rot. Ob man auch bald wieder einen österreichischen Piloten bewundern darf?

"Es wäre uns nichts lieber, als wenn wir einen österreichischen Fahrer hätten", gesteht Beirer.

Mit Lukas Trautmann (Sieg am Sonntag im zweiten Rennen am Sachsenring) fährt zumindest eine Nachwuchshoffnung im Red Bull Rookies Cup mit - auf einer KTM.

Michael Höller

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