Marquez stürmt vom letzten Platz zum Sieg

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Das verregnete Moto2-Rennen in Valencia war die Show von Marc Marquez, der sich bei regnerischen Bedingungen vom letzten Startplatz bis auf Position eins nach vorne arbeitete und gewann.

Der Spanier hatte nach einer Strafe wegen einer Kollision mit Simone Corsi im Training von ganz hinten ins Rennen gehen müssen und sorgte für Staunen, als er sich durch das Feld pflügte.

Sein letztes Opfer war Julian Simon, der nach langer Führung doch noch mit Platz zwei Vorlieb nehmen musste. Dritter wurde Nico Terol, der beim letzten Saisonrennen auf der Strecke, auf der eine Kurve nach ihm benannt worden ist, sein erstes Moto2-Podest feiern durfte.

Blitzstart ändert Strategie

"Ich hatte nicht erwartet, dass es so gut laufen würde, ich dachte anfangs einfach nur, versuch ein gutes Rennen zu fahren und das Beste aus dem Startplatz zu machen", sagte ein überraschter Marquez nach dem Rennen.

Der gute Start änderte aber die Strategie. "Meine erste Runde lief super, also habe ich einfach weiter überholt und mich nach vorn gearbeitet. Um so weiter vor ich kam, desto schwieriger wurde es, ich hatte tolle Fights mit Aegerter und auch Zarco."

Er habe jede Runde 100% gegeben und zwar nicht erwartet nach vorn zu kommen, aber auf einmal war er dann doch da. "Ich war in jeder Kurve am Limit und ich hatte sicher auch etwas Glück, aber man muss es einfach versuchen."

20 Positionen in einer Runde

Marquez' Aufholjagd begann schon beim Start furios, denn bereits nach einer halben Runde hatte er rund 20 Positionen gutgemacht, nach der ersten Runde war er Elfter und nach der zweiten Neunter.

Danach wurde es etwas schwieriger für ihn, da die Gegner stärker wurden und sich das Rennen etwas mehr gesetzt hatte. Es half ihm aber, dass Polesetter Pol Espargaro nach einem Sturz erst hinter ihm wieder aufstieg, Xavier Simeon erging es ähnlich.

Dafür schickte sich Gino Rea an, Marquez das Leben etwas schwerer zu machen, da er sich zunächst hinter dem Spanier mit nach vorne zog.

Entschuldigung nach Überholmanöver

Bald aber schien ihm Marquez nicht mehr schnell genug und der Brite übernahm die Führungsarbeit, als es an Jordi Torres und Thomas Lüthi vorbeiging. Dann war Dominique Aegerter an der Reihe, der nach Simeons Sturz relativ alleine Dritter gewesen war und auf einmal mehr zu tun hatte, als ihm lieb sein konnte.

Um auch wieder für etwas Kontroverse zu sorgen, hatten Aegerter und Marquez kurz Kontakt, als sie eine Kurve anbremsten, doch beide blieben sitzen und der Spanier entschuldigte sich sofort, auch wenn der Schweizer mit seiner Handbewegung nicht unbedingt Versöhnung zum Ausdruck brachte.

Es war in jedem Fall so, dass Marquez nach dem Manöver Dritter und Aegerter hinter Rea Fünfter war. Allerdings kam Rea danach zu Sturz und damit war Aegerter wieder Vierter, wobei er etwas später von hinten Besuch von seinem Landsmann Lüthi bekam.

Blut geleckt

Marquez hatte derweil Blut geleckt und Terol im Blick, der rund drei Sekunden vor ihm lag. Die Lücke war bald weg und mit einem recht bestimmten Manöver Marquez bald Zweiter. Wieder waren es einige Sekunden, die er gutmachen musste und die Runden wurden weniger - sieben hatte er noch.

Der Weltmeister ließ sich aber nicht aufhalten, er gab Gas und die Lücke schmolz und schmolz.

Auf Chance gewartet

In der 24. Runde war der Anschluss schließlich hergestellt und ausnahmsweise zeigte Marquez etwas Geduld.

Statt sofort anzugreifen, wartete er auf Start-Ziel und fuhr erst dort nach vorne. In den letzten zwei Runden ließ er sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und fuhr unter dem Jubel der versammelten Fans zu einem nicht für möglich gehaltenen Sieg, bevor er in der Auslaufrunde Feuerwerksköper zündete. Simon blieb Platz zwei, Terol Rang drei.

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