Moto2: Zarco ist erneut das Maß aller Dinge

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Chaos, technische Defekte, Stürze, Überholmanöver, abbauende Reifen und eine schwarze Flagge: Das Rennen der Moto2 ließ keine Wünsche offen. Trotz all der Unwägbarkeiten des Rennens war das Ergebnis am Ende doch ein vertraut gewordenes Bild: WM-Leader Johann Zarco setzte sich durch und gewann letztlich überlegen in Misano vor Esteve Rabat. Überraschung dahinter: Takaaki Nakagami fuhr als Dritter auf das Podest und beendete damit eine knapp zweijährige Durststrecke für ihn.

Die tragischen Helden des Rennens waren Dominique Aegerter und Jonas Folger. Aegerter führte in der Anfangsphase, wurde dann aber von Alex Rins abgeschossen. Beide setzten ihr Rennen noch fort, doch bei Aegerter hing der Auspuff vom Motorrad. Rins dagegen griff überrundet in den Kampf um die Spitzenpositionen ein und wurde deshalb mit der schwarzen Flagge bedacht. Folger war bärenstark unterwegs und lag zwischenzeitlich auf Rang zwei, seine Reifen gingen jedoch früh in die Knie und der Deutsche musste sich mit Rang fünf begnügen.

Ellbogen an Ellbogen

Beim Start behielt Johann Zarco seine Spitzenposition. Er musste sich jedoch energisch gegen Dominique Aegerter und Alex Rins verteidigen. Weltmeister Esteve Rabat kam nicht gut weg und lag nach zwei Sektoren nur auf Rang acht. Die ersten Drei hatten nach einer Runde schon eine Sekunde Vorsprung auf die Verfolger. Zarco kreuzte die Start-Ziel-Linie als Erster vor Aegerter und Rins. Aegerter und Zarco duellierten sich hart und benutzten dabei sogar ihre Ellenbogen.

Ihre Fights erlaubten es den Verfolgern, wieder aufzuschließen. Hafizh Syahrin auf Rang vier fuhr im zweiten Umlauf die schnellste Rennrunde. Unterdessen verabschiedete sich Mika Kallio per Highsider ausgangs Turn acht. In Runde überholte Rins Zarco und war damit neuer Zweiter. Jonas Folger lag nach einer schlechten ersten Runde wieder auf Platz neun, Sandro Cortese auf Rang zwölf.

Rins schießt Aegerter ab

Nach vier Runden entstand hinter den ersten Fünf, Aegerter, Rins, Zarco, Syahrin und Simone Corsi eine Lücke zum restlichen Feld. Damit war es jedoch bald vorbei. Rins versuchte es in Turn 14 mit einem zu optimistischen Manöver gegen Aegerter. Die Folge: Beide crashen und mussten die Segel streichen. Dadurch reduzierte sich die Spitzengruppe auf Zarco, Syahrin und Corsi. Kurz danach lag Alex Marquez ebenfalls im Kies.

Corsi schnappte sich kurz darauf Syahrin für Platz zwei. Unbemerkt davon die Aufholjagd Folgers. Nach acht Runden lag der Deutsche schon in den Top-3. Cortese lag auf Position zehn, Marcel Schrötter auf Rang elf. In Runde neun ging auch Takaaki Nakagami an Syahrin vorbei. Der Malaie fällt immer weiter zurück. Folger dagegen drehte die schnellste Rennrunde und kam damit auch Corsi immer näher.

Rins wird disqualifiziert

Zarco drehte an der Spitze die Pace etwas auf und setzte sich weiter von Corsi und Folger ab. Der Deutsche konnte sich in Runde zwölf endlich am Italiener vorbeiquetschen und die zweite Position übernehmen. Der Abstand zu Zarco betrug zu diesem Zeitpunkt jedoch schon knapp zwei Sekunden. Zehn Runden vor Schluss holte sich Corsi die zweite Position wieder von Folger zurück, während Nakagami dem Duo näher kam. Drama einige Positionen dahinter: Bei Sam Lowes trat ein mechanischer Defekt auf und der Brite musste seine Speed Up am Streckenrand abstellen.

Kurz darauf ging auch Nakagami an Folger vorbei. Der Deutsche konnte die Pace vorne nicht mehr halten. Sieben Runden vor Schluss war auch Rabat an Folger vorbei. Rabat kämpfte sich gemeinsam mit Nakagami weiter nach vorne. Mit noch sechs Runden auf der Uhr waren beide an Corsi vorbei. Damit führte Zarco einsam vor Nakagami, Rabat, Corsi und Folger. Ein spannender Fight um Rang zwei entbrannte drei Runden vor Schluss. Über mehrere Kurven duellierten sich Rabat und Nakagami, ehe der Weltmeister sich durchsetzen konnte. Rins, der das Rennen wieder aufnahm und als überrundeter Fahrer in den Kampf um die vorderen Plätze eingriff, wurde zwei Runden vor Schluss disqualifiziert. Der Spanier sah die schwarze Flagge.

Von dem ganzen Chaos unbehelligt fuhr WM-Leader Zarco erneut zu einem triumphalen Erfolg. Der Franzose überquerte den Zielstrich als Erster vor Rabat, Nakagami, Corsi und Julian Simon. Jonas Folger rettete Platz sechs vor Lorenzo Baldassarri, Sandro Cortese, Luis Salom und Thomas Lüthi. Die letzte Punkte holten Axel Pons, Xavier Simeon, Azlan Shah, Randy Krummenacher und Anthony West. Zarcos Vorsprung in der Gesamtwertung wird immer größer. Nach 13 Rennen führt er nun mit 274 Punkten fast mit 100 Zählern Vorsprung auf Rabat (181) und Rins (164). 

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