Zeigt Audi auch heuer allen die Rücklichter?

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Am kommenden Samstag ist es wieder soweit, die Motoren heulen auf und die Landstraßen um den Circuit Bugatti verschmelzen zum 13,6 Kilometer langen Circuit des 24 Heures.

An der Spitze des Klassements duellieren sich die beiden Hersteller mit den meisten Le-Mans-Siegen, Porsche (16) ist auf der Suche nach der Dominanz der 80er Jahre und fordert Seriensieger Audi (13), der all seine Titel in den letzten 15 Jahren gewinnen konnte.

Doch auch ein Österreicher will ein Wörtchen um den Gesamtsieg mitreden, vier seiner Landsmänner jagen in ihren Kategorien den Klassensieg.

Der Mythos Le Mans - Mensch, Maschine und Tod

Die Strecke, die ursprünglich die Orte Le Mans und Mulsanne verband, wird seit 1923 für das wohl bekannteste Motorsport-Event der Welt benutzt, insgesamt wird heuer zum 83. Mal das 24-Stunden-Rennen ausgetragen.

Le Mans steht für Ruhm und Ehre, Wagemut und Leidenschaft, den ultimativen Beweis der Leistungsfähigkeit für Mensch und Maschine. Zum Mythos Le Mans gehört aber auch seit jeher der Tod. 117 Menschenleben forderte das Rennen in seiner 92-jährigen Geschichte.

Der schlimmste Unfall, dem 84 Menschen zum Opfer fielen, jährt sich heuer zum 60. Mal. 1955 überschlägt sich Mercedes-Pilot Pierre Levegh nach einer Kollision, sein Wagen springt über die Strohballen am Straßenrand und erschlägt 83 Zuseher, 120 weitere werden zum Teil schwer verletzt.

In den 80er Jahren werden die Top-Speeds der Fahrzeuge zur Gefahr

Man verbessert die Sicherheitsvorkehrungen, aber Garantien gibt es bei den in Le Mans gefahrenen Geschwindigkeiten keine. Gerade die Hunaudieres-Gerade erweist sich in den 80er Jahren als Todesfalle. Die immer stärker werdenden Turbo-Motoren beschleunigen die Wagen auf bis zu 405 km/h (Rekord: Roger Dorchy 1988, in einem WM P87).

Fehler, von Mensch und Maschine, enden mehrfach tödlich, so auch für den Österreicher Jo Gartner. Der Wiener stirbt 1986, nachdem sein Porsche 962C wegen einer gebrochenen Hinterradaufhängung bei über 300 km/h in die Leitplanke rast.

Als Konsequenz wird die Gerade 1990 durch eine Schikane entschärft, zudem wird von der FIA seither keine Strecke mehr lizensiert, die eine Gerade mit einer Länge von über zwei Kilometern aufweist.

Dass Le Mans trotz aller Verbesserungen auch in der Neuzeit gefährlich bleibt, beweist der Unfalltod des Dänen Allan Simonsen im Jahr 2013.

Was wie ein normaler Rennunfall aussieht, bei dem sein Aston Martin in der Leitplanke kracht, endet durch eine unglückliche Fügung tödlich. Ein Baum steht zu nahe an der Leitplanke, und verhindert, dass diese ihre Schutzwirkung entfalten kann.

Alle Augen auf 2015

Porsche will Seriensieger Audi fordern

Auch dieses Jahr gibt es Bedenken bei den Teams, die immer höher werdenden Geschwindigkeiten der letzten Jahre sorgen für Kopfzerbrechen. Als kritisch werden dabei weniger die hohen Topspeeds auf der Geraden gesehen, sondern vielmehr die gigantischen Kurvengeschwindigkeiten der LMP1-Boliden.

"Im Jahr 2000 sind wir mit 220 km/h durch die Porsche-Kurven gefahren, 2014 mit 265 km/h. Und wir werden nicht langsamer", so Ralf Jüttner vom Team Joest Audi zu "Motorsport-Total". Dafür sei die Strecke nur bedingt ausgelegt.

Zudem erwarten viele Experten einen neuen Rundenrekord, da die Zeiten bei den bisherigen Läufen der Langstrecken-WM eine massive Verbesserung zum Vorjahr darstellen. Ein Zugewinn von bis zu vier Sekunden pro Runde steht im Raum. 

Als Favoriten gehen dabei Seriensieger Audi und Porsche ins Rennen. Die Zuffenhausener haben das wohl schnellste Auto im Feld, die Ingolstädter zeigen sich aber im Verlauf der aktuellen Saison deutlich stabiler und führen daher auch die Weltmeisterschaft an.

Bei den Testfahrten Ende Mai trennen die beiden Hersteller rund 1,2 Sekunden, wobei noch niemand die Karten auf den Tisch gelegt haben dürfte und die Witterungsverhältnisse an beiden Tagen eher bescheiden waren.

Es war allerdings, wie im Laufe der bisherigen WEC-Saison, zu sehen, dass Toyota den Entwicklungsschritt der deutschen Teams im Winter nicht mitgehen konnte. Die Japaner müssen auf ihre Zuverlässigkeit oder aber ein verregnetes Wochenende hoffen.

Newcomer Nissan sorgt mit einem spektakulären Frontantriebs-Design für Aufregung, hat aber noch viel Arbeit vor sich. Zwar hatte man auf der Geraden das schnellste Auto, aber in Kurven konnte man nicht einmal das Tempo der unteren Fahrzeug-Kategorien mitgehen. Probleme im Rennen sind vorprogrammiert.

Auch zwei Österreicher mischen in der "Königsklasse", der LMP1-Kategorie mit: Ex-Formel-1-Pilot Alexander Wurz und Dominik Kraihamer, der im privaten Rebellion-Team (LMP1-L, verzichtet auf Hybrid-Antrieb) bei seinem ersten Saisoneinsatz keine ernsthaften Ambitionen auf den Gesamtsieg haben dürfte. 

Schicksalspaarung: Wurz und Le Mans

2014 muss Wurz mit seinem Toyota-Team in Führung liegend aufgeben

Alexander Wurz blickt auf eine lange Geschichte in Le Mans zurück. 1996 wird er völlig überraschend an der Seite von Manuel Reuter und Davy Jones in einem TWR-Porsche WSC95 zum bisher jüngsten Sieger des berühmtesten 24-Stunden-Rennens der Welt und beflügelt so seine Formel-1-Karriere.

Der Niederösterreicher, der stets davon spricht, dass der Langstreckensport seine große Leidenschaft ist, muss aber bis nach dem Ende seiner Laufbahn in der Königsklasse warten, bis er wieder in Le Mans hinter das Steuer darf.

2008 ist endlich soweit, doch der Fehlerteufel bremst ihn in Führung liegend ein. 2009 darf Wurz aber an der Seite von Marc Gene und David Brabham für Peugeot seinen zweiten Sieg beim Langstrecken-Klassiker feiern. Er stellt damit einen zweiten Rekord auf: Er ist jener Fahrer, mit dem größten Zeitabstand zwischen zwei Siegen (13 Jahre).

Nach starken Jahren von Audi, die insgesamt 13 der letzten 15 Rennen gewinnen konnten, und dem überraschenden Ausstieg von Peugeot dauert es bis 2014, bis Wurz mit seinem aktuellen Toyota-Team wieder um den Gesamtsieg mitkämpfen kann.

Er liegt bis zum Sonntagvormittag in Führung, dann bringt ihn ein defekter Sensor, der einen Kurzschluss produziert und den Kabelbaum in Flammen setzt, um den Triumph. Auf das "Fünf-Euro-Teil" schimpft der Niederösterreicher heute noch.

In das heurige Event gehen Audi und Porsche als Favoriten, Toyota kann bisher in der WEC nicht ganz mithalten. Dennoch zeigt sich Wurz optimistisch:

"Audi und Porsche haben im Winter mehr Fortschritte als wir gemacht. Aber unsere Hoffnung ruht auf mehr Speed und Zuverlässigkeit. Wir haben in Spa noch auf die Low-Downforce-Abstimmung verzichtet. Mit ihr sollten wir in Le Mans näher dran sein an Audi und Porsche als in den bisherigen WEC-Läufen", so der 41-Jährige.

"Aus eigener Kraft können wir dieses Mal nicht gewinnen. Wir werden aber versuchen, das Beste herauszuholen. Vielleicht scheitern die anderen daran. Aufgegeben wird ein Brief."

56 Autos - 168 Fahrer - 5 Österreicher

Neben Alex Wurz und Dominik Kraihamer, die in der LMP1-Kategorie um den Gesamtsieg kämpfen, sind drei weitere Österreicher am Start. 

In der LM GTE Pro geht Richard Lietz am Steuer eines Porsche 911 RSR an den Start. Für den Niederösterreicher ist es der neunte Le-Mans-Start in Serie, drei Mal konnte er bereits den Klassensieg feiern. Auch heuer zählt er wieder zu den Favoriten.

In der LM GTE Am gehen der Steirer Klaus Bachler im Porsche 911 RSR und Debütant Mathias Lauda im Aston Martin Vantage an den Start.

Der Vorarlberger Christian Klien, der die WEC-Saison in einem LMP2-Auto bestreiten sollte, zittert noch um einen Einsatz. Sein ursprüngliches Team löste sich schon vor Saisonstart wegen Finanzproblemen auf, die ersten beiden Rennen bestritt er in der LMP1-Klasse für das "österreichische" Team ByKolles.

In Le Mans testete der ehemalige F1-Pilot für das chinesische KCMG-Team einen Oreca-Judd-LMP2, könnte aber nur dann im Rennen zum Einsatz kommen, wenn einer der 56 Teilnehmer zurückzieht. Dann würde sein Auto mit der Nummer 49 als erstes Team nachrücken.

 

Das komplette Starterfeld 2015:


Alexander Neuper

Team  

Motor

#

Fahrerpaarung

Toyota Racing

3.7 L V8

1

A. Davidson / Sébastien Buemi / Kazuki Nakajima 

2

<span style=\'color: #ff0000;\'>Alex Wurz / Stéphane Sarrazin / Mike Conway 

<span style=\'color: #ff0000;\'>Team ByKolles

AER V6-BiTurbo

4

Simmon Trummer /Pierre Kaffer / Tiago Monteiro

Audi Sport Team Joest

4.0 L V6 TDI

7

André Lotterer / Benoit Tréluyer / Marcel Fässler 

8

Oliver Jarvis / Lucas di Grassi / Loic Duval 

9

Marco Bonanomi / Filipe Albuquerque / René Rast 

Rebellion Racing

AER V6-BiTurbo

12

Nicolas Prost / Nick Heidfeld / Mathias Beche 

13

<span style=\'color: #ff0000;\'>Dominik Kraihamer / A. Imperatori / Daniel Abt 

Porsche Team

2.0 L Turbo V4

17

Timo Bernhard / Mark Webber / Brendon Hartley 

18

Romain Dumas / Neel Jani / Marc Lieb 

19

Nico Hülkenberg / Earl Bamber / Nick Tandy 

Nissan Motorsport

3.0 L Turbo V6

21

Tsugio Matsuda / Lucas Ordónez / M.Shulzhitskiy

22

Harry Tincknell / Alex Puncombe / Michael Krumm 

23

Olivier Pla / Jann Mardenborough / Max Chilton

Team

Chassis

#

Fahrerpaarung<span style=\'color: #999999; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 11px; background-color: #f6f6f6;\'>

G-Drive Racing

Ligier JS P2

26

Rusinov / Canal / Bird

SMP Racing

BR01

27

Mediani / Markozov /Miassian

G-Drive Racing

Ligier JS P2

28

Yacamán / González / Derani

Pegasus Racing

Morgan LMP2

29

Roussel / Tung / Cheng

Extreme Speed

HPD ARX-03b

30

Sharp / Dalziel / Hansson

31

Brown / v.Overbeek / Fogarty

OAK Racing

Ligier JS P2

34

Cumming / Estre / Vanthoor

35

Nicolet / Merlin / Maris   

Signatech Alpine

Alpine A450b

36

Panciatici / Chatin / Capillaire

SMP Racing

BR01

37

Aleshin / K. Ladygin / A. Ladygin

Jota Sport

Gibson 015S

38

Dolan / Evans / Turvey

Krohn Racing

Ligier JSP2

40

Krohn / Jönsson / Barbosa

Greaves Motorsport

Gibson 015S

41

Hirsch / Paletou / Lancaster

Strakka Racing

Strakka Dome S103

42

Leventis / Watts / Kane

Team SARD Morand

Morgan LMP2

43

Webb / Ragues / Amberg

Ibanez Racing

Oreca 03R

45

Ibanez / Perret / Bellarosa

Thiriet by TDS Racing

Oreca 05

46

Thiriet / Badey / Gommendy 

KCMG

Oreca 05

47

Howson / Bradley / Lapierre

Murphy Prototypes

Oreca 03R

48

Chandhok / Patterson / Berthon

Team

Auto

Motor

 #

Fahrerpaarung 

AF Corse

Ferrari 458 Italia GT2

4.5 L V8

51

Bruni / Vilander / Fisichella

Corvette Racing-GM

Corvette C7.R

5.5 L V8

63

Magnussen / Garcia / Briscoe

64

Gavin / Milner / Taylor

AF Corse

Ferrari 458 Italia GT2

4.5 L V8 

71

Rigon / Calado / Beretta

Team Manthey

Porsche 911 RSR

4.0 L B6

91

<span style=\'color: #ff0000;\'>Lietz / Christensen / Bergmeister 

92

Pilet / Makowiecki / Henzler / Pilet 

Aston Martin Racing

Vantage GTE

4.5 L V8

95

Sörensen / Thiim / Nygaard 

97

Turner / Mücke / Bell 

Aston Martin Racing V8

Vantage GTE

4.5 L V8

99

Rees / MacDowall / Stanaway

Team

Auto

Motor

#

Fahrerpaarung

Larbre Compétition

Chevrolet Corvette C7.R

5.5 L V8

50

Roda / Ruberti / Poulsen

Riley Motorsports

SRT Viper GTS-R

8.4 L V10

53

Bleekemolen / Keating / Miller

AF Corse

Ferrari 458 Italia GT2

4.5 L V8

55

Cameron / Griffin / Mortimer

61

Mann / Gianmaria / Cressoni

Scuderia Corsa

Ferrari 458 Italia GT2

4.5 L V8

62

Sweedler / Bell / Segal

JMW Motorsport

Ferrari 458 Italia GT2

4.5 L V8

66

Al Faisal / Giermaziak / Avenatti

Team AAI

Porsche 911 RSR

4.0 L B6

67

Chen / Kapadia / Maasen

68

Chen / Vannelet / Parisy

SMP Racing

Ferrari 458 Italia GT2

4.5 L V8

72

Shaytar / Basov / Bertolini

Dempsey-Proton

Porsche 911 RSR

4.0 L B6

77

Dempsey / Long / Seefried

AF Corse

Ferrari 458 Italia GT2

4.5 L V8

83

Perredo / Collard / Aguas

Abu Dhabi-Proton

Porsche 911 RSR

4.0 L B6

88

Ried / <span style=\'color: #ff0000;\'>Bachler / Al Qubaisi

Aston Martin Racing

Aston Martin Vantage GTE

4.5 L V8

96

Goethe / Hall / Castellacci

98

Dalla Lana / Lamy / <span style=\'color: #ff0000;\'>Lauda

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