Porsche bei 24 h von Le Mans Rekord-Gesamtsieger

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Nach Siegen in den ersten beiden Saisonrennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) in Silverstone und Spa-Francorchamps geht Toyota als Favorit in das legendäre 24-h-Rennen von Le Mans.

Das japanische Werksteam strebt im dritten Anlauf nach dem Comeback den Gesamt-Sieg an, doch die deutschen Konkurrenten Audi sowie Rückkehrer Porsche werden etwas dagegen haben.

Daraus ergibt sich die spannende Konstellation, dass gleich drei Hersteller um den prestigeträchtigen Triumph kämpfen.

Rekordhalter

Der letzte Sieg beim 24-h-Klassiker in der LMP1-Klasse liegt zwar lange zurück (1998), dennoch ist Porsche Rekordhalter: 16 Gesamtsiege gehen auf das Konto der Stuttgarter, mit dem 919er Hybrid soll diese Bilanz 2014 weiter aufgebessert werden – zumal Audi mit zwölf Siegen bereits relativ nah aufgerückt ist.

Den ersten Gesamtsieg sicherte sich der Hersteller bereits 1970 und das in beeindruckender Manier: Porsche besetzte das komplette Podium – allen voran die Sieger Hans Herrmann und Richard Attwood im 917 Kurzheck - und setzte sich mit nur sieben gestarteten Fahrzeugen souverän gegen elf Ferrari im sogenannten "Kampf der Titanen" durch.

Der Grazer Helmut Marko, im Jahr darauf gemeinsam mit Gijs van Lennep siegreich, landete damals auf Rang drei.

Zwei Premieren

Im Jahr 1976 sorgte Porsche mit dem Sieg von Jacky Ickx und Gijs van Lennep in einem Porsche 936 mit einem 2,1-Liter-Boxer Turbomotor (550 PS) für zwei Premieren: Nie zuvor hat ein Boxermotor in Le Mans gewonnen - und nie zuvor ein Motor mit Turbolader.

Auch 1977 sowie 1979 ging der Sieg an den deutschen Hersteller aus Stuttgart-Zuffenhausen.

Unvergleichliche Siegesserie

Von 1981 bis 1987 stellte Porsche eine bislang unerreichte Serie von sieben Siegen in Folge auf.

Zudem drehte Hans-Joachim Stuck im Qualifying 1985 die schnellste jemals in Le Mans gefahrene Runde: Seine Zeit von 3:14,80 Minuten - er fuhr im Durchschnitt 251,815 km/h - hat noch immer Bestand.

Danach dauerte es einige Jahre, ehe 1994 Porsche bei verändertem technischen Reglement abermals siegreich war.

Der letzte Triumph

Im Jahr darauf nahm das Werk eine Auszeit in Le Mans, ehe sich die Deutschen 1996 mit Siegen in allen Klassen zurückmeldeten. Nach einem erneuten Sieg 1997 endete die Erfolgsgeschichte Porsches beim "Circuit des 24 Heures" vorerst mit einem Doppelerfolg 1998.

Für Porsche triumphierte das Trio Laurent Aiello, Alan McNish und Stéphane Ortelli in einem 911 GT1 vor Jörg Müller, Uwe Alzen und Bob Wollek.

Aiello bestreitet heuer mit einem von der Porsche AG eingesetzten 911 GT3 Cup übrigens das gemeinsame Meisterschaftsrennen der Porsche Carrera Cups von Frankreich und Großbritannien, das am Samstag vor dem Start des 24-Stunden-Rennens ausgetragen wird.

In Monaco war Webber heuer nur Zuschauer

Wiedersehen macht Freude

Zurück in die Gegenwart: Wenn Formel-1-Pilot Fernando Alonso heute, um 15 Uhr, das Startsignal geben und 56 Fahrzeuge auf die lange Reise schicken wird, ist auch sein Ex-Kollege aus der Königsklasse - Mark Webber - für Porsche am Start.

Alonso freut sich schon auf das Wiedersehen mit seinem Freund: "Wir vermissen ihn in der Formel 1 und ich möchte wissen, wie er sich im Langstreckensport schlägt."

Bislang tat er dies - ebenso wie sein gesamtes Team in der Comeback-Saison - unerwartet gut.

Guter Start

Zum Auftakt in Silverstone gab es durch Webber, Bernhard und Hartley gleich einen Podestplatz hinter den beiden Toyotas.

Beim zweiten Saisonrennen in Spa-Francorchamps verpassten Duman, Jani und Lieb mit Rang vier das Podium nur knapp.

Gute Aussichten also vor dem berühmtesten Langstrecken-Rennen der Welt, zumal sich Webber in seiner neuen Rolle immer wohler zu fühlen scheint.

Begeisterung

"Die Chemie ist eine andere", so der Australier über den Zusammenhalt im Team im Vergleich zu dem in der Königsklasse. "In der Formel 1 ist die Chemie nicht wirklich schlecht, aber auf der Langstrecke ist es komplett anders. Ich war auch in der Formel 1 mit vielen Piloten gut befreundet, aber das ist weniger intensiv, weil man sich das Auto nicht teilen muss."

"Meine Annahme war, dass mir nichts außer der Formel 1 so viel Adrenalin verschaffen könnte, aber dieses Auto schafft es", freut sich Webber über den Fahrspaß im Porsche 919 Hybrid.

Inwieweit ihn das Adrenalin auch in Le Mans beflügeln kann, werden wir heute verfolgen können. Der Sieger des 24-h-Klassikers darf sich dann am morgen Sonntag, um 15 Uhr feiern lassen.

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