5 Österreicher bei Motorsport-Höhepunkt des Jahres

Aufmacherbild
 

Wenn am 14. Juni der Startschuss für das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans ertönt, werden mit Alexander Wurz, Dominik Kraihamer, Christian Klien, Klaus Bachler und Richard Lietz auch fünf Österreicher unter den insgesamt 168 teilnehmenden Fahrern sein.

Zwar starten sie in verschiedenen Klassen der WEC (World Endurance Championship), dennoch werden mit LMP1, LMP2, GTE-Pro und GTE-Am. alle Klassen das Rennen gemeinsam bestreiten, auch wenn sie getrennt gewertet werden.

In der Königsklasse halten dabei Alexander Wurz im Toyota-Werksteam und Dominik Kraihamer bei Rebellion Racing die rot-weiß-roten Fahnen beim Motorsport-Höhepunkt des Jahres hoch.

Kleiner, leichter, schmaler

Alexander Wurz strebt nach 1996 und 2009 ein drittes Mal nach dem Sieg. "Le Mans ist mit keiner anderen Strecke vergleichbar. Ich erwarte ein hartes Rennen, aber habe auch hohe Erwartungen. Wenn ich auf dem Podium bin, will ich auch auf die höchste Stufe."

Allerdings hadert der 40-Jährige mit der Technik, die aufgrund des neuen Reglements verändert wurde. "Ich weiß, dass die Rennsportwelt in die andere Richtung steuert", so der Toyota-Pilot, der gemeinam mit Stephane Sarrazin und Kazuki Nakajika die 24 Stunden bestreitet. "Aber wenn ich ehrlich bin, wünsche ich mir als Fahrer breite Reifen und viel Power aus dem Motor."

Ähnlich wie in der Formel 1 spielt die Effizienz eine immer wichtigere Rolle, die Autos sind 2014 kleiner und leichter geworden, die Reifen schmaler.

Einsames Rennen

Im Gegensatz dazu geht es für Dominik Kraihamer und sein Rebellion-Team in Le Mans nicht um einen Sieg oder Podiumsplatz, sondern in erster Linie darum, die Zielflagge zu sehen.

"Wir sind besser vorbereitet als bei unserem Debüt in Spa im vergangenen Monat, dennoch sind unsere Erwartungen für das 24-h-Rennen nur gering. Unsere eigene Zuverlässigkeit ist nicht komplett bewiesen, also bereiten wir uns auf ein schwieriges Rennen vor", sagt Teammanager Bart Hayden.

Nach der Absage des zweiten Privatteams, Lotus, hat Rebellion auch kaum eine richtige Konkurrenz: Gegen Audi, Porsche und Toyota hat man keine Chance, auf der anderen Seite ist der Vorsprung auf die LMP2-Klasse deutlich.

"Unsere Performance reicht nicht einmal annähernd an jene der Werksteams, die aber auch ganz andere Möglichkeiten haben", konstatiert Kraihammer, der gemeinsam mit Andrea Belicchi und Fabio Leimer antritt, realistisch.

"Vollstes Vertrauen"

Das Morand-Team von Ex-Formel-1-Pilot Christian Klien nimmt in der LMP 2 wiederum einen Podestplatz ins Visier.

Zum Auftakt gab es in Silverstone für den Österreicher gemeinsam mit Gary Hirsch und Romain Brandela bereits einen dritten Platz, im zweiten Rennen in Imola lagen sie in Führung, mussten aber aufgrund eines Defekts ihres Morgan-Judd aufgeben.

"Bei den 24 Stunden von Le Mans sollten wir meiner Meinung nach gut aussehen", erklärt Teamchef Benoit Morand. "Es läuft großartig. Jeder erledigt seinen Teil der Aufgabe. Ich habe im Hinblick auf Le Mans volles Vertrauen in Christian, Gary und Romain."

Die Zielsetzung? "Ein gutes Ergebnis einfahren. Wir nehmen einen Podestplatz ins Visier." Bei der Le-Mans-Premiere im vergangenen Jahr sprang schon mal ein fünfter Platz heraus.

"Wollen unbedingt den Sieg"

In der Klasse der seriennahen Fahrzeuge geht Richard Lietz als Titelverteidiger mitsamt seinen Teamkollegen Marco Holzer und Frédéric Makowiecki im Porsche 911 RSR mit breiter Brust in das 24-Stunden-Rennen.

"Meine Teamkollegen und ich wollen unbedingt den Sieg. Denn eines ist klar: Ein Erfolg in Le Mans stellt vom Prestige her alles in den Schatten", so Rietz, der das Rennen in der Klasse GTE-Pro bereits dreimal (2007, 2010, 2013) gewinnen konnte.

"Obwohl das Rennen 24 Stunden dauert, darfst du dir nicht den kleinsten Fehler erlauben, sonst hast du keine Chance. Du musst immer voll konzentriert sein, vor allem auch in der Nacht, denn obwohl die Strecke so lang ist, bist du eigentlich nie allein. Entweder kommen von hinten die superschnellen Sportprototypen angeflogen oder du läufst auf langsamere Konkurrenten auf. Irgendwas ist immer los."

Premiere

Auch in der Klasse GTE-Am geht mit Klaus Bachler ein Österreicher - ebenfalls im Porsche 911 RSR - gemeinsam mit Christian Ried und Khaled AL Qubaisi auf die lange Reise.

Für den Steirer ist es der erste Auftritt an der Sarthe, bei seinen bisherigen Einsätzen heuer wusste er ebenso zu überzeugen wie im Vortest auf dem knapp 14 km langen Kurs, wo er ausgezeichnete Zeiten erzielte.

"Einfach großartig. Auf so einer Strecke fahren zu dürfen, ist der absolute Hammer. Wenngleich ich natürlich auch sagen muss, dass das kein Kinder-Geburtstag ist", zeigt sich der 22-Jährige, der sich mit der Teilnahme einen großen Traum erfüllt, begeistert.

Mit dem Test selbst ist der Steirer zufrieden: „Wir haben eine gute Abstimmung gefunden, waren auch punkto Zeiten gut unterwegs. Jeder gefahrene Kilometer bringt dich ein Stück weiter.“

Was er sich bei seinem Le Mans-Debüt erwartet? „Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, würde ich gerne das Rennen nach 24 Stunden ohne gröbere Zwischenfälle beenden. Denn wenn du in Le Mans die Zielflagge siehst, ist das schon ein Erfolg."

"Wir werden alles versuchen, um unsere beiden 911 RSR ins Ziel zu bringen. Wir haben bei den Fahrerbesetzungen eine perfekte Mischung aus guten Profis und erfahrenen Amateuren und ich bin sicher, das wird der Schlüssel zum Erfolg", ist Bachlers Teamkollege Ried guter Dinge, dass der Wunsch des Steirers in Erfüllung geht.

Henriette Werner

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen