Die sieben brennendsten Fragen zur Langstrecken-WM

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FIA World Endurance Championship (WEC) - unter diesem etwas sperrigen Namen startet am Wochenende mit den "12 Stunden von Sebring" der Prototypen-Sport in eine neue Zeitrechnung.

Erstmals seit 1992 vergibt die FIA wieder einen WM-Titel auf der Langstrecke.

LAOLA1 hat die sieben brennendsten Fragen inkl. Antworten zur neuen Rennserie:

Was ist die Langstrecken-WM?

Die World Endurance Championship (WEC; deutsche Bezeichnung: Langstrecken-WM) ist ein Gemeinschaftsprojekt von ACO (Veranstalter der "24 Stunden von Le Mans") und dem Automobil-Weltverband FIA.  Startberechtigt sind Sport-Prototypen und GT-Fahrzeuge, die sich in Ausdauer-Rennen in diversen Klassen um diverse Titel (einige davon unter WM-Prädikat) duellieren. Die Serie geht aus dem "Intercontinental Le Mans Cup" hervor, der seit 2010 ausgefahren wurde.

Warum wurde diese Serie gegründet?

Die großen Automobil-Hersteller argumentieren seit Jahren damit, dass man aus dem Langstrecken-Sport viel mehr Innovationen und Erkenntnisse für die Serien-Produktion mitnehmen könne, als aus der technisch abgehobenen Formel 1. Aus Marketing-Sicht gab es bislang aber mit Le Mans nur ein Wochenende im Jahr, wo den Herstellern die gewünschte Medienpräsenz zukam. Peugeot und Audi forcierten bei ACO und FIA die Schaffung einer eigenen Serie.

Der Prototypen-Sport lag bei der FIA seit dem Aus der einst prestigeträchtigen Sportwagen-WM im Jahr 1992 brach. Für den Weltverband ist die WEC die große Chance, eine für Auto-Hersteller attraktive Serie außerhalb des Einflussbereichs von Bernie Ecclestone hochzuziehen.

Welche Marken und Autos fahren mit?

In der Königsklasse LMP1 treten nach dem Ausstieg von Peugeot mit Audi und Toyota nur zwei Hersteller im Duell um den Konstrukteurs-Titel an. In der GT-Klasse sind Chevrolet Corvette, Ferrari und Porsche als offizielle Manufacturer eingeschrieben.

Daneben gibt es eine Menge privat eingesetzter Boliden. So bringt etwa Lotus einen Semi-Werkswagen in der LMP2-Klasse an den Start, aber auch Nissan engagiert sich in dieser Kategorie. In der LMP1 gibt es Honda- und Mazda-betriebene Boliden. In der GT-Klasse wird man auch Aston Martin bewundern können.

Welche Österreicher fahren mit?

Drei Österreicher nehmen an der WEC teil: Alexander Wurz fehlt zwar beim Auftakt in Sebring, bestreitet aber alle nachfolgenden Rennen. Zukunftshoffnung Dominik Kraihamer nimmt für das OAK-Team in einem Pescarolo-Judd ebenfalls an allen Rennen teil.

In der GT-Klasse geht Porsche-Werksfahrer Richard Lietz auf den Titel los. Sein Werks-Kollege Martin Ragginger steht in Sebring ebenfalls am Start, tritt dort aber nur in der Wertung der „American Le Mans Series“ an. Nicht ausgeschlossen, dass der Salzburger heuer aber auch in der WM-Wertung sein Talent versuchen darf.

Wer sind die prominentesten Piloten?

Im Starterfeld des Auftakt-Rennens in Sebring finden sich elf Piloten mit F1-Erfahrung. Der berühmteste davon dürfte Nick Heidfeld sein, der für das Schweizer Rebellion-Team antritt. Daneben starten auch Giancarlo Fisichella (229 GP-Starts), Stefan Johansson (79), Pedro Lamy (32), David Brabham (24), Gianmaria Bruni (18), Alan McNish (16), Jean-Christophe Boullion (11), Karun Chandhok (11), Olivier Beretta (10) und Stephane Sarrazin (1).

Im Laufe der Saison werden weitere Ex-F1-Fahrer hinzu kommen. Toyota etwa baut neben Wurz in Le Mans auf die F1-erprobten Piloten Kazuki Nakajima, Sebastien Buemi  und Anthony Davidson. Auch Sebastien Bourdais, Martin Brundle oder Jan Magnussen werden heuer noch Rennen bestreiten.

Wie sieht der Rennkalender aus?

Der Rennkalender umfasst acht Läufe. Der Auftakt in Sebring erfolgt als 12-Stunden-Rennen, den Saisonhöhepunkt bilden am 16. und 17. Juni die „24 Stunden von Le Mans“. Daneben gibt es jeweils 6-Stunden-Rennen in Spa (5. Mai), Silverstone (25. August), Sao Paulo (15. September), Bahrain (29. September), Fuji (14. Oktober) und Shanghai (27. Oktober).

Ist das Starterfeld der WM gleich mit dem der "24 Stunden von Le Mans"?

Nein. Für die WEC sind insgesamt 30 Autos eingeschrieben. Diese haben damit auch ihren Startplatz in Le Mans fix. Die weiteren 25 Plätze füllen die Veranstalter - wie bisher üblich - nach einem Qualifikations- und Einladungs-System auf.

Michael Höller

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