Wurz könnte mit Sieg in Le Mans Geschichte schreiben

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Auch bei der 81. Auflage des Motorsport-Klassikers von Le Mans sind am kommenden Wochenende mit Alexander Wurz, Dominik Kraihamer und Richard Lietz drei Österreicher am Start.

Wurz wieder im Hybrid-Toyota in der Königsklasse LMP1 und Lietz in einem Porsche 911 in der GTE-Profiklasse bringen die Erfahrungen von jeweils zwei Siegen bei diesem legendären 24-Stunden-Rennen mit.

Kraihamer (Lotus) hat zurückgewechselt in die LMP2. Der Kampf um den Gesamtsieg lautet wie im Vorjahr Audi gegen Toyota.

300.000 Besucher erwartet

Insgesamt 56 Fahrzeuge stehen beim Klassiker an der Sarthe, der seit 1923 gefahren wird und bei seinem 90-jährigen Jubiläum mehr denn je als größtes, wichtigstes und spektakulärstes Automobil-Langstreckenrennen der Welt gilt, am Samstag (15.00 Uhr, live ORF 1, Eurosport) am Start.

Bis zu 300.000 Besucher werden an der Strecke sein, auch wenn in der LMP1 nur noch acht Fahrzeuge um den Gesamtsieg kämpfen. Darunter drei Fahrzeuge von Seriensieger Audi (11 Siege in den jüngsten 13 Rennen) sowie zwei Toyotas.

Während die wie immer vom Österreicher Wolfgang Ullrich angeführte Audi-Truppe wieder auf den Diesel-Hybrid R18 setzt, hoffen die Japaner im zweiten Jahr mit dem benzingetriebenen TSO30 Hybrid bereits siegfähig zu sein. Im Vorjahr war Wurz nach zwischenzeitlicher Führung ausgeschieden, das Rennen endete mit einem Audi-Dreifacherfolg mit Treluyer/Fässler/Lotterer als Siegertrio.

Wurz könnte historischen Sieg schaffen

"Wir waren damals noch nicht so weit, über die komplette Distanz mitzukämpfen. Diesmal aber haben wir ein intensives Wintertestprogramm hinter uns", hofft Wurz, 2013 mit seinem japanischen Boliden sowie seinen Teamkollegen Nicolas Lapierre (FRA) und Kazuki Nakajima (JPN) deutlich besser da zu stehen.

Ein weiterer Erfolg für den erfahrenen Niederösterreicher, der das Rennen an der Sarthe in Zentralfrankreich 1996 mit 22 Jahren (Porsche) zum ersten und 2009 mit 35 Jahren (Peugeot) zum zweiten Mal gewonnen hat, wäre historisch.

Drei Siege in drei verschiedenen Jahrzehnten auf drei Marken und Antriebsystemen hat noch keiner geschafft. "Wenn du einmal gewonnen hast oder am Podium warst, willst du das wieder", erklärte der 39-jährige Wurz, was ihn in Le Mans auch diesmal antreibt. "Dieses Rennen ist eine unglaubliche Mischung aus cooler Geschichte, traditionellem Motorsport und modernster Technologie. Es ist ein Rennen, das ich wirklich liebe", erklärte Wurz vor dem ersten Qualifying am Mittwochabend.

Das Rennen, auf das jeder wartet

Kraihamer fährt nach seinem vorjährigen Ausflug in die Königsklasse wieder in der zweithöchsten Kategorie LMP2 und pilotiert dort zusammen mit Thomas Holzer (SUI) und Jan Charouz (CZE) einen der beiden Lotus Praga T128.

"Das ist das Rennen, auf das jeder Langstreckenfahrer und Motorsportfan das ganze Jahr wartet", ist der 23-jährige Jungspund aus Salzburg überzeugt. Vom Unfall am offiziellen Trainingstag ist "Dodo" vollständig genesen.

In den beiden GT-Klassen tummeln sich nicht nur die meisten Autos (26) sondern diesmal auch besonders viele Formel-1-Piloten wie Giancarlo Fisichella, Kamui Kobayashi oder Bruno Senna. In der Amateurklasse mit dabei ist in einem Porsche auch US-Schauspieler Patrick Dempsey (Grey's Anatomy).

Lietz zum Siebenten Mal dabei

Richard Lietz (29) ist zum bereits siebenten Mal am Start und hat 2007 und 2010 in der GT-Klasse bereits gewonnen. Der Werksfahrer aus Ybbsitz in Niederösterreich peilt daher in seinem Manthey-911er RSR und den Teamkollegen Marc Lieb (GER) und Romain Dumas - der Franzose war schon einmal Gesamtsieger - einen weiteren Podestplatz in der GTE-Pro-Klasse an.

Porsche feiert 50 Jahre 911 und schickt deshalb gleich sechs Werksfahrer an den Start. Das große Comeback für den wie Audi dem VW-Konzern zugehörigen, 16-fachen Le-Mans-Triumphator folgt aber 2014 in der Königsklasse.

Das dementsprechende LMP1-Fahrzeug wurde erst kürzlich in Weissach präsentiert, Projektleiter ist der Österreicher Fritz Enzinger.

 

Gesamtsieger der 24 Stunden von Le Mans seit 1999:

1999: Yannick Dalmas/Pierlugi Martini/Joachim Winkelhock
      (FRA/ITA/GER) BMW V12 LMR

2000: Tom Kristensen/Frank Biela/Emanuele Pirro
      (DEN/GER/ITA) Audi R8

2001: Tom Kristensen/Frank Biela/Emanuele Pirro
      (DEN/GER/ITA) Audi R8

2002: Tom Kristensen/Frank Biela/Emanuele Pirro
      (DEN/GER/ITA) Audi R8

2003: Tom Kristensen/Rinaldo Capello/Guy Smith
      (DEN/ITA/GBR) Bentley Speed 8

2004: Tom Kristensen/Rinaldo Capello/Seiji Ara
      (DEN/ITA/JPN) Audi R8 Team Goh

2005: Tom Kristensen/J.J. Lehto/Marco Werner
      (DEN/FIN/GER) Audi R8 Team Champion

2006: Frank Biela/Emanuele Pirro/Marco Werner
      (GER/ITA/GER) Audi R10 TDI

2007: Frank Biela/Emanuele Pirro/Marco Werner
      (GER/ITA/GER) Audi R10 TDI

2008: Tom Kristensen/Rinaldo Capello/Allan McNish
      (DEN/ITA/GBR) Audi R10 TDI

2009: Alexander Wurz/Marc Gene/David Brabham
       (AUT/ESP/AUS) Peugeot 908 HDi

2010: Romain Dumas/Timo Bernhard/Mike Rockenfeller
       (FRA/GER/GER) Audi R15 TDI

2011: Benoit Treluyer/Marcel Fässler/Andre Lotterer
       (FRA/SUI/GER) Audi R18 TDI

2012: Benoit Treluyer/Marcel Fässler/Andre Lotterer
       (FRA/SUI/GER) Audi R18e-tron quattro

Österreichische Gesamtsiege:

1965: Jochen Rindt/Masten Gregory (AUT/USA) Ferrari 250 LM

1971: Helmut Marko/Gijs van Lennep (AUT/NED) Porsche 917

1996: Manuel Reuter/Davy Jones/Alexander Wurz (GER/USA/AUT) TWR-Porsche

2009: Alexander Wurz/Marc Gene/David Brabham (AUT/ESP/AUS) Peugeot 908 HDi

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