Knalleffekt! Peugeot steigt aus

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Knalleffekt! Peugeot pfeift auf Le Mans

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Peugeot zieht sich sofortiger Wirkung aus dem Prototypen-Sport zurück!

Diese Meldung flatterte per Aussendung der Franzosen am Mittwoch in die Motorsport-Redaktionen dieser Welt.

Der Hersteller wird den seit Monaten in der Entwicklung befindlichen neuen Hybrid-Boliden für 2012 nun doch nicht einsetzen.

Sinkender Absatz sorgt für Ende

Man wolle die finanziellen Mittel aufgrund der kritischen wirtschaftlichen Entwicklungen in Europa künftig für Marketing und Werbe-Maßnahmen im Kerngeschäft konzentrieren, heißt es in der Aussendung. Für Motorsport ist daher kein Platz mehr im PSA-Konzern.

Damit verliert auch die neu eingeführte Langstrecken-WM (WEC) eines ihrer beiden Zugpferde. Gemeinsam mit Audi hatte Peugeot in den letzten Jahren für tolle Duelle und einen großen Popularitäts-Schub des Langstrecken-Sports gesorgt.

Nun drohen die WEC und die "24 Stunden von Le Mans" wieder zu einem Sololauf Audis zu werden. Zwar tritt mit Toyota ein neues Werks-Team in Erscheinung, die Japaner werden 2012 aber nur ausgewählte Rennen bestreiten und wohl (noch) nicht den Speed der Ingolstädter gehen können.

Audi trauert um den Erzrivalen

Gerüchte über einen Ausstieg der Franzosen gab es immer wieder, dennoch galt ein rascher Rückzug als unwahrscheinlich. Vor allem, da der Hybrid-Bolide für das neue Reglement im Grunde bereits fix und fertig in der Garage steht. Der erste Renneinsatz wäre für März bei den "12 Stunden von Sebring" geplant gewesen.

"Audi Sport ist sehr traurig darüber, einen großen Konkurrenten in der LMP1 zu verlieren. Wir werden uns immer an die leidenschaftlichen Kämpfe zurück erinnern. Bye bye!", twitterte der Erzrivale.

Peugeot gewann zwar 14 der letzten 16 Einsätze (inklusive der einzigen beiden Auflagen des Intercontinental Le Mans Cups), konnte bei fünf Teilnahmen bei den "24 Stunden von Le Mans" Audi aber nur einmal bezwingen: 2009 mit Alexander Wurz, David Brabham und Marc Gene am Steuer.

Wurz: "Schockierende Nachricht"

Wurz zeigte sich von dem überraschenden Aus geschockt: "Schockierende Nachricht, dass sich Peugeot aus der WEC zurück zieht! Ähnlich wie der Ausstieg aus der Gruppe C, als sie auch erst bei den Preseason-Tests des 905 den Stecker zogen", twitterte Wurz in Anlehnung auf den 1994 völlig überraschend erfolgten Ausstieg nach zwei Siegen in Folge in Le Mans.

Der Niederösterreicher verließ die Franzosen bereits vor Wochen um als Zugpferd die Entwicklungsarbeit bei Neueinsteiger Toyota zu übernehmen. Eine goldrichtige Entscheidung, wie sich nun herausstellt.

Michael Höller

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