Nach turbulentem Rennen jubelt Audi

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24 Stunden können kurz sein, aber auch sehr lange.

Im Motorsport sind sie definitiv lang. Das hat die 82. Auflage der "24 Stunden von Le Mans" wieder gezeigt.

Am Ende eines turbulenten Rennens mit vielen Zwischenfällen jubelt Audi über einen Doppelsieg und den 13. Erfolg in Le Mans.

Porsche und vor allem Toyota waren über weite Strecken schneller unterwegs. Entschieden wurde das Rennen letztlich aber über die Zuverlässigkeit und die richtigen Reaktionen auf auftretende Probleme.

LAOLA1 fasst die Schlüsselmomente des Rennens zusammen:

Die Stimmen der Sieger:

Dr. Wolfgang Ullrich, Motorsport-Direktor Audi: "Es war ein Rennen, wie man es nur in Le Mans erleben kann. Es gab viele Zwischenfälle und keines der Topautos ist ohne Probleme über die Distanz gekommen. Entscheidend war, dass unsere Audi R18 e-tron quattro 24 Stunden lang konstant schnell fahren konnten, unsere Fahrer keine Fehler gemacht haben und unsere Mannschaft auf die Probleme, die es gab, schnell und richtig reagiert hat. Wir hatten mit Porsche und Toyota zwei wirklich starke Gegner, die uns das Leben wie erwartet nicht leicht gemacht haben. Ich habe immer daran geglaubt, dass wir es trotz der für uns in diesem Jahr besonders schwierigen Voraussetzungen schaffen können und wir das effizienteste Rennauto haben.“

Benoit Treluyer: "Es ist schwierig für mich, mich überhaupt noch unter Kontrolle zu halten. Das war der schwierigste Sieg von allen. Wir waren elf Stunden lang unter Dauerfeuer. Jedes Mal, als wir an die Box kamen, war ich unsicher, ob wir weiterfahren könnten. Ich bin immer noch zu Tränen gerührt, das ist emotional schwer zu verarbeiten. Das Auto war sensationell zu fahren und ich bin so froh, dass wir das Ding noch rumgedreht haben.“

Marcel Fässler: "Das war ein tolles Rennen auch für die Zuschauer. Für uns war es ein körperlich wie mental extrem schwieriges Rennen. Bis zum Morgen haben wir den Toyota gejagt, dann lagen wir in Führung, sind in Probleme geraten, haben trotzdem wieder zurückgeschlagen und können das Resultat jetzt mitnehmen. Es ist das erste Mal, dass wir mit einem Auto mit derart komplexer Hybridtechnologie angetreten sind. Das war sehr herausfordernd."



Crash nach 1:30 Stunden: Im einsetzenden heftigen Regen kommt es zu einer Massen-Kollision, in die mit Audi#3 und Toyota#8 zwei LMP1-Sieganwärter verwickelt sind. Nicolas Lapierre schildert den Unfall aus seiner Sicht: „Auf der Gerade vor der Michelin-Schikane war heftiger Regen. Ich sah einige langsame Autos, aber keines davon hatte die Regenlichter an. Sie waren sehr langsam und ich habe versucht, zu bremsen. Ich bin nicht sicher, ob mich das GT-Auto zuerst berührt hat oder nicht. Ich weiß nicht, was passiert ist. Dann bin ich rechts in eine Mauer geschlagen und dann hat ein GT-Auto alle abgeräumt. Das ist alles, woran ich mich erinnern kann. Da war nichts, was ich hätte tun können.“

Für den Audi ist das Rennen vorbei, der Toyota kann sich in die Box retten und nach langem Reparatur-Stopp weiterfahren. Am Ende sollte sich diese Reparatur bezahlt machen, schaffen es die WM-Leader doch als Dritter noch aufs Siegerpodest.

Toyota-Ausfall nach 14 Stunden: Wurz, Sarrazin und Nakajima machen mehr als die Hälfte des Rennens einen ausgezeichneten Job. Doch dann macht die Technik dem Trio einen Strich durch die Rechnung: Ein Defekt am Kabelbaum stoppt Nakajima in Führung liegend. Keine Chance, das Auto wieder in Schwung zu bringen. Toyota, bis dahin souverän in Führung, muss aufgeben. „Ich könnte weinen“, meint Wurz in einer ersten Stellungnahme. „Die 24 Stunden von Le Mans 14 Stunden anzuführen, jeden Meter zu pushen ... und dann ein technisches Versagen.“

Turbolader-Problem bei Audi#2: Nach 18 Stunden gibt es Aufregung – der führende Audi#2 muss in die Garage. Ein defekter Turbolader wird getauscht – mit zwei Runden Rückstand scheint das Trio Lotterer, Fässler und Treluyer geschlagen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Zum einen geht Lotterer am Vormittag ans Limit, ist der schnellste Mann auf der Strecke und kann Zeit auf Audi#1 und Porsche#20 gutmachen. Zum anderen bekommen auch die beiden vor ihm liegenden Autos technische Probleme.

Turbolader-Problem bei Audi#1: Titelverteidiger Tom Kristensen ist mit seinen Kollegen Lucas di Grassi und Marc Gene auf Kurs zum 10. Sieg. Bis er plötzlich am Streckenrand steht. Von der Box wird ein Neustart des Autos angeordnet, der bringt aber nicht den gewünschten Erfolg. Kristensen muss an die Box – auch am Audi#1 streikt der Turbolader. Der Wechsel des Teils geht schneller, als beim Schwestern-Auto in den Morgenstunde. Dennoch ist nach dem Reparatur-Stopp und drei Runden Rückstand die Sieg-Chance dahin.

Porsche-Aus zwei Stunden vor Schluss: Es entwickelt sich ein Fernduell zwischen Porsche#20 und Audi#2 um den Sieg. Der Porsche hat einen leichten Verbrauchs-Vorteil, der Audi mit Lotterer am Steuer ist allerdings klar schneller. Wer sich am Ende durchgesetzt hätte, bleibt Spekulation: Bei Mark Webber streikt die Ölpumpe. Der Australier rettet sein Auto zwar mit dem Elektro-Antrieb des Hybrid zurück an die Box, dort kommt aber das Aus. Damit liegt Audi#2 unangefochten an der Spitze, sofort wird die Strategie geändert. Ankommen steht im Vordergrund, der 13. Sieg am Ende sicher nach Hause gefahren.

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