Rot-weiß-rote Nullnummer in Le Mans

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Die österreichischen Piloten waren bei den diesjährigen „24 Stunden von Le Mans“ nicht vom Glück gesegnet.

In den Nacht- und frühen Morgenstunden mussten alle drei Österreicher ihre Autos mit Defekten abstellen.

Alexander Wurz (Toyota) und Dominik Kraihamer (Pescarolo-Judd) ereilte ein Motorschaden, bei Richard Lietz (Porsche) streikte das Getriebe.

Beim Restart geht das Pech los

Kurz nach halb zwei machte Wurz den Auftakt zur rot-weiß-roten Nullnummer: Er stellte seinen Toyota mit der Startnummer sieben an der Box ab. Nach einem kurzen Check durch die Mechaniker-Crew war schnell klar, dass man das Rennen nicht wieder aufnehmen könne.

„Wir haben einige positive Aspekte unseres Autos gesehen“, sagte Wurz nach dem Aus. „Wir haben aber auch gesehen, wo wir uns verbessern müssen. Dieses Rennen hat uns gezeigt, woran wir in den kommenden Wochen arbeiten müssen.“

In den ersten sechs Stunden hatte sich das Wurz-Auto mit den Audis an der Spitze duelliert. Kurz vor acht Uhr lag Kazuki Nakajima mit dem Nummer-7-Toyota sogar kurz in Führung. Beim Restart nach einer langen Safety-Car-Phase nach dem schlimmen Crash des Schwestern-Autos von Anthony Davidson begannen aber die Probleme.

Wirbelbrüche bei Davidson

Nach einer Kollision mit dem experimentellen Deltawing-Nissan verlor Nakajma eine Runde an der Box wegen Reparaturen am Chassis. Nur wenige Runden später streikte die Lichtmaschine, wodurch man fast zwei Stunden an der Box stand ehe rund zwei weitere Stunden später der Motor aufgab.

„Trotz der Enttäuschung auf der Strecke: Das Wichtigste ist, dass es Anthony halbwegs gut geht. Ich wünsche ihm das Beste“, kommentierte Wurz. Mittlerweile sind auch die Auswirkungen des Unfalls klar: Davidson brach sich bei dem Abflug mit 330 km/h den elften und zwölften Rückenwirbel.

"Mit einem gebrochenen Rücken in einem französischen Krankenhaus zu liegen, hatte ich zu diesem Zeitpunkt im Rennen eigentlich nicht im Sinn", twitterte Davidson nur wenige Stunden nach seinem Abflug.

Der Brite soll am Montag bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Mit einem Renn-Comeback wird in rund drei Monaten gerechnet.

Auch Lietz und Kraihamer out

Für Richard Lietz war das Rennen kurz vor halb sechs Uhr zu Ende, als das Getriebe seines Porsche die Arbeit verweigerte.

Kurz vor sieben Uhr Früh war dann auch für Dominik Kraihamer Schluss. Teamkollege Franck Montagny musste den Pescarolo-Judd mit Motorschaden abstellen. Zu diesem Zeitpunkt lag man aufgrund diverser Probleme (u.a. ein Aufhängungsschaden) aber bereits mit 30 Runden Rückstand nur noch auf Rang 20.

„Schade, ich hätte in diesem Jahr wirklich gerne das Ziel gesehen und die österreichische Fahne hochgehalten“, lautete das erste kurze Fazit des 22-Jährigen.

„Mit unserem Leistungsmanko hatten wir zwar nie eine realistische Chance auf einen Spitzenplatz, aber immerhin haben wir Fahrer wie auch das gesamte Team von OAK Racing ihr Bestes gegeben und wirklich alles versucht“, lautete seine abschließende Analyse.

Michael Höller

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