Flashback: Keine Lust auf Hintern

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Alles sah beim Großen Preis von Monaco schon nach einem Start-Ziel-Sieg vom souverän fahrenden Weltmeister Lewis Hamilton aus. Doch dann kam der fliegende Holländer und es folgte ein folgenschwerer Patzer der Silbernen.

Nutznießer waren der, laut Bernie Ecclestone langweilige Deutsche, Nico Rosberg im zweiten Silberpfeil und Sebastian Vettel im Ferrari, der laut eigener Aussage fremden Männern nicht gerne auf den Hintern schaut.

Wer sonst noch wen von hinten sehen musste, und alles andere was man über das Wochenende wissen muss, im Monaco-Flashback:

  • HOT AND NOT

Daniil Kvyat

So gut war er noch nie! Der Russe  fuhr mit Rang vier das beste Resultat seiner noch jungen Formel-1-Karriere ein - und das ausgerechnet in Monaco. Furchtlos stürmte der 21-Jährige schon am Start an Teamkollege Daniel Ricciardo vorbei und sorgte so für eine Vorentscheidung. Am Ende pokerte Red Bull und der Australier durfte einen Angriff auf das Podium starten, den Lewis Hamilton aber abwehren konnte. Danach gab der faire Honigdachs Rang vier an Kvyat zurück. "Es ist mein bestes Ergebnis in der Formel 1 und ein großartiges Resultat für das Team", freute er sich über ein ordentliches Lebenszeichen von Red Bull Racing.

 

Felipe Massa/Valtteri Bottas

Ein Wochenende zum Vergessen! Schon die Startaufstellung verhieß nichts Gutes, im Rennen sollte sich das bestätigen. Nach einer Kollision zu Rennbeginn fiel Massa auf den letzten Platz zurück. "Mein Rennen war effektiv in Kurve eins vorbei", sprach der Frust aus dem Brasilianer. Bottas ging als 16. schon mit wenig Chancen ins Rennen. "Wenn man sich in Monaco schlecht qualifiziert, hat man sich sein eigenes Grab geschaufelt", fasste es Chefingenieur Rob Smedley zusammen. Hoffnung machen da nur die nächsten Rennen: Die Strecken in Kanada und Österreich kommen Williams wesentlich mehr entgegen.

  • NEWCOMER-CHECK

Max Verstappen hat in Monaco ordentlich Eindruck hinterlassen - vor allem aber in der Leitplanke der Sainte-Dévote Kurve. Für einen Newcomer verkaufte er sich im Training ausgezeichnet, hatte im Qualifying aber ein weiteres Mal das Nachsehen gegen seinen Teamkollegen. Im Rennen wollte der junge Niederländer sein Glück erzwingen und war viel zu aggressiv unterwegs.

In der Anfangsphase fuhr er Pastor Maldonado ins Heck und beschädigte seinen Frontflügel, später überholte er den Kolumbianer, der mit Bremsproblemen zu kämpfen hatte, beim Anbremsen auf Sainte-Dévote. Auch dieses riskante Manöver funktionierte nur unter Mithilfe von Maldonado. Als er in Runde 63 versuchte den Lotus von Romain Grosjean zu überholen, verschätze sich Verstappen, fuhr auf, beschädigte seine Aufhängung schwer und flog in die Leitplanke.  

Für diesen Unfall wurde der Rookie von Rennleitung hart bestraft, neben einer Zurückversetzung um fünf Plätze in Kanada, erhielt er auch noch zwei Strafpunkte ins Register. Hoffentlich ein lehrreiches Wochenende für den 17-Jährigen.

Like father, like son.

Posted by Loosewheelnut on Monday, May 25, 2015

Deutlich besser machte es sein Teamkollege Carlos Sainz jr., der im Qualifying-Duell auf 4:2 stellte und zum vierten Mal in die Punkteränge fuhr. Der Spanier präsentiert sich zumindest im ersten Saisondrittel als der komplettere Fahrer - allerdings bringt der 20-Jährige auch mehr Erfahrung aus dem Formel-Sport mit.

Felipe Nasr holte aus einem durchwachsenen Wochenende für Sauber noch das beste heraus und sicherte mit Platz neun wichtige Punkte für den Schweizer Rennstall. Damit war nach den Trainingsleistungen nicht mehr zu rechnen, schon im Q1 war die Reise für beide Sauber-Piloten zu Ende. Der Rookie bewies aber einmal mehr, dass er die klare Nummer 1 im Team ist. Im Qualifyingduell stellte er auf 4:2, zudem kam er in jedem der sechs Rennen vor seinem Teamkollegen Marcus Ericsson ins Ziel. Die drei Top-Neun-Platzierungen von Nasr sind ein wahrer Segen für das im Vorjahr punktelos gebliebene Team.

  • TEAM-CHECK: Alonso vs. Button

Im sechsten Saisonrennen durfte sich McLaren-Honda erstmals über Punkte freuen. Vier Zähler wandern durch den achten Rang von Jenson Button auf das Konto des Rennstalls. Ein großer Erfolg nach so einem desaströsen Beginn des Jahres. Der Routinier wusste den Erfolg einzuschätzen: "Wir werden nicht zu stolz sein nach einem achten Platz, aber es ist ein guter Tag für uns." Als Team habe man das Maximum rausgeholt und Button hatte erstmals in dieser Saison so richtig Spaß: "Wir konnten richtig pushen, haben fast jede Runde Quali-Runden hingelegt." Weniger erfreulich verlief das Rennen für Fernando Alonso. Sein MP4-30 gab plötzlich vor der ersten Kurve den Geist auf. "Ich denke, dass es ein Problem mit dem Getriebe war", so der Spanier. Dass schon auf dem Highspeed-Kurs in Montreal schon die nächsten Zähler für McLaren folgen, darf bezweifelt werden. "Man muss sehen, dass Monaco einer der besseren Kurse für uns ist, aber ich weiß nicht, was in Kanada passiert", sagte Button.

  • PECHVÖGEL DER WOCHE: Die erfolglosen Routiniers
Besagter Fernando Alonso und der Kolumbianer Pastor Maldonado. Da bietet sich beiden Pechvögeln erstmals in diesem Jahr die Gelegenheit in die Punkteränge zu fahren, und beiden zerbröselt das Arbeitsgerät unter dem Hintern. Alonso war bis zu seinem Getriebeschaden stark unterwegs, Maldonado verhinderte gegen Verstappen sogar einen Unfall (eigentlich so gar nicht seine Art), nur um sein Auto etwas später mit Bremsproblemen in der Box abstellen zu müssen.

Fernando Alonso

Jenson Button

Endplatzierung

ausgeschieden

8.

Rückstand auf 1.

-

+16,063

Topspeed

255,5 km/h (20.)

263,0 km/h (15.)

Schnellste Runde

1:20,459 (16.)

1:19,490 (9.)

Reifenstrategie (Runden)

S (32), Super-S (9)

Super-S (35), S (29), Super-S (14)