Flashback: Vettel haucht der Saison neues Leben ein

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Vielleicht wird doch noch alles gut.

Im letzten Flashback mussten wir noch befürchten, die Saison sei bereits entschieden und Mercedes würde sich als ähnlich unschlagbar erweisen wie im Vorjahr.

Doch weit gefehlt: Obwohl Ferraris Sebastian Vettel die Spionage-Einladung seines Landsmannes Nico Rosberg in die Mercedes-Box nicht annahm, schlug er den Silberpfeilen ein Schnippchen, bewies es allen Kritikern und Schwarzmalern und durfte bei extremer Hitze in Malaysia am Ende vom Platz an der Sonne lachen.

Auch eine andere Befürchtung bewahrheitete sich nicht: Die Angst um die Anzahl der Autos, die es auf die Rennstrecke bzw. ins Ziel schaffen, wurde nicht größer. Krochen zuletzt gar nur elf Boliden ins Ziel, wurden in Sepang immerhin 15 gewertet und nur Will Stevens im Manor drehte keine einzige Runde.

Alles weitere im Malaysia-Flashback:

 

  • HOT AND NOT

Ferrari

Die Roten sind die Helden des Wochenendes und möglicherweise die Retter der Saison. Nach dem Triumph von Sebastian Vettel schrieb der britische "Guardian": "Vettel haucht einer Formel-1-Saison neues Leben ein, die nach dem Auftaktrennen dem Tode geweiht schien. In Malaysia zeigte er, dass die Königsklasse enorme Spannung produzieren kann, auch wenn niemand damit rechnet." Auch Kimi Räikkönen hätte wohl noch weiter vorne mitmischen können, war diesmal aber einmal mehr vom Pech verfolgt. Dennoch: Man muss Ferrari danken - sogar Toto Wolff von Mercedes erkannte: "Es war zwar ein schlechtes Wochenende für uns, aber ein gutes für den Sport."

Red Bull Racing

In der letzten Saison noch zweite Kraft hinter Mercedes hätte sich Red Bull Racing wohl nicht erträumen lassen, sich nach zwei Rennen auf Rang sechs der Konstrukteurswertung wieder zu finden - hinter dem "kleinen Bruder" Toro Rosso. Auch in Malaysia mussten Daniel Ricciardo (10.) und Daniil Kvyat (9.), der Pech hatte, weil er von Hülkenberg in einen Dreher gezwungen wurde, den kleinen Bullen auf Platz sieben und acht den Vortritt lassen (siehe Newcomer-Check). "Ich war hilflos, das Rennen war nicht gerade berauschend. Ich wollte kämpfen und Spaß haben, stattdessen fuhr ich nur rum und hatte nicht sehr viel davon", seufzte Ricciardo verzweifelt. Kvyat ergänzte: "Wir hatten einfach nicht genug Tempo." Das Team sorgte zwar in dieser Saison durch Streitereien mit Motoren-Hersteller Renault sowie mit Ausstiegsdrohungen für Schlagzeilen, doch diese dürften wohl kaum nach Wunsch des Getränkeherstellers sein.

  • NEWCOMER-CHECK

Wir gratulieren Max Verstappen zu seinen ersten Zählern in der Königsklasse. Natürlich ist der jüngste F1-Pilot aller Zeiten auch der jüngste Fahrer, der je in den Punkterängen landete. Nachdem sich der 17-Jährige bereits zum Auftakt in Australien gut präsentierte, bestätigte er diese Leistung in Malaysia mit Rang sieben eindrucksvoll. Zudem braucht er keine Angst haben, dass sein Rekord (genau genommen sind es 17 Jahre und 179 Tage) gebrochen wird, da die FIA ab 2016 keine Minderjährigen mehr in der Königsklasse fahren lässt.

Dabei ließ der Niederländer auch Toro-Rosso-Teamkollege Carlos Sainz Jr. hinter sich, dieser landete auf Rang acht und sammelte somit im zweiten Rennen zum zweiten Mal WM-Punkte. Allerdings wurde der 20-Jährige dabei - im Gegensatz zu Verstappen - überrundet.

Nach seinem starken Debüt mit Rang fünf in Australien muss sich der Rookie im Bunde, Felipe Nasr, in Sepang mit Rang 12 begnügen. Der 22-Jährige im Sauber-Pilot ließ immerhin beide Force Inda sowie Roberto Merhi im Marussia hinter sich.

  • TEAM-CHECK: Bottas vs. Massa

Hinter beiden Mercedes-Boliden zu landen, war vor der Saison zu erwarten. Dass aber auch die beiden Ferraris Valtteri Bottas und Felipe Massa schlagen, hat man sich bei Williams sicher anders vorgestellt. Zwar landeten beide mit Rang fünf bzw. sechs in den Punkterängen, hatten jedoch nie eine Chance aufs Podest. Nachdem man sich 2014 als dritte Kraft etabliert und sechs Podestplätze eingefahren hatte, strebte man 2015 ursprünglich Höheres an. Die Realität jedoch zeigt, dass sowohl der Brasilianer als auch der Finne aktuell hinterher fahren. "Wir hatten einfach nicht die Pace", konstatierte ein enttäuschter Bottas und Massa fügte hinzu: "Die Plätze fünf und sechs waren das Beste, was wir für das Team machen konnten. Ferrari hatte eine unglaubliche Pace und Mercedes natürlich auch. Es war nicht möglich, mit ihnen zu kämpfen." Einziger Trost: Bottas darf sich mit einer Höchstgeschwindigkeit von 301,5 hm/h über Rang eins in puncto Topspeed freuen.

Noch in Melbourne verlautbarte Mercedes-Pilot Nico Rosberg großmütig, er wünsche sich, dass Ferrari zu den Silberpfeilen aufschließt. Dabei hätte sich der Deutsche wohl nicht gedacht, dass sein Wunsch derart schnell in Erfüllung geht. Doch wie heißt es so schön? Hochmut kommt vor dem Fall...

Be careful what you wish for Nico...

Posted by WTF1 on Samstag, 28. März 2015

Valtteri Bottas Felipe Massa
Endplatzierung 5. 6.
Rückstand auf 1. +1:10.409 +1:13.586
Topspeed 301,5km/h (1.) 297,8 km/h (4.)
Schnellste Runde 1:44.088 (6.) 1:43.990 (5.)
Reifenstrategie (Runden) M (4), M (21), M (15), H (16) M (4), M (20), M (14), H (18)

  • ZITAT DER WOCHE: Britischer Humor 

"Err I'm a little bit suprised. We seem to be catching cars" - Jenson Button

  • LIVE-FAIL DER WOCHE: Darwin scheidet aus!

Die Formel 1 hat seit dieser Saison eine neue Website. Die sieht auch nett aus und liefert brauchbare Features. Nur das überarbeitete Live-Timing funktioniert noch nicht wirklich nach Wunsch. Und das, obwohl die Königsklasse für den vollen Informations-Umfang erstmals eine Gebühr verlangt. So kam es, dass im Qualifying unter anderem die Herren Ali und Darwin ausschieden. Zudem hat es auch den Doppelsitzer(?!)  Tham/Tang erwischt, während offensichtlich Hairuman/Veerapen auf eine passable Rundenzeit gekommen sind. Wir würden uns zwar auch ein größeres Starterfeld wünschen, aber nicht nur virtuell: 

 

  • ZAHLENSPIELEREIEN

222 - Für Ferrari war es der 222. Sieg in der F1-Geschichte und der erste nach 34 erfolglosen Versuchen.

27 - Der letzte Turbo-Sieg für Ferrari ist 27 Jahre her. Damals entschied Gerhard Berger den GP von Italien 1988 für sich.

38 - Insgesamt ist Sebastian Vettel der 38. Fahrer, der für die Scuderia ein Rennen gewonnen hat.

12 - Zum ersten Mal seit zwölf Rennen fuhr Toro Rosso mit beiden Autos in die Punkteränge. Außerdem landeten beide erstmals seit Australien 2009 vor den Red Bulls.

5 - Carlos Sainz jr. holte als Achter erneut Punkte. Damit gibt es nur fünf Fahrer in den letzten zehn Jahren, die in ihren ersten beiden Rennen etwas Zählbares mitnehmen.

9 - Vor neun Jahren war es zuletzt der Fall, dass kein einziger McLaren ins Ziel kam.

150 - So viele Rennen bestritt Lewis Hamilton nun schon in der Königsklasse.

2 - Die kurioseste Statistik zum Schluss: Pastor Maldonado schied zum zweiten Mal in Folge aus. Damit setzt er eine unglaubliche Serie fort. Seit seinem Einstieg in die Formel 1 im Jahr 2011 war das nämlich in jedem Jahr der Fall. In Australien und Malaysia sah er nie das Ziel.

 

Andreas Terler/Henriette Werner

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