Hamilton gewinnt auch in Kanada

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Souveräne Silberpfeile sichern sechsten Saisonsieg

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Lewis Hamilton hat die Strategiepanne von Monaco endgültig hinter sich gelassen.

Der WM-Leader gewann den Formel-1-Grand-Prix von Kanada am Sonntag knapp, aber souverän vor seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg.

Nach seinem vierten Sieg im siebenten Saisonrennen kommt Hamilton mit 17 Punkten Vorsprung auf seinen deutschen Rivalen zum Österreich-GP in zwei Wochen in Spielberg.

Aufholjagd

Dritter wurde der Finne Valtteri Bottas im Williams. Ferrari-Star Sebastian Vettel kämpfte sich mit einer beherzten Fahrt hinter seinem Stallgefährten Kimi Räikkönen auf Rang fünf.

In der WM liegt der vierfache Weltmeister als Dritter 43 Zähler hinter Hamilton.

Für sein Ex-Team Red Bull gab es auf der Motorenstrecke in Montreal wenig zu holen. Einzig Daniil Kwjat fuhr als Neunter zu zwei WM-Punkten.

Erleichterung bei Hamilton

Pole-Position-Mann Hamilton hatte das Rennen fest im Griff, hielt den Abstand auf Rosberg stets konstant bei etwas mehr als einer Sekunde. "Das war eine gute, fehlerfreie Leistung", lobte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Vor zwei Wochen in Monaco hatte Hamilton eine falsche Boxenstopp-Entscheidung noch den sicher scheinenden Sieg gekostet.

Hamilton wirkte erleichtert, die Sache gerade gerückt zu haben. "Es ist toll, wieder ganz oben zu stehen. Ich habe mich nicht zu sehr unter Druck gefühlt. Aber es war wichtig", meinte der 30-Jährige nach dem 37. GP-Sieg seiner Karriere, dem vierten in Kanada. Dort hatte er 2007 auch seinen Premierenerfolg in der Königsklasse gefeiert.

"Ich liebe Montreal", sagte der Engländer, der sich zudem über den britischen Rekord an Führungsrunden in der Formel 1 freuen durfte. Mit 2.145 Runden an der Spitze eines Rennens übertraf er die Marke von Nigel Mansell (2.089) und ist nun Fünfter der ewigen Bestenliste.

Alles versucht

Rosberg musste sich nach seinen jüngsten Erfolgen in Barcelona und Monaco mit Rang zwei begnügen.

"Ich habe alles versucht und wie ein Verrückter angegriffen, aber es hat nicht ganz gereicht", erklärte der Deutsche.

"Der zweite Platz ist immer noch okay." Immerhin durften sich die Silberpfeile über den vierten Doppelsieg der Saison freuen. "Es ist perfekt gelaufen. Mehr kann man sich von uns nicht erwarten", meinte Team-Aufsichtsratschef Niki Lauda.

Ferrari geht leer aus

Bottas sorgte als Dritter dafür, dass erstmals in diesem Jahr nicht nur Mercedes und Ferrari auf dem Podium landeten.

Die Scuderia blieb trotz verbesserten Motors ausgerechnet vor den Augen von Ferrari-Präsident Sergio Marchionne ohne Podestplatz. Räikkönen vergab die Chance auf Rang drei mit einem Dreher nach dem ersten Boxenstopp.

Vettel pflügte das Feld nach seinem verpatzten Samstag - technische Probleme im Qualifying samt einer Strafe für einen Regelverstoß im freien Training bedeuteten Startplatz 18 - von hinten durch. Rang fünf war immerhin Schadensbegrenzung. "Mehr war nicht drinnen, aber der Speed war da", meinte der Deutsche.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Neben Vettels Aufholjagd hatte das Rennen bei 20 Grad und bedecktem Himmel nur wenige Spannungsmomente zu bieten. Eines der wenigen Highlights war ein Murmeltier, das knapp vor mehreren Autos über die Strecke huschte. Viele Teams mussten ob des besonders hohen Verbrauchs auf der Ile Notre Dame zudem Benzin sparen - selbst Mercedes.

Für Red Bull waren die langen Geraden ob des unterlegenen Renault-Motors Gift. "Es ist das, was wir erwartet haben", erklärte Motorsportchef Helmut Marko. "Die anderen fahren nicht einmal Windschatten, sondern einfach vorbei." Beim Heimrennen in zwei Wochen in Spielberg ist man noch mehr auf die PS-Power angewiesen. Marko: "Da erwarten wir uns noch weniger als hier."

Immerhin überzeugte Kwjat mit konstant besseren Zeiten als Teamkollege und Vorjahressieger Daniel Ricciardo (13.). "Es war schwierig, hier Punkte zu holen. Aber er hat das ganze Wochenende keinen einzigen Fehler gemacht", lobte Marko den Russen. Die Toro Rossos von Carlos Sainz jr. und Max Verstappen blieben als 12. bzw. 15. ohne WM-Zähler. Bei McLaren schieden gar beide Ex-Weltmeister, Fernando Alonso und Jenson Button, aus.

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