Bestzeit trotz Schrecksekunde

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Rosberg-Bestzeit mit Glück bei Reifenplatzer

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Nico Rosberg ist im Training zum Grand Prix von Belgien trotz eines argen Reifenplatzers die Tagesbestzeit gefahren.

Der zuletzt in Budapest nur achtplatzierte Mercedes-Pilot war in beiden Übungseinheiten am Freitag in Spa-Francorchamps der Schnellste und verwies dabei WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton im zweiten Silberpfeil auf den zweiten Platz.

Rund 25 Minuten vor Ende der zweiten Einheit musste Rosberg aber sein Auto nach einem Dreher vorzeitig abstellen. Bei mehr als Tempo 300 hatte sich der rechte Hinterreifen plötzlich abgelöst. Der Deutsche kam unverletzt, aber mit dem Schrecken davon.

Reifenplatzer ist "nicht gut"

"Das war ein Schock", gab Rosberg zu. Auf einmal bei mehr als 300 Kilometern in der Stunde die Kontrolle zu verlieren, "ist nicht gut", meinte Rosberg. "Ich hatte Glück, dass ich nicht in die Mauer gekracht bin. Das war definitiv kein Spaß."

Mercedes-Motorchef Toto Wolff konnte in einer ersten Reaktion noch keine Ursachen zum Unfallhergang benennen: "Es ist natürlich immer eine Schrecksekunde, wenn bei weit über 300 Kilometer hinauf zu Blanchimont beim Auto ein Reifenplatzer passiert", sagte Wolff.

Mercedes-Technikchef Paddy Lowe reagierte völlig verwundert: "So etwas habe ich noch nie gesehen."

Reifenlieferant Pirelli kündigte umgehend Aufklärung an. "Wir untersuchen genau, was mit dem Reifen passiert ist", schrieben die Italiener bei Twitter.

Vor dem elften Saisonlauf am Sonntag (14:00 Uhr) führt Rosbergs Teamkollege Hamilton in der WM 21 Punkte vor dem Deutschen.

Zufriedene rote Bullen

Dritter wurde Vorjahressieger Daniel Ricciardo im Red Bull. "Wir sind überrascht über die gute Performance. Hier auf dieser Strecke hätten wir uns das nicht gedacht", erklärte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko. Der russische Red-Bull-Fahrer Daniil Kvyat wurde Vierter.

Sebastian Vettel, zuletzt Sieger des Ungarn-Grand-Prix, musste sich mit Rang zehn begnügen.

"Wir hatten einen Tag, der ganz okay war", resümierte Vettel vor seinem 150. Grand-Prix-Einsatz. "Es gab viele Unterbrechungen, die einen ein bisschen rausbringen. Es war allgemein ein schwieriger Tag."

Kaltstart für Rosberg

Die erste Übungseinheit bei strahlendem Sonnenschein auf dem Kurs in den Ardennen hatte für Rosberg schon nicht optimal begonnen.

Zunächst musste der 30-Jährige lange in der Box bleiben. Rosberg klagte über zu wenig Power, zudem hatte er Probleme mit den Gängen.

Dann aber schnappte sich der WM-Zweite die erste Bestzeit und bot Hamilton auch bis zu seinem vorzeitigen Aus am Nachmittag einen Vorgeschmack auf das Rennen auf dem traditionellen Parcours in Spa-Francorchamps.

Die McLaren starten in Holland

Auf einen weiteren ernüchternden Grand Prix müssen sich die früheren Weltmeister Fernando Alonso und Jenson Button einstellen. Bereits nach den Freitagtrainings ist klar, dass die beiden McLaren-Piloten das Rennen am Sonntag von ganz hinten in Angriff nehmen müssen.

Die Kommissare des Automobil-Weltverbandes (FIA) gaben am Freitag Strafen wegen unerlaubten Motorenwechsels bekannt. So muss Button 25 Plätze weiter hinten starten, Alonso sogar 30.

"Weiter hinten als hinten geht nicht. Wir nehmen die Strafe auf einer Strecke, auf der wir uns nicht so viel ausrechnen können wie in Ungarn oder Singapur", begründete Technikdirektor Eric Boullier das unerlaubte technische Manöver.

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