USA-Flashback: Wut, Asti und Lahme Ente

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Der drittletzte Grand Prix des Jahres ist Geschichte - wieder einmal dominierte Mercedes beim GP der USA die Konkurrenz nach Belieben.

Nico Rosberg konnte den Vorteil der Pole Position nicht nutzen, fand seinen Renn-Rhythmus erst viel zu spät und musste sich von Teamkollege und WM-Leader Lewis Hamilton überholen lassen.

So weit, so normal in dieser Saison.

Doch hinter den beiden spielten sich die eigentlichen Geschichten des Grand Prix ab - LAOLA1 beleuchtet, was abseits des Podests in Austin los war.

Sebastian Vettel fuhr aus der Box noch auf Rang sieben, Susie Wolff fand Grund zum Feiern und Jenson Button mag Enten. Flashback:

  • HOT AND NOT

Pastor Maldonado

Der Venezolaner ergatterte beim Großen Preis der USA seine ersten WM-Punkte im Jahr 2014 sowie die ersten für Lotus. Dass wir hier von Punkten in der Mehrzahl schreiben können, verdankt der 29-Jährige Jean-Eric-Vergne, der eine Fünf-Sekunden-Strafe ausfasste. Somit wurde Maldonado, der als Zehnter ins Ziel kam, doch noch auf Rang neun gewertet und staubte zwei Punkte ab. "Es war von Anfang an ein toller Kampf, ich habe mich super gefühlt, die Taktik war gut und die Geschwindigkeit des Autos überraschend hoch. Wenn wir weiter so pushen, werden wir auch in den nächsten beiden Rennen eine gute Platzierung einfahren", freute sich Maldonado der zuvor zuletzt in Ungarn 2013, also vor 25 Rennen, scorte.

Sergio Perez

In Runde 1 rammte der Mexikaner zunächst Kimi Räikkönen, fuhr dann in Adrian Sutil hinein und sorgte dafür, dass weder der Deutsche, noch er selbst, das Rennen fortsetzen konnten. Es war bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass der 24-Jährige, der noch keine Bestätigung von Force India für 2015 besitzt, bestraft wird. In der Startaufstellung des Brasilien-GPs wird er um sieben Plätze zurückversetzt.  "Was passiert ist, war sehr unglücklich. Ich hatte die Chance, in die Punkteränge zu fahren und war überzeugt davon, in diesem wichtigen Rennen eine gute Leistung abzuliefern", so Maldonado, der die Schuld - im Gegensatz zu den Stewards, die ihm eine "rücksichtslose Kollision" vorwerfen - nicht bei sich sieht.

  • NEWCOMER-CHECK

Bereits zum elfen Mal fuhr Kevin Magnussen in die Punkteränge: Rang acht hieß es am Ende für den Dänen, der damit bereits 53 WM-Zähler auf dem Konto hat, was Rang zehn bedeutet.

Daniil Kvyat, der aufgrund eines Motorenwechsels (es ist bereits sein Siebenter!) in der Startaufstellung um zehn Ränge zurückversetzt wurde, kam zwar im Ziel an, aber nicht über den 15. und letzten Rang hinaus.

Marcus Ericsson stand aufgrund der Finanzprobleme bei Caterham nicht am Start in Austin. Dennoch gab es für den Schweden Grund zur Freude: Er hat sein Cockpit für 2015 sicher - bei Sauber. "Nach einer turbulenten Woche bekam ich überraschend mein bisher bestes vorzeitiges Weihnachtsgeschenk. Ich bin stolz darauf, dass mir Sauber das Vertrauen für die Saison 2015 schenkt. Es wird eine großartige Herausforderung für mich", freute sich der 24-Jährige.

  • TEAM-CHECK: Vergne vs. Kvyat

 Während Daniil Kvyat sein Cockpit für die nächste Saison bei Red Bull Racing fix hat, geht es für Jean-Eric-Vergne noch darum, ob er den "Ziehpapa" für den jungen Neo-Toro-Rosso-Fahrer Max Verstappen spielen darf. Beide schenken sich nichts, zwar führt Kvyat im Qualifying-Duell 10:7, dafür liegt Vergne ín puncto Rennduell mit 8:7 vorne. Der Franzose hat als WM-13. bereits 22 Punkte auf dem Konto, sein russischer Teamkollege dagegen nur acht (Rang 15). Vergne schien in Austin um seinen Vertrag zu rasen, von Platz 14 gestartet, machte er Platz um Platz gut, bis er als Neunter die Ziellinie überquerte - allerdings: Eine Strafe nach einem harten Überholmanöver gegen Landsmann Romain Grosjean sorgte dafür, dass er aufgrund einer Fünf-Sekunden-Strafe als Zehnter gewertet wurde. Sein Teamkollege wurde bekanntermaßen Letzter.

 

  • RÜCKGABE DER WOCHE

Nach dem Zusammenstoß mit Jean-Eric-Vergne ist Romain Grosjean ziemlich sauer, Lotus bedankt sich aber brav für das Zurückgeben des vermissten Teils:

 

 

Daniil Kvyat

Jean-Eric Vergne

Endplatzierung

15.

10.

Rückstand auf 1.

+1 Runde

+1:48.863

Topspeed

328,2 km/h (12.)

326,3 km/h (17.)

Schnellste Runde

1:41.689 (3.)

1:44.180 (12.)

Reifenstrategie

Medium, Medium, Soft, Soft

Soft, Soft, Medium

PECHVOGEL DER WOCHE: Adrian Sutil

Adrian Sutil sorgte im Qualifying mit Rang zehn für eine große Überraschung. Der Deutsche, dem bei Sauber trotz bestehenden Vertrages das Aus droht, wird Zehnter und beschert seinem Team die erste Q3-Teilnahme bzw. den ersten Top-Ten-Startplatz in dieser Saison. Doch das Rennen war für den 31-Jährigen schon in der 1. Runde vorbei, als er von Perez über den Haufen gefahren wurde. "Ich bin nach dem Start auf meinem Platz geblieben, aber dann habe ich die Breitseite von Perez bekommen und mein Auto war sofort krumm. Schade, für uns war es ein sehr wichtiges Rennen, wahrscheinlich wichtiger als für Force India… Aber gut, da kann man nichts machen", bedauerte Sutil.

  • MARTINI DER WOCHE

Auch ohne Podestplatz lässt es sich bei Wiliams schön auf die gute Saison anstoßen:

 

  • LAHME ENTE DER WOCHE: Jenson Button

Der Brite wird in Austin nur Zwölfter, das interessiert ihn allerdings nicht die Bohne... äh Ente:

 

  • ZAHLENSPIELEREIEN

8 - Daniel Ricciardos Achter Podiumsplatz - der fünfte dritte Rang der Saison - konnte nichts daran ändern, dass der Australier nun auch rechnerisch keine Chance mehr auf den WM-Titel hat.

10 - Doppelsiege feierte Mercedes bereits in dieser Saison und stellt damit den McLaren-Rekord aus dem Jahre 1988 ein. Auch für Lewis Hamilton war es heuer bereits der 10. Sieg. Für Nico Rosberg hingegen der 10. zweite Platz.

14 - Ganze 14 Erfolge haben die beiden Silberpfeil-Piloten heuer gemeinsam eingefahren, damit fehlt ihnen in der Liste der meisten Siege in einem Kalenderjahr nur noch einer auf McLaren (1988) sowie zwei auf Ferrari (2002 and 2004).

17 - Rennen ist Sauber nun schon ohne WM-Punkte, vielleicht ist ihnen das Glück in Brasilien - dem Ort, an welchem sie zuletzt Zähler holen konnten, mehr hold.

22 - Die Williams-Piloten Massa und Bottas scheffelten in Austin 22 Punkte und damit die drittbeste Ausbeute des Jahres. Im Kampf um Rang drei bei den Konstrukturen hat Williams bereits 42 Zähler Vorsprung auf Ferrari.

32 - Siege hat Lewis Hamilton nun bereits auf dem Konto - das macht ihn zum erfolgreichsten, britischen Formel-1-Piloten aller Zeiten. Insgesamt liegt er in dieser Wertung nun gleichauf mit Fernando Alonso auf Rang fünf. An der Spitze steht weiterhin unangefochten Michael Schumacher mit 91 Erfolgen.

75 - Nur noch zwei Rennen sind zu fahren, doch aufgrund der doppelten Punkteanzahl im letzten Rennen in Abu Dhabi sind noch 75 Zähler zu vergeben. 24 Zähler hat Hamilton auf Teamkollege Rosberg Vorsprung.

 

Henriette Werner

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