Hamilton-Heimsieg macht WM wieder spannend

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Der Titelkampf in der Formel-1-WM hat sich am Sonntag wieder zugespitzt.

Der Engländer Lewis Hamilton gewann sein Heimrennen in Silverstone zum zweiten Mal nach 2008, sein deutscher Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg schied hingegen in Führung liegend zum ersten Mal in der laufenden WM aus.

Damit weist Rosberg nach neun der 19 Saisonrennen nur noch vier Punkte Vorsprung auf Hamilton auf.

"Jetzt ist wieder alles möglich"

Die WM wird in zwei Wochen am 20. Juli mit Rosbergs Heimspiel auf dem Hockenheimring in Deutschland fortgesetzt.

Neben Hamilton, der von Startplatz sechs aus zum Sieg raste, legten auch der zweitplatzierte Finne Valtteri Bottas (Williams/Startplatz 14) und der Dritte Daniel Ricciardo aus Australien (Red Bull/Startplatz acht) tolle Aufholjagden hin.

"Ich habe heute gezeigt, dass man alles schaffen kann, wenn man nicht aufgibt", freute sich Hamilton, der nach dem Qualifying schwer enttäuscht war und im Rennen eigentlich nur noch Schadensbegrenzung betreiben wollte.

"Jetzt sind es nur noch vier Punkte, jetzt ist wieder alles möglich", meinte der 29-jährige Weltmeister des Jahres 2008.

Rosberg gibt nicht auf

Ein Getriebeschaden stoppte die stolze Serie von Rosberg, der in den ersten acht Rennen des Jahres stets in die Top zwei gefahren war. In Runde 30 rollte der verzweifelte Rosberg mit einem Getriebeschaden aus.

"Die Probleme haben sich ab Runde 21 angekündigt. Ich habe alles versucht, um etwas zu retten und mit wenig Risiko als Zweiter ins Ziel zu kommen. Aber es war unmöglich", sagte Rosberg. "Die Devise heißt nun, weiterhin volle Attacke. Es wird eng in der WM."

Für Bottas zeigt die Formkurve derzeit steil nach oben. Nach seinem ersten Stockerlplatz als Dritter in Österreich vor zwei Wochen wurde der 24-Jährige nun in England sogar Zweiter.

Bottas zeigt erneut auf

"Jetzt fehlt mir nur noch der Sieg. Aber man muss schon sagen, dass die Mercedes eben ein bisschen schneller als alle anderen sind", meinte der 24-Jährige.

Ein heißes Match um Platz fünf lieferten einander Vierfachweltmeister Sebastian Vettel und Zweifachchampion Fernando Alonso.

Nach mehreren gescheiterten Überholversuchen lagen vor allem bei Vettel die Nerven blank, via Boxenfunk beschwerte sich der deutsche Red-Bull-Pilot lautstark über den Spanier im Ferrari.

Am Ende holte sich Vettel Rang fünf und kurz nach dem Rennen hatte sich das Duo auch bereits wieder beruhigt.

"Es war hart an der Grenze, aber auch sehr spannend", meinte Vettel. "Es hat Spaß gemacht", sagte auch Alonso, der sich aber gerne noch intensiver zur Wehr gesetzt hätte: "Leider musste ich zum falschen Zeitpunkt Sprit sparen und die Reifen schonen."

Kimi kommt bei Crash glimpflich davon

Der Sieg Hamiltons stand erst zweieinhalb Stunden nach dem Start fest, denn das Rennen war aufgrund eines schweren Unfalls des Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen in der ersten Runde für mehr als 60 Minuten unterbrochen.

Erstmals seit dem Monaco-Grand-Prix 2000 wurde bereits in Runde eins die "Rote Flagge" (Rennunterbrechung) gezeigt.

Der Ferrari kam von der Strecke ab, bei der Rückkehr auf den Asphalt verlor er dann die Kontrolle über sein Auto. Schlimmeres verhinderte der nachkommende Felipe Massa, der mit einer Notbremsung einen schweren Crash mit Räikkönen mit viel Mühe verhinderte.

"Das war ganz klar sein eigener Fehler, das war unnötig. Hoffentlich ist ihm nichts passiert", lautete der Kommentar von Mercedes-Teamaufsichtsratschef Niki Lauda über Räikkönens Abflug.

Räikkönen kam recht glimpflich davon. "Kimi ist im wesentlichen okay", schrieb Ferrari via Twitter. "Die Prellungen sind auf seinen Knien und seinem Knöchel, und er wird bald wieder zurück sein", erklärte ein Teamsprecher.

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