Hamilton siegt im Finale - Rosberg versagt die Technik

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Lewis Hamilton ist zum zweiten Mal Formel-1-Weltmeister.

Der Brite behielt im Mercedes-internen Titelduell gegen den Deutschen Nico Rosberg die Oberhand und setzte sich wie 2008 die WM-Krone auf.

Hamilton feierte beim Saisonfinale am Sonntag in Abu Dhabi einen souveränen Sieg, Rosberg hatte hingegen nach einem schwachen Start mit technischen Problemen zu kämpfen und kam nicht über Rang 14 hinaus.

Da beim 19. und letzten Rennen des Jahres die doppelte Punktezahl vergeben wurde, beendete Hamilton die Saison mit dem deutlichen Vorsprung von 67 Punkten auf Rosberg auf Rang eins.

"Du bist eine Legende!"

"Das fühlt sich noch besser als der erste Titel an, das ist der größte Tag in meinem Leben. Danke an alle, an die Fans, das Team und meine Familie. Danke, dass ich solche Momente erleben darf", meinte der 29-Jährige, der insgesamt elf Saisonsiege feierte, mit Tränen in den Augen.

Zu den ersten Gratulanten zählte neben Freundin Nicole Scherzinger auch der nach Abu Dhabi gereiste Prinz Harry, der Hamilton via Boxenfunk überraschte und meinte: "Lewis, du bist eine absolute Legende!"

In der Führungsetage von Mercedes war der Jubel gedämpft. Mit den technischen Problemen trat genau das ein, was man unbedingt vermeiden hatte wollen. "Die Box, die die Elektronik kontrolliert, ist zu heiß geworden", berichtete der Aufsichtsratsvorsitzende Niki Lauda.

Wolff: "Unterm Strich beide mit gleich vielen Ausfällen"

"Das macht mich traurig an diesem schönen Tag. Lewis hat eine Leistung gebracht, die unglaublich war. Und bei Nico kann man sich nur entschuldigen und ihm sagen, dass das nächste Jahr sein Jahr werden muss", erklärte Österreichs dreifacher Weltmeister.

Auch sein österreichischer Landsmann Toto Wolff haderte ein wenig. "Die Technik hat eingegriffen, aber unterm Strich haben beide gleich viele Ausfälle in dieser Saison gehabt."

"Wir haben uns das nicht gewünscht, aber das ist die Formel 1", so Wollf, der Richtung Rosberg meinte: "Es tut mir irrsinnig leid für Nico, auch er wäre ein würdiger Weltmeister gewesen."

Hinter Hamilton schafften es die Williams-Piloten Felipe Massa und Valtteri Bottas aufs Podest. Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel belegte in seinem letzten Rennen für Red Bull den achten Platz.

 

 

Rosberg zeigte sich als fairer Verlierer, wollte das Rennen trotz kaputtem Auto unbedingt beenden.

Und nach der Zieldurchfahrt auf dem Yas-Marina-Kurs führte Rosberg sein erster Weg zu Hamilton, um seinem langjährigen Wegbegleiter zu gratulieren.

Rosberg: "Start ging in die Hose"

"Es war ein unglaubliches Duell in dieser Saison. Wir kennen uns seit 1997. Und jetzt sind wir im selben Team und haben um die WM gefightet. Schade, dass es heute kein richtiger Kampf war", sagte Hamilton.

Rosberg, dessen Papa Keke vor 32 Jahren Weltmeister wurde, wollte keine Ausreden suchen.

"Der Start war einfach schlecht und hatte nichts mit den späteren technischen Problemen zu tun. Das war schon der erste Punkt, der in die Hose gegangen ist. Das war schon ein Schritt in die falsche Richtung. Über die Saison gesehen, war er der bisschen bessere Fahrer", meinte Rosberg.

ERS-Fehler Schuld an Rosbergs Problemen

Die danach stark absackende Motorenleistung war dann nur noch das i-Tüpfelchen in seinem Albtraum-Finale.

"Das ERS (Energierückgewinnungssystem, Anm.) hat ausgesetzt, dann sind noch ein paar andere Komplikationen dazugekommen. Aber das hat für die WM-Entscheidung keine Rolle gespielt. Ich hätte um den Sieg mitkämpfen können, aber ich glaube nicht, dass ich gewonnen hätte", sagte Rosberg, der eine gewisse Leere eingestand:

"Ich habe sehr viel Energie in diese Saison gesteckt. Jetzt wieder Motivation aufzubauen, wird nicht so einfach. Aber das wird dann schon kommen."

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