Flashback: Ein GP, der (fast) alles zu bieten hatte

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Der Grand Prix von Malaysia hatte alles. Nun ja, fast alles.

Er bot Action auf der Strecke und abseits davon. Wir sahen spannende Überholmanöver und hörten aufschlussreiche Funksprüche.

Und doch fehlte etwas: Die Freude in den Gesichtern der Fahrer. So wirklich Grund zum Jubeln hatte nämlich kaum einer.

Dennoch - oder gerade deshalb - blicken wir auf eine atemberaubende Woche in Sepang zurück. Der Flashback zum zweiten Rennen des Jahres:

  • HOT AND NOT

   DAS WETTER

Wir haben uns redlich bemüht, jemanden für die Kategorie "HOT" zu finden. Wirklich aufgedrängt hat sich allerdings niemand - abgesehen von den heißen Temperaturen, die den Fahrern einmal mehr zugesetzt haben.

 

   SEBASTIAN VETTEL

Grundsätzlich gibt es in Sepang eine ganze Reihe an Verlierern, der wohl größte ist aber ausgerechnet der Sieger des Rennens. Sebastian Vettel polarisiert und das ist auch gut so. Jeder Sport braucht Athleten, an denen man sich reiben kann. Weniger gut finden wir seinen Funkspruch "Mark is too slow - get him out of the way!" und die Missachtung der Teamorder. Damit hat der 25-Jährige viele Sympathien verloren. Immerhin zeigte er sich - spät, aber doch - hinterher einsichtig. "Ich hätte die Teamorder nicht ignorieren dürfen. Jetzt bin ich das schwarze Schaf." (Eiszeit bei den "Bullen")

  • NEWCOMER-CHECK

Die Formel 1 gilt nicht von ungefähr als Königsklasse des Motorsports. Das bekommen die fünf Newcomer weiter zu spüren, gelang es doch erneut keinem, sich in die Punkteränge zu schieben. Valtteri Bottas war als Elfter der beste - auf einen WM-Zähler fehlten ihm im Ziel lediglich 1,4 Sekunden. Esteban Gutierrez (12.), Jules Bianchi (13.) und Giedo van der Garde (15.) wurden einmal überrundet, Max Chilton (16.) zweimal.

 

  • TEAM-CHECK: ALONSO VS. MASSA

Vor der Saison sah alles nach einer klaren Angelegenheit für den Spanier aus. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Massa blüht wieder auf und entschied beide Qualifying-Duelle zu seinen Gunsten. Bedingt durch Alonsos Ausfall in Sepang liegt der Brasilianer auch in der Fahrer-Wertung (22:18 Punkte) als Fünfter direkt vor seinem Ferrari-Kollegen. Der vielgescholtene 31-Jährige hat seine Krise längst überwunden und darf sich aktuell sogar auf Augenhöhe mit seinem Stallrivalen fühlen.

  • BESUCH DER WOCHE: Hamilton@McLaren

Ein Leben lang McLaren - nicht wenige dachten, bei Lewis Hamilton könnte dies zutreffe. Der Brite entschied sich anders und wechselte zur neuen Saison zu Mercedes. Gedanklich ist aber wohl noch nicht so ganz bei den Stuttgartern angekommen. Bei seinem ersten Boxenstopp sorgte er für den Lacher des Wochenendes, machte er doch Halt bei McLaren und wollte sich bei seinen alten Weggefährten neue Pneus abholen. Freundin Nicole Scherzinger traute ihren Augen nicht, als sie den Fauxpas ihres Liebsten realisierte. (Lauda kritisiert Team-Taktik)

 

  • JUBILÄUM DER WOCHE: Fernando Alonso
Es sollte ein rauschendes Fest werden. Fernando Alonso und sein 200. GP in der Formel 1. Doch schon in der ersten Runde demolierte sich der Spanier seinen Frontflügel, nach einer leichten Kollision mit Sebastian Vettel. Anstatt sofort an die Box zu fahren, um das defekte Teil zu tauschen, ging Ferrari volles Risiko. Alonso sollte noch ein, zwei weitere Runden drehen, um den Boxenstopp mit einem Wechsel von Intermediates auf Slicks zu kombinieren. Der Plan ging nicht auf, der 31-Jährige flog im zweiten Umlauf ab. "Wir gingen ein Risiko ein, das sich leider nicht auszahlte", so Teamchef Stefano Domenicali.

  • ZAHLENSPIELEREIEN

0 - Im Vergleich zu Australien wurde ordentlich durchgemischt. Nicht ein einziger Pilot konnte seine Platzierung wiederholen.

3 - Pastor Maldonado bestreitet seine dritte Saison in der Formel 1. Kurios: In allen drei Jahren hat er die Zielflagge in Australien und Malaysia nur aus der Ferne gesehen.

50 - Auf 50 Podestplätze kann Lewis Hamilton seit Sonntag verweisen. Zu 21 Siegen gesellen sich 16 zweite sowie 13 dritte Plätze.

73 - Boxenstopps hatte der Grand Prix zu bieten. Zum Vergleich: In Melbourne waren es lediglich 53.

310,408 - Die Anzahl an Kilometern, die auf dem Sepang International Circuit zurückzulegen waren. Damit ist der Malaysia-GP der längste in diesem Jahr.

411,5 - Die Top 3 blieb Rosberg in Malaysia verwehrt. Für den Deutschen ist es vielleicht ein kleiner Trost, dass er dank seiner zwölf Zähler für Rang vier nun die 400er-Hürde an WM-Punkten genommen hat.

10.041 - Runden hat Mark Webber in seiner Karriere bereits abgespult. Mit dem 15. Umlauf von Sepang hat er die magische 10.000er-Marke geknackt. In der ewigen Bestenliste rangiert er damit an zehnter Position.

 

Christoph Nister

 

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