Hamilton siegt und singt für seine große Liebe

Aufmacherbild
 

Ein letztes Mal mussten sich Österreichs Formel-1-Fans bei den Ungarn bedienen, um sich ein halbes Heimrennen auf die Fahnen heften zu können.

Ab kommender Saison steht endlich wieder ein waschechter Österreich-GP auf dem Rennkalender der Formel 1.

Doch auch die "halbe Portion" auf dem Hungaroring hatte einiges zu bieten. So zum Beispiel einen singenden und siegenden Lewis Hamilton, einen lachenden Kimi Räikkönen und einen leidenden Nico Rosberg.

Das Ungarn-Wochenende im Flashback:

  • HOT AND NOT

  LEWIS HAMILTON

"Lewis ist ein absoluter Spitzenmann", lobte Toto Wolff seinen Schützling nach dessen erstem Sieg im Mercedes-Cockpit. Verständlich, gelang dem Ex-Weltmeister doch ein grandioses Wochenende. Nachdem er in den Trainings gegen Nico Rosberg stets den Kürzeren zog, zauberte er im Qualifying eine Traumrunde aus dem Hut, die ihm die Pole Position einbrachte. Und auch im Rennen hielt sich der 28-Jährige schadlos. Vom Start weg hatte er Sebastian Vettel und Co. im Griff, sodass er am Ende des Tages über seinen 22. Sieg jubeln konnte.

  NICO ROSBERG

Freud und Leid liegen bekanntermaßen oft nah beieinander, so auch in Ungarn. Während Hamilton der umjubelte Star war, lief bei seinem Teamkollegen Nico Rosberg wenig zusammen. Nach guten Trainingsleistungen musste er sich in der Quali mit Platz vier begnügen. Das Rennen war im Prinzip bereits in der ersten Runde nach einer Berührung mit Felipe Massa gelaufen. "Dem werde ich gleich das Wort zum Sonntag erzählen", meinte der Deutsche nach dem Rennen. Der Brasilianer hätte schließlich "zu 100 Prozent" Schuld an dem Zwischenfall gehabt. Am Ende bringt alles Jammern nichts - aufgrund eines Motorschadens kurz vor Schluss ging Rosberg gänzlich leer aus.

  • NEWCOMER-CHECK

Giedo van der Garde darf sich in dieser Woche über Platz eins in der Rookie-Wertung freuen. Der Niederländer ließ mit Rang 14 alle Rivalen hinter sich und setzte sich zudem im teaminternen Duell gegen Charles Pic (15.) durch. Jules Bianchi (16.) siegte im Marussia-Infight gegen Max Chilton (17.), während Valtteri Bottas und Esteban Gutierrez die Zielflagge erst gar nicht zu Gesicht bekamen.


Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben - ein Sprichwort, das nur allzu gut auf Felipe Massa zutrifft. Starken Leistungen zu Saisonbeginn geschuldet sahen viele bereits den "alten Felipe" im Cockpit. Inzwischen muss man diese Stärkeperiode als Ausnahme von der Regel betrachten. Auch in Ungarn gab es von Fernando Alonso "Prügel". Der Spanier war sowohl im Qualifying (Rang fünf bzw. sieben), als auch im Rennen (Fünfter bzw. Achter) stärker. Massas Zeit bei Ferrari scheint sich - diesmal wohl endgültig - dem Ende zuzuneigen.

  • LIEBESBEWEISE DER WOCHE: Lewis und Nicole

Es waren derer gleich zwei, die Lewis Hamilton an seine große Liebe Nicole Scherzinger richtete. Zum einen widmete er ihr den Grand-Prix-Sieg, um das Herz der Sängerin zurückzuerobern. Zum anderen stand er wenige Tage davor im Tonstudio, um einen Song für seine Herzensdame aufzunehmen. Hamilton hatte bereits angekündigt, alles zu geben, um der 36-Jährigen zu beweisen, wie wichtig sie ihm sei. Fortsetzung folgt ... bestimmt.

  • URTEIL DER WOCHE: Alonso und das DRS

Gleich mehrfach aktivierte Fernando Alonso sein DRS, um sich einen Geschwindigkeitsvorteil zu verschaffen. So weit, so normal, wäre da nicht der vorgeschriebene Maximalabstand von einer Sekunde, den ein Fahrer unterschreiten muss, um den Flügel zu verstellen. Der Spanier missachtete diese Regel, kam aber mit einem blauen Auge davon. Die Rennleitung verhängte lediglich eine 15.000-Euro-Strafe gegen den Asturier. Unkenrufe über einen Ferrari-Bonus wurden einmal mehr laut.

  • GRINSER DER WOCHE: Kimi und der Weltmeister

Sebastian Vettel wollte an Kimi Räikkönen vorbei gehen, doch der Finne ließ seinem deutschen Freund kurz vor Schluss wenig Platz und hielt voll dagegen. Das passte dem WM-Leader gar nicht, weshalb er nach Rennende das Vier-Augen-Gespräch suchte. Der "Iceman" gab sich cool wie eh und je, die Beschwerde des in Ungarn weiter sieglosen Vettel kostete ihn nur ein müdes Lächeln. "Er hat mich ausgelacht - wie immer", konstatierte der Dritte.

ZAHLENSPIELEREIEN

4 - Lewis Hamilton ist der "Hungaro-King". Für den Briten war es bereits der vierte Erfolg in Ungarn, womit er zu Rekordhalter Michael Schumacher aufschloss.

30 - Pole Positions hat der Brite nun bereits am Konto. In der ewigen Bestenliste bringt ihm dieser Umstand Rang sieben ein.

100 - Adrian Sutil feierte am Hungaroring Jubiläum. Abgesehen von seinem 100. Rennen in der Königsklasse gab es jedoch wenig Grund zur Freude - der Deutsche schied aus.

111 - So viele GPs hat Sebastian Vettel nun bereits absolviert.

305,1 - Mercedes war in allen Belangen das schnellste Auto des Wochenendes. Auch beim Topspeed durfte sich der Automobil-Riese über den "Sieg" freuen. Nico Rosberg war mit 305,1 km/h der Schnellste, Lewis Hamilton (304,9) folgte direkt dahinter.

10.000 - Mark Webber sorgte für einen Meilenstein in der F1-Geschichte. In der 18. Runde zeichnete er für den 10.000sten Führungskilometer eines Australiers verantwortlich.

 

Christoph Nister

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen