Hamilton holt seine erste Pole-Position für Mercedes

Aufmacherbild

Der Formel 1 steht am Sonntag ein taktisches Rennen bevor.

Die Reifenwahl bestimmte am Samstag schon das Qualifying für den Grand Prix von China. Ex-Weltmeister Lewis Hamilton fuhr in überlegener Manier seine erste Pole Position für sein neues Team Mercedes heraus.

WM-Leader Sebastian Vettel gab sich nach einem Poker im Red Bull mit Startplatz neun zufrieden.

Vettel verzichtet auf gezeitete Runde

Vettel fuhr im Quali-Finish nach einem Verbremser keine gezeitete Runde und kann daher mit der härteren, deutlich haltbareren Reifenmischung ins Rennen gehen.

"Das war von Anfang an unser Plan", erklärte der Weltmeister, und fügte mit einem Lächeln hinzu: "Wir müssen dadurch nicht in den ersten fünf Runden an die Box fahren."Der in Shanghai erstmals in dieser Saison eingesetzte Soft-Reifen von Pirelli dürfte nämlich keine zehn Runden halten.

Die ersten sieben Piloten der Startaufstellung gehen mit einem solchen in den dritten WM-Lauf. Schon in der Anfangsphase dürfte damit in der Box Hochbetrieb herrschen.

Lauda will Vettels-Vorteil nicht überbewerten

Hinter Hamilton, der in allen drei Quali-Abschnitten Bestzeit erzielte, platzierten sich Australien-Sieger Kimi Räikkönen im Lotus, Ferrari-Superstar Fernando Alonso sowie Nico Rosberg im zweiten Mercedes.

Letzterer ließ sich die Chance auf die erste Startreihe durch einen Fehler in der letzten Kurve nehmen. "Mit dem weichen Reifen kommt man nur drei Kurven, von dem her wird es ein sehr interessantes Rennen", scherzte der Vorjahressieger.

Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda freute sich über die erste Pole Position, seit er im Amt ist, und wollte auch Vettels Vorteil nicht überbewerten. "Irgendwann muss auch er den weichen Reifen fahren."

Lotus hält gut mit, Button taktiert ebenfalls

Hamilton erwartet ein taktisches Rennen. "Wir haben aber einen guten Rennspeed. Ich hoffe, dass wir unsere Position halten können", sagte der 28-Jährige, der schon zweimal in China gewonnen hat (2008 und 2011).

Hamilton hat vor allem Räikkönen auf der Rechnung. Der Lotus des Finnen scheint als einziges Auto etwas besser mit dem weichen Reifen haushalten zu können.

Der große Coup könnte McLaren-Pilot Jenson Button gelungen sein, der nach einer Alibi-Ausfahrt mit der härteren Mischung auf Startplatz acht steht.

Webber rollt in Q2 aus

Ferrari musste sich nach Dominanz in den freien Trainings mit den Startplätzen drei für Alonso und fünf für Felipe Massa zufriedengeben. Dagegen überraschte Youngster Daniel Ricciardo als Siebenter für Red Bulls Zweitteam Toro Rosso.

Ricciardo startet damit vor beiden Piloten des Hauptteams. Vettels Stallrivalen Mark Webber ging bereits im zweiten Quali-Abschnitt der Sprit aus.

Der Australier blieb auf Rang 14 liegen, könnte aber noch zurückgereiht werden, wenn kein technischer Defekt bewiesen werden kann. Das Reglement sieht nämlich vor, dass sich immer eine Mindestmenge Benzin im Tank befinden muss.

Webber fehlten plötzlich drei Liter. Sein Rennstall schob das auf ein Problem mit dem Benzindruck, der 35-Jährige konnte sich ein etwas desillusioniertes Lächeln aber nicht verkneifen.

"Ein enttäuschender Tag"

Zuletzt in Malaysia hatte Vettel eine Teamanweisung missachtet und dem Australier noch den Grand-Prix-Sieg weggeschnappt. Der Dreifach-Weltmeister, in den ersten beiden Saisonrennen jeweils auf Pole, war dafür von Red Bull aber nicht belangt worden.

"Es ist ein enttäuschender Tag. Man will weiter vorne starten, aber dann passiert so etwas", erklärte Webber. Es konnte nicht ausgeschlossen werden, dass ihm seine Crew einfach zu wenig Benzin eingefüllt hatte.

"Wenn der Sprit nicht im Auto ist, haben wir ein Problem", gestand Teamchef Christian Horner. Für das Rennen sieht er seine Bullen aber gerüstet.

"Von der Taktik her denken wir, dass es gut ist." Auch Webber hat beim Start freie Reifenwahl. Und das scheint in der Formel 1 mittlerweile fast so wichtig wie eine Pole Position.

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen