Flashback: Eine reife(n) Leistung!

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"Lady in red is dancing with me..."

Die Hymne des Rennens liegt auf der Hand. Fernando Alonso und seine rote Göttin tanzten derart gefühlvoll durch die Kurven am Shanghai International Circuit, sodass Chris de Burgh seine Freude gehabt hätte.

Alonso feierte seinen 31. Sieg und arbeitet sich in der ewigen Bestenliste weiter nach vorne. Nigel Mansell hat er schon eingeholt. Eine reife Leistung des Spaniers. Vor ihm liegt nun niemand geringerer als Ayrton Senna mit 41 Erfolgen.

Keine Freude hatten viele Protagonisten mit den Reifen. Manche, weil sie so schnell abbauten, andere weil sie unerwartet abhauten.

Dazu sorgte ein technischer Defekt dafür, dass Nico Rosberg im Land des Lächelns eben jenes verging und er seinen Vorjahressieg nicht verteidigen konnte.

Schauen wir uns den Großen Preis von China im Flashback noch einmal genauer an:

  • HOT AND NOT

  DANIEL RICCIARDO

Nicht nur ferrarirot strahlte nach 56 Runden, sondern auch die Italiener von Toro Rosso hatten jeden Grund zur Freude. Platz sieben für Danny Ricciardo ist das beste Ergebnis für das Team von Franz Tost seit dem siebenten Rang von Jaime Alguersuari in Korea 2011. Für Ricciardo selbst ist es überhaupt die Bestleistung im Formel-1-Cockpit. Seine Position aus dem Qualifying konnte er damit halten. Zuletzt konnte er sich 2012 in Bahrain so gut in der Startaufstellung positionieren, holte aber keine Punkte. "Daher wollte ich aus diesem Grund den Leuten wirklich zeigen, zu was ich in der Lage bin." - Unternehmen geglückt. Glückwunsch!

 

  MARK WEBBER

Webber, Vettel und wieder Webber. Es mag ein wenig eigenartig anmuten wenn die Fahrer des führenden Konstrukteurs bis jetzt bei jedem Rennen im LAOLA1-Flashback den Pfeil nach unten gezeigt bekommen, aber beim diesem Wochenende von Mark Webber bleibt uns nichts anderes übrig. Am Samstag nahm das Unheil seinen Lauf. In Q2 ging der Sprit aus, es folgte die Strafversetzung ans Ende des Feldes. Am Weg zurück in die Punkteränge leistete er sich dann in Rennrunde 16 eine übermotivierte Aktion gegen Jean-Eric Vergne. Letztlich ging auch noch der Boxenstopp daneben und Webber verlor das rechte Hinterrad. Rennen vorbei. Für die Aktion gegen Vergne muss er zum Drüberstreuen kommenden Sonntag in Bahrain auch noch drei Startplätze zurück. Was bleibt einem da noch zu sagen außer: Kopf hoch, Mark!

  • NEWCOMER-CHECK

Auch im dritten Rennen gelang keinem der Newcomer der Weg in die Punkteränge. Wie schon in Malaysia ist Valtteri Bottas im Williams der bestplatzierteste Rookie mit Rang 13. Er konnte sich damit zum dritten Mal besser klassieren als Teamkollege Pastor Maldonado, der am Sonntag überhaupt zum ersten Mal in dieser Saison ein Rennen beendete. Das Duell der Neulinge bei Marussia entschied Jules Bianchi (15.) gegen Max Chilton (17.) für sich. Giedo van der Garde fuhr als Letzter der Klassierten durchs Ziel und Esteban Gutierrez war gegen Adrian Sutil zu ungestüm und beförderte sich selbst ins Aus.

  • TEAM-CHECK: BUTTON VS. PEREZ

McLaren ist derzeit von der Spitze noch ein gutes Stück entfernt. Das Duell im Hause des Traditionsrennstalls verlief bis jetzt relativ ausgeglichen. Diesmal markierte Jenson Button mit Rang fünf die Saisonbestleistung, Sergio Perez landete knapp außerhalb der Punkteränge. Button beeindruckte in China als Reifenflüsterer. Als einziger Pilot der Spitzengruppe kämpfte er sich mit nur zwei Reifensätzen durch die 56 Rennrunden. "Im Vergleich zu Malaysia war es hier nur eine kleine Steigerung", sieht Button aber noch viel Arbeit vor dem Team.

"Ist die Front erst ruiniert, fährt sich's gänzlich ungeniert", dachte sich Kimi Räikkönen und nahm in der Anfangsphase des Rennens an seinem Lotus eine Nasen-OP vor. Die tat dem Finnen im ersten Moment aber hörbar weh. "What the hell is he doing?", liefert der "Iceman" mit seiner Schelte gegen Sergio Perez über das Team-Radio einen weiteren Eintrag für den Sammelband "Kimis beste Sprüche". Beeindruckend: Räikkönen verlor, laut Angaben seines Teams, rund 0,25 Sekunden pro Runde aufgrund seines ramponierten Boliden. Dennoch fuhr er auf Platz zwei. Kein Wunder, dass Helmut Marko so schwärmt...

  • ENTHÜLLUNG DER WOCHE: Breaking-News-Niki

Alle schimpfen, alle spotten, Niki hilft. Als Experte bei "RTL" zaubert er eine nicht unwesentliche Neuigkeit aus dem Kapperl und damit wohl das Lächeln auf das ein oder andere Fahrergesicht. Pirelli soll ab Barcelona neue, härtere Reifenmischungen anliefern und damit für eine deutlich längere Halbwertszeit der Pneus sorgen. "Dann wird es besser werden", prophezeit uns Lauda.

  • ZAHLENSPIELEREIEN:

5 - Sebastian Vettel war knapp dran am Podest, insgesamt machte er fünf Plätze gut und zeigt damit, wie talentiert er dabei ist, das Feld von etwas weiter hinten aufzurollen. Bis zum heutigen Rennen ist der Weltmeister sieben Mal als Neunter oder von noch weiter hinten gestartet. Nur einmal war das Endergebnis schlechter, durchschnittlich machte er 8,3 Plätze gut.

5.000 - Das verlorene Rad und das damit verbundene Aus von Mark Webber hat auch Folgen für sein Team. Wegen "unsafe release" muss Red Bull Racing eine Strafe von 5.000 Euro bezahlen.

8 -  Jede Menge Arbeit hatten die Stewarts nach dem Rennen. Gleich neun Boliden standen "under investigation" wegen unerlaubten Verwendens von DRS in einer Gelb-Phase. Vettel, Webber, Button, Räikkönen, Grosjean, Bottas, Ricciardo und Chilton kamen aber ohne Strafe davon.

43,608 -  Nico Hülkenberg hat in Shanghai seine Zahl der Führungskilometer ausbauen können. Zum insgesamt zweiten Mal in seiner Karriere hat er ein Rennen angeführt. Geholfen hat es am Ende nichts. Aus Startposition zehn wurde Endposition zehn.

0 - Die Saison für Williams hat noch nicht wirklich begonnen. Kein einziger Punkt wanderte auf das Konto der Briten. Vergangenes Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt immerhin schon 18.

10.180,627 - Pastor Maldonado konnte aber immerhin die 10.000-Rennkilometer-Marke knacken. Erfahrenster Fahrer im Feld ist laut dieser Statistik übrigens Jenson Button mit mehr als 60.000 Kilometer.

0,016 - So viel liegt zwischen der Siegerzeit aus dem letzten und diesem Jahr. Fernando Alonso war also gerade einmal 16 Tausendstel langsamer als Nico Rosberg bei seinem Triumph 2012.

30 - Für Red Bull Racing erzielte Sebastian Vettel mit seinen beeindruckenden 1:36,808 in Runde 53 die 30. schnellste Rennrunde in der Geschichte des österreichischen Rennstalls.

3 - Fernando Alonso dürfte eine Lieblingszahl haben. In den China-Grand-Prix ging er zum 26. Mal als Dritter ins Rennen. Keine Position hatte er in der Startaufstellung öfter inne.

20 - Kimi Räikkönen ist "Mister Zuverlässig" in der Formel 1. Sein zweiter Platz in Shanghai bedeutete, dass er zum 20. Mal in Folge in den Punkterängen landete. Zum letzten Mal nicht mehr war er das also in - richtig - China vor einem Jahr mit Platz 14.

 

Andreas Terler

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