Flashback: Vettel lässt sich nicht provozieren und siegt

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Weltmeister Sebastian Vettel fuhr in Bahrain einen ungefährdeten Sieg mit 9,111 Sekunden auf Kimi Räikkönen ein und feierte dies mit einem kleinen Wüstentänzchen.

Immerhin baute der Deutsche mit dem Sieg auch seine WM-Führung auf zehn Punkte gegenüber dem WM-Zweiten Kimi Räikkönen aus.

Nico Rosberg überraschte mit einem souveränen Qualifying, Lotus präsentierte sich mit zwei Podestplätzen sehr stark, während Ferrari schwächelte.

Doch wie viel Sand wurde im Wüstenstaat außerdem aufgewirbelt? LAOLA1 mit dem Bahrain-Flashback:

 

  • HOT AND NOT

 

  ROMAIN GROSJEAN

Zum vierten Mal in seiner Karriere fuhr der Franzose aufs Stockerl - ebenso wie schon im Vorjahr konnte er sich in Bahrain über einen dritten Platz freuen. Von Platz elf gestartet, zeigte er eine starke Performance. "Das war ein gutes Rennen. Ich hatte eine Menge Spaß, ein paar gute Überholmanöver", sagte ein glücklicher Grosjean gegenüber "Sky". Im Vergleich zur Vorsaison, als der 27-Jährige für einige Kollisionen sorgte und sieben Mal vorzeitig ausschied, fährt Grosjean heuer bisher konstant und konnte in jedem Rennen in den Punkten landen.


  NICO ROSBERG

Nach seiner souveränen Pole im Qualifying enttäuschte der Deutsche im Rennen, führte das Feld nur kurz an und kam nach vier Boxenstopps lediglich auf Rang neun ins Ziel. "Ich habe mich im Auto nicht wohl gefühlt und es hat auf der Strecke nicht viel Spaß gemacht ", so ein frustrierter Rosberg, der in dieser Saison erst zweimal die Zielflagge sah und ein Jahr und fünf Tage auf die zweite Pole seiner Karriere gewartet hatte. "Es ist unglaublich gewesen, sowas von ernüchternd", beklagte der Mercedes-Piloten nach dem Rennen.


  • NEWCOMER-CHECK

Auch im vierten Versuch konnte sich keiner der Neulinge in den Punkterängen platzieren. Valtteri Bottas ist zum dritten Mal der Beste unter den Neuen: Zwar erreichte er nur Platz 14, doch immerhin lag er damit einen Rang vor Ferrari-Pilot Felipe Massa. Er ist auch der einzige der Newcomer, der nicht überrundet wurde. Esteban Gutierrez landete auf Platz 18., Jules Bianchi gewann auf Platz 19. das teaminterne Marussia-Duell mit Max Chilton (20.) und Giedo van der Garde auf Rang 21. wurde gar zweimal überrundet.

 

  • THEMA DER WOCHE: PROTESTE

Wieder gab es rund um den Grand Prix in Bahrain viele Proteste schiitischer Demonstranten gegen die sunnitische Regierung. Maskierte Jugendliche setzten Autoreifen in Brand und es war eine große Anzahl an Sicherheitskräften nötig, um einen störungsfreien Ablauf des Rennens zu gewährleisten. Damit wächst der Druck auf die Veranstalter des "Blutrennens" - wie Demonstranten das Formel-1-Rennen im Wüstenstaat bezeichnen. Bernie Ecclestone mimte derweil den Unwissenden und erklärte, nicht über die Probleme und Missstände des Golfstaates informiert zu sein. "Ich frage Euch: Ihr seid diejenigen, die über den Müll schreiben", so der 82-Jährige zu den anwesenden Journalisten. Er verteidigte die Austragung mit einem makaberen Hinweis auf Kriegsregionen: "Ich denke, jeder, der wirklich über Menschenrechte reden möchte, sollte vielleicht mal nach Syrien gehen."

  • AUFREGER DER WOCHE: WEBBER-DINNER

Mark Webber genoss ausgerechnet mit Vettels größtem Konkurrenten Fernando Alonso ein gemeinsames Abendessen und goss damit weiteres Öl ins Feuer. Doch damit nicht genug:  Sodass es auch jeder mitbekam, veröffentliche Alonso ein Bild des Beisammenseins auf Twitter  - mit dem Kommentar: "Dinner mit Freunden in Dubai". Mark Webber retweete das Erinnerungsfoto. Der Spanier hat den Tweet inzwischen aus seiner Timeline gelöscht, allerdings taucht es in seinem Profil unter Bildern weiterhin auf.

 

  • JUBILÄUM DER WOCHE: MARK WEBBER

Der 200. Grand-Prix der Karriere scheint heuer nicht allzu viel Glück zu bringen. Schon Fernando Alonso schied in Malaysia bei seinem Jubiläums-Rennen aus und auch Mark Webber hatte sich von seinem "Runden" mehr erhofft: Am Ende reichte es nur für Platz sieben, dazu erhielt er aufgrund einer Kollision mit Nico Rosberg in der Schlussphase auch noch eine Verwarnung. Zufrieden wird der Australier damit wohl nicht sein, zumal Vettel souverän und ungefährdet seinen zweiten Sieg einfuhr.

  • TEAM-CHECK: PEREZ VS. BUTTON

Sergio Perez erreichte mit Platz sechs sein bestes Saisonergebnis. Allerdings lieferte er sich mit seinem Teamkollegen Jenson Button (Rang zehn) ein hartes Duell, das nicht nur der Teamleitung missfiel. Auch der Brite kritisierte die aggressive Fahrweise des Mexikaners scharf: "Ich hatte eine Menge guter und sauberer Zweikämpfe auf der Strecke - außer denen mit meinem Teamkollegen. Es ist gut für das Team, dass er einige Punkte geholt hat. Aber er hat sie nicht auf faire Weise geholt", beklagte sich der 33-Jährige, der ernsthaft verstimmt wirkte: "Ich bin im Laufe der Jahre mit vielen Fahrern zusammengefahren. Aber dass auf einer Geraden mein Teamkollege neben mir auftaucht und bei 300 km/h Rad an Rad mit mir fährt, habe ich noch nicht erlebt. Wenn er so weiter macht, wird bald etwas Schlimmes passieren." Sergio Pérez gestand immerhin ein: "Wir waren zu aggressiv und müssen darüber reden."

ZAHLENSPIELEREIEN:

2 - Paul di Resta führte genau zweimal in seiner Karriere ein Rennen an und das beide Male in Bahrain: Im letzten Jahr bildete der Brite genau einen Umlauf lang die Spitze des Feldes, in diesem Jahr gelang ihm dies sogar über drei Runden.

4 - Fahrer konnten bisher in jedem Rennen in die Punkteränge fahren: Vettel (insgesamt 77), Räikkönen (67), Hamilton (50) und Grosjean (26).

11 - So viele Piloten führten in dieser Saison schon das Fahrerfeld an - das macht 50 Prozent des gesamten Fahrerfeldes aus.

21,03 - Die Anzahl an Sekunden des schnellsten Boxenstopps des Rennens. Durchgeführt mal wieder durch Red Bull an Mark Webber in Runde 37.

23 - McLaren liegt mit 23 Zählern nur auf Rang sechs der Konstrukteurs-Wertung. Im Vergleich zum Vorjahr hat man drei Viertel aller Zähler verloren. 2012 hielt man nach vier GPs bei 92.

41,485 - Das ist die Dauer des langsamsten Stopps in Bahrain: In Runde zwei blieb Vergne so lange in der Box, allerdings führte Toro Rosso einen Reparaturstopp durch.

 

Henriette Werner

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