Iceman bleibt in Down Under cool und gewinnt Auftakt

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Alle hatten ein Duell zwischen Red Bull und Ferrari - vielleicht noch mit Mercedes als lachendem Dritten - erwartet.

Doch dann war es überraschenderweise Kimi Räikkönen, der den Reifenpoker in Melbourne für sich entscheiden konnte.

„Es war ein sehr schönes Rennen und nicht allzu schwierig,“ erklärte der Finne gegenüber dem ehemaligen Formel-1-Fahrer und TV-Reporter Martin Brundle.

Gutes Omen?

Für den Lotus-Piloten könnte der zweite Sieg in Australien ein gutes Omen sein - bei seinem Weltmeistertitel 2007 hat der 33-Jährige ebenfalls das Auftaktrennen gewonnen, damals allerdings noch für Ferrari.

Für Lotus indes war es der erste Auftaktsieg seit 1978.

"Ich bin stolz und freue mich auch für das Team. Besser kann man nicht in die WM starten, es ist aber noch ein weiter Weg", beschrieb der stille Finne auf seine ganz eigene Art den Triumph.

Häkkinen eingeholt

Mit dem 20. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere hat Räikkönen mit Landsmann Mika Häkkinen gleichgezogen.

Für den introvertierten "Iceman", der es sich zum Ziel gesetzt hat, 2013 das zweite Mal Weltmeister zu werden, ist es der zweite Sieg (2012 siegte er in Abu Dhabi) seit seinem WRC-Ausflug.

"War einfach"

Als Siebenter gestartet, hatte Räikkönen im Ziel 12,4 Sekunden Vorsprung auf Fernando Alonso und 22,3 Sekunden auf Sebastian Vettel.

Nach seinem Sieg richtete er eine einschüchternde Botschaft an seine Konkurrenz: „ Es war einfach“, kommentierte Räikkönen. Diese Aussage bezog sich auf die Reifen seines E21, die er so zu schonen wusste, dass nur zwei Boxenstopps nötig waren.

 Schlüssel zum Sieg

"Unsere Stategie war es, nur zweimal an die Box zu fahren. Wir hatten überhaupt keine Probleme mit den Reifen", beschrieb der Triumphator.

Diese Zwei-Stopp-Taktik führte ihn schließlich nach 58 Runden im Albert Park zum Sieg.

Trotz der alten Reifen war er in Runde 56 sogar noch in der Lage, die schnellste Runde des Rennens zu fahren. "Ich hatte ein gutes Gefühl, dass es mit den Reifen gut laufen würde. Das hat sich dann auch bestätigt."

Seine größten Konkurrenten mussten alle dreimal in die Boxengasse. Hamilton versuchte dies zwar zunächst zu vermeiden, konnte die Zwei-Stopp-Strategie jedoch nicht bis zum Ende durchhalten.

Zweifel vor dem Rennen

"Vor dem Start hatte ich einige Zweifel, es war ja das erste Rennen", gestand Räikkönen, um sofort zu relativieren: "Ich wusste aber, dass ich ein gutes Auto hatte und in der Lage sein würde, ein schönes Rennen zu fahren."

Mit dieser Leistung gibt er seiner Konkurrenz – allen voran Red Bull und Ferrari – einige Rätsel auf. Erstmals seit dem Großen Preis der Türkei 2008  führt  "Mr. Cool" wieder die WM an.

Großartig feiern wird er jedoch nicht, schon am nächsten Wochenende gastiert der Formel-1-Zirkus schließlich in Malaysia. "Wir müssen weiter hart arbeiten. Feiern? Es geht schnell weiter nach Malaysia", hat der "Iceman" sein Ziel - den Weltmeistertitel - immer vor Augen.

 

Henriette Werner

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