In Australien spielen Wetter und Elektronik verrückt

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Neben dem Schlechtwetter hat sich auch ein Telemetrie-Problem als Spielverderber beim Formel-1-Auftakt in Melbourne eingestellt.

Weil der Link zwischen der Rennkontrolle und den Fahrzeugen nicht verlässlich genug funktioniert, wurde das System kurzerhand außer Betrieb genommen. Mit einigen Konsequenzen für die Fahrer.

So fallen einige Lichtsignale (rot, gelb, blau) im Cockpit aus. Die Fahrer müssen damit im Training und Rennen verstärkt auf die Flaggensignale der Streckenposten achten bzw. von ihren Kommandoständen an der Boxenmauer informiert werden.

Elektronik spielt verrückt

Auch bezüglich des DRS-Systems (verstellbare Heckflügel), das nun nach zwei Runden automatisch aktiviert wird, laufen die Dinge wegen der verrückt spielenden Elektronik nicht wie gewohnt.

Das System kann etwa bei einer Safety-Car-Phase nicht wie gewohnt automatisch deaktiviert werden. Das müssen die Fahrer in Melbourne manuell vornehmen.

Wirkliche Probleme sollten sich daraus aber nicht ergeben. "Das ist halt jetzt Rennfahren wie vor zehn Jahren", meinte der ehemalige Formel-1-Fahrer und nunmehrige Langstrecken-Pilot Alexander Wurz.

Ingenieure müssen einspringen

Auch für Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff ist die Situation zu meistern. "Die Fahrer sehen die Informationen nicht am Armaturenbrett, sondern müssen von den Ingenieuren informiert werden."

Wann das elektronische Marshalling-System, mit dem die Piloten Anweisungen von Rennleiter Charlie Whiting ins Cockpit erhalten, wieder funktionieren soll, ist offen. Grund für die Probleme ist offenbar ein neues System.

Prinzipiell zuständig für die Funk-Kommunikation zwischen Rennleitung, Teams und Fahrern ist das weltweit operierende, deutsche Kommunikationstechnik-Unternehmen Riedel-Communications, das sich zuletzt u.a. mit dem Stratos-Projekt Felix Baumgartners sowie den Mini-Brillenkameras im Ski-Weltcup bewährt hat.

Anfällige Elektronik

Elektronik-Probleme sind im High-Tech-Automobilsport freilich nichts Ungewöhnliches. So sind in den Streckenbelägen zwecks Datenübermittlung vielfach Schleifen eingelegt. Es kann immer wieder zu elektromagnetischen Interferenzen kommen, falls die Elektronik in den Autos nicht gut genug abgeschirmt ist.

Der bisher kurioseste Vorfall ereignete sich im Vorjahr beim Grand Prix in Singapur, wo der Red Bull von Mark Webber von Störwellen einer nahen Straßenbahn gestoppt worden sein soll.

Auch in Melbourne gab es Hinweise darauf, dass das vermeintliche Hydraulikproblem am RB9 von Weltmeister Sebastian Vettel im dritten Training in Wahrheit ein Datenfehler gewesen sei.

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