Rauchende Köpfe nach Debakel

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Vettel hadert mit Strafe, Red Bull mit der Nullnummer

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Lewis Hamilton und Sergio Perez sorgten beim Italien-GP in Monza für die sportlichen Highlights (Rennbericht >>). Die Gemüter erhitzte aber ein anderes Duell: Sebastian Vettel vs. Fernando Alonso.

Die beiden Rivalen verließen nach dem ersten Stopp in Runde 20 fast nebeneinander die Boxengasse und duellierten sich rund zehn Runden lang um die Plätze in Lauerstellung auf das Podest.

Im 26. Umlauf kamen sich die beiden WM-Rivalen gefährlich nahe: In Kurve 3 wollte Alonso außen überholen, Vettel machte ihm die Tür zu und der Spanier ritt auf die Rassenfläche aus.

Wie im Vorjahr…

„Jetzt ist es genug“, brüllte Alonso wutentbrannt in den Boxenfunk. Vettel wurde sechs Runden später für das harte Manöver mit einer Durchfahrtsstrafe belegt, die er in Lap 34 abbüßte.

Im Red-Bull-Lager stieß die Bestrafung auf Unverständnis. Vor allem, da vor einem Jahr in exakt derselben Kurve Alonso Vettel auf ähnliche Weise die Tür zugemacht hatte, damals aber nicht bestraft worden war. Zur Verteidigung der Stewards sei aber angemerkt, dass es mittlerweile eine Regel-Klarstellung gab und die Fahrer heuer explizit darauf hingewiesen wurden, derartige Manöver zu vermeiden.

„Im Vorjahr war es ähnlich, da ist Seb aufs Gras und es hat trotzdem nichts gegeben“, verteidigte Motorsportchef Dr. Helmut Marko seinen Schützling nach dem Rennen. „Vettel hat ihn nicht rausgedrängt! Er (Alonso, Anm.) hat die Bodenhaftung verloren und ist rausgerutscht.“

Vettel verteidigt Manöver

Auch Vettel verstand die Strafe nicht: „Es war ein bisschen ein Déjà-vu zu letztem Jahr. Fernando kam mir sehr nah, aber ich denke, dass genug Platz da war.“

„Wenn man dann aufs Gras kommt, verliert man das Auto natürlich ein bisschen, aber letztes Jahr war es die gleiche Situation - damals habe ich mich auch nicht beschwert. Vielleicht hätte ich das machen sollen“, führte der Deutsche aus.

„Letztes Jahr habe ich es nicht kommentiert und ich werde das auch in Zukunft nicht kommentieren - das ist meine Art. Wir machen jetzt weiter und fertig.“

Erste Nullnummer nach fast zwei Jahren

Strafe hin oder her – am Ende stand Vettel ohnehin mit leeren Händen da. In Runde 48 verweigerte die Lichtmaschine ihren Dienst, Vettel rollte kurz nach dem Passieren von Start/Ziel aus. Bereits im Training hatte es mit dem Teil Probleme gegeben.

„Offenbar scheint die neue Serie ein Problem zu haben. Wir hätten besser eine Lichtmaschine einsetzen sollen, die tausend Kilometer drauf hat. Die Neuen halten keine dreihundert Kilometer“, kommentierte Marko.

Da es vier Runden später auch Mark Webber erwischte, stand Red Bull Racing am Ende mit der ersten Nullnummer seit dem Korea-GP im Oktober 2010 da.

McLaren ist wieder dran

In der Konstrukteurs-WM liegt McLaren nun wieder in Schlagdistanz zum Austro-Team: Nur noch 29 Punkte trennen die Briten von RBR. McLaren ist das Team der Stunde: In den letzten drei Rennen gab es drei Pole Positions, drei Siege und 83 Punkte. Red Bull eroberte im gleichen Zeitraum nur 42 Zähler.

Vor allem in den Qualifyings konnten die einstigen „Samstags-Könige“ nicht mehr an alte Erfolge anschließen. Sowohl in Spa (Vettel) als auch in Monza (Webber) verlor man jeweils ein Auto bereits in Q2.

Zum letzten Mal in der ersten Startreihe stand Red Bull Racing in Hockenheim (Vettel auf P2), die letzte Pole Position fuhr man Ende Juni in Valencia heraus. Ein guter Startplatz ist heuer allerdings Gold wert: Die letzten vier Rennen wurden allesamt aus der Pole Position gewonnen.

Besserung bei Asien-Rennen?

Nach den High-Speed-Kursen in Spa und Monza folgen nun etwas langsamere Kurse, die Red Bull bessern liegen sollten.

„Jeder konnte sehen, dass unsere Pace nicht so hoch wie jene der Leader war. Auf den nächsten paar Strecken gibt es nicht so viele lange Geraden, dort sollten wir wieder mithalten können“, gab sich Vettel nach Monza zuversichtlich.

Michael Höller

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