Hamilton siegt, WM-Entscheidung vertagt

Aufmacherbild
 

Fernando Alonso hat seine Chance auf den dritten WM-Titel gewahrt und die Entscheidung um die Krone vertagt.

Der Spanier landete am Sonntag beim Großen Preis von Austin (Texas) an der dritten Stelle und hat vor dem Finale am nächsten Sonntag in Sao Paulo (Brasilien) 13 Punkte Rückstand auf Sebastian Vettel.

Der Deutsche kam im Red Bull in seinem 100. Formel-1-Rennen an der zweiten Stelle ins Ziel, Tagesbester war der Brite Lewis Hamilton (McLaren), der zum 21. Mal in seiner Karriere triumphierte. Die Konstrukteurs-WM ging an Red Bull.

Ferrari greift in die Trickkiste

130.000 Zuschauer verfolgten das USA-Comeback der Formel 1. Auf dem neuen, hügeligen "Circuit of The Americas" warteten pro Runde zwanzig Kurven auf die Piloten. Eine Hochschaubahn der Gefühle erlebte auch Vettel, nach eingefahrener Pole Position und einem im Qualifying weit zurückliegenden Alonso standen die Zeichen auf vorzeitige Titelentscheidung.

Doch diese blieb aus. Mit ein Grund war wohl auch ein taktisches Manöver von Ferrari schon vor Rennbeginn. Es war zugleich der erste Teilerfolg für Alonso plus Motivationsschub.

Am Ferrari des Stallkollegen Felipe Massa wurde nach Bruch des Siegels ein Getriebewechsel vorgenommen, womit der Brasilianer um fünf Ränge auf Platz elf zurück musste. Alonso kletterte hingegen auf Platz sieben nach vor.

Vettel behauptet sich am Start

Und was viel wichtiger war, er startete auch von der sauberen Seite der Strecke. Der Ferrari-Schachzug wurde allerdings so spät gemacht, dass Red Bull keine Chance mehr hatte, eventuell zu reagieren, und das Getriebe am Webber-Boliden wechseln zu lassen. Dann wäre Alonso wieder auf die andere Seite gerutscht.

Das - erlaubte - Foulspiel machte sich bezahlt, Alonso machte am Start drei Positionen gut und war schon Vierter. Ein Platz, mit der er sich am Ende die WM-Chance gewahrt hätte. In der Anfangsphase gingen mehrere Ausrutscher und Dreher auf dem teils schmutzigen Kurs in Texas allesamt ohne Ausfälle aus.

Vettel fuhr vorne ein ungehindertes Rennen, wurde allerdings von Hamilton zunehmend unter Druck gesetzt. Erster Ausfall war ausgerechnet Vettel-Teamkollege Mark Webber, der seinen Boliden in der 18. Runde wegen defekter Lichtmaschine abstellen musste, womit Alonso schon Dritter war.

Alonso mit gutem Start

In der 23. Runde zog Jenson Button an Alonso vorbei, der seine Reifen nach dem Wechseln nicht wie gewünscht rasch auf Temperatur gebracht hatte. Die Positionen waren auch nach der ersten Boxen-Stopp-Runde wie gehabt - Vettel Erster, Alonso Vierter.

Womit die WM-Vertagung immer wahrscheinlicher wurde, waren die Teams doch mit Ein-Stopp-Strategien unterwegs.

In der 42. Runde war ein Angriff von Hamilton erfolgreich, er zog an Vettel vorbei und ritt dem Sieg im Wilden Westen entgegen. "Ich bin so stolz, ich musste so lange auf einen Erfolg warten", sagte Hamilton.

"Es war ein fantastisches Rennen. Ich bin sehr glücklich heute für das Team, wir haben die Konstrukteurs-WM gewonnen. Es war ein enges Rennen mit Lewis. Er hatte eine Chance, die hat er genutzt. Ich wollte dranbleiben, aber es war unheimlich schwer. Schade, dass es nicht ganz gereicht hat", meinte Vettel.

Showdown in Sao Paulo

In Brasilien genügt Vettel ein vierter Platz, um den Hattrick perfekt zu machen. "Das Auto fühlt sich gut an, ich bin zuversichtlich und freue mich auf das Rennen."

Eine Entscheidung ist am Sonntag bereits zugunsten von Red Bull gefallen. Das österreichisch-englische Team sicherte sich die Konstrukteurs-WM - zum dritten Mal in Folge nach 2010 und 2011.

"Dieser Titel ist immens wichtig, das zeigt, dass wir das konstanteste und das schnellste Team in dieser Saison waren. Mit dem zweiten Platz von Sebastian bin ich nicht ganz happy. Ich glaube, das haben wir verloren, weil jemand beim Überholen im Weg war. Das ist schon ärgerlich", sagte Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko.

Alonso glücklich über Rang drei

Auch was die Fahrer-WM betrifft, ist er zuversichtlich: "Wir haben immer angenommen, dass es beim letzten Rennen entschieden wird. 13 Punkte sind 13 Punkte. Wir müssen nach Möglichkeit vor Alonso ins Ziel kommen."

Dieser strahlte übers ganze Gesicht: "Der Kurs ist eine Herausforderung für Fahrer und Ingenieure. Ich hoffe, wir haben eine gute Show abgeliefert", meinte der Spanier.

Einen Rekord holte sich der Deutsche Michael Schumacher, jenen der meistgefahrenen Rennkilometer. Der siebenfache Weltmeister übertraf die bisherige Bestmarke seines früheren Ferrari-Kollegen Rubens Barrichello, der insgesamt 80.067 Rennkilometer gefahren war und hält nun bei 80.368 Kilometern.

Nach dem Großen Preis von Brasilien in einer Woche beendet Schumacher seine Laufbahn.

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen