Vettel dominiert Singapur-Qualifying

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Sebastian Vettel hat sich für eine vorzeitige Titelentscheidung in der Formel 1 in Position gebracht, die ihm bekannte Pole Position.

Der überlegene WM-Leader nimmt auch den Grand Prix von Singapur vom ersten Startplatz aus in Angriff.

Vettel dominierte das Qualifying am Samstag nach Belieben und könnte bereits am Sonntag (14.00 Uhr MESZ) fünf Rennen vor Schluss erneut als Weltmeister feststehen.

Gegner demoralisiert

Der Deutsche verwies seinen Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber um 0,351 Sekunden auf Platz zwei. Dahinter folgten die beiden Ex-Weltmeister Jenson Button und Lewis Hamilton im McLaren.

Vettels erster WM-Verfolger Fernando Alonso kam im Ferrari nicht über Rang fünf hinaus. Sollte das Nachtrennen in dieser Reihenfolge zu Ende gehen, wäre Vettel noch nicht Champion - ausgerechnet Webber würde die Titelparty rechnerisch noch um einen Punkt verhindern.

Praktisch ist dem 24-jährigen Deutschen die zweite WM in Serie nicht mehr zu nehmen. "Selbst wenn er in den nächsten sechs Rennen nicht mehr startet, ist es für uns schwer, ihn noch zu schlagen", gestand Button, der wie Webber 117 Punkte zurückliegt.

Vettel auf Rekord-Jagd

Vorjahressieger Alonso fehlen 112 Zähler, 125 Zähler Vorsprung benötigt Vettel für den Titel schon in Singapur. Damit beschäftigt er sich nicht, sondern mit seinem anvisierten neunten Saisonsieg.

"Es wird nicht der Schnellste gewinnen, sondern vor allem der cleverste", meinte Vettel. Im Qualifying ist er der Schnellste - und das schon die ganze Saison. Elf von 14 Pole Positions hat Vettel bisher herausgefahren, jagt damit den Rekord von Nigel Mansell.

Der Brite war 1992 14-mal von Platz eins gestartet. Mit der 26. Quali-Bestzeit seiner Karriere zog Vettel in der ewigen Bestenliste zudem mit dem siebentplatzierten Mika Häkkinen gleich.

"Die Pole bedeutet mir sehr viel, weil ich es im Vorjahr selbst vermasselt habe", erklärte Vettel. Der Perfektionist war 2010 im Verkehr festgesteckt und als Zweiter auch im Rennen nicht an Alonso vorbeigekommen.

Die Ruhe des Dominators

2011 dominiert Red Bull das Zeittraining, hat bisher alle Pole Positions der Saison eingefahren. Vettel war in allen Quali-Phasen der Schnellste. "Er ist ein Ausnahmekönner", lobte Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko.

"Der Vorsprung war schon das ganze Wochenende relativ groß", erinnerte Marko. "Vettel ist der klare Favorit. Aber es ist ein Stadtkurs, auf dem immer viel passieren kann."

Die Wahrscheinlichkeit einer Safety-Car-Phase ist groß. Das Qualifying war wegen eines Abflugs von Sauber-Pilot Kamui Kobayashi zwischenzeitlich unterbrochen. Zuvor hatten nach Pannen im Freitag-Training mehrere lockere Randsteine entfernt werden müssen.

"Ausgangslage ideal"

Vettel fuhr auch auf dem technisch anspruchsvollen Marina Bay Street Circuit praktisch fehlerlos. "Die Startposition ist hier sehr wichtig. Die Ausgangslage ist also ideal", meinte Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Michael Schumacher startet neben seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg von Platz acht. Elf Pole Positions in einer Saison hat selbst der Rekordweltmeister nur einmal geholt - in seinem Ausnahmejahr 2001.

Damals war der Deutsche sechs Rennen vor Schluss Weltmeister. Sein Landsmann könnte es zehn Jahre später fünf Rennen vor Ende schaffen.

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