Webbers Goldtag in Silverstone

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Webber entreißt Alonso Silverstone-Sieg

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Mark Webber hat sich in der Formel-1-WM als erster Verfolger von Spitzenreiter Fernando Alonso in Position gebracht.

Der Red-Bull-Pilot holte am Sonntag in Silverstone seinen zweiten Saisonsieg. Nach Monaco gewann der Australier mit dem Grand Prix von Großbritannien einen weiteren Klassiker.

Webber setzte sich bei trockenen Bedingungen vor Pole-Mann Alonso im Ferrari und seinem Teamkollegen Sebastian Vettel durch.

Noch den besseren Gummi

Die Entscheidung brachte erst die Schlussphase, als sich Webber mit besseren Reifen und einem beherzten Manöver außen an Alonso vorbeipresste.

In der WM liegt der 35-Jährige nun nur noch 13 Punkte hinter dem Spanier, der als einziger Pilot in allen neun Saisonrennen in den Punkten gelandet ist.

Titelverteidiger Vettel liegt mit 29 Zählern Rückstand auf Platz drei. Mit dem dritten Saisonsieg untermauerte Red Bull die Führung in der Konstrukteurs-WM.

Wiederholungs-Täter

Für Webber ist es der neunte GP-Sieg seiner Karriere, der zweite in Silverstone nach 2010. "Erneut hier zu gewinnen ist fantastisch", gestand der Wahl-Engländer.

Die Rennstrecke ist keine halbe Autostunde von der Red-Bull-Fabrik in Milton Keynes entfernt.

Nach dem Rennen steigt traditionell eine Grillparty des Rennstalls bei Teamchef Christian Horner. "Das Manöver von Mark auf der Außenseite war großartig", lobte der Gastgeber den Sieger.

Petrus drückt ein Auge zu

Bis dahin hatte Alonso das Rennen diktiert. Im Finish musste der Vorjahressieger aber die weicheren Reifen aufziehen, fiel in den Rundenzeiten ab und musste Webber fünf Runden vor Schluss passieren lassen.

"Ich bin trotzdem zufrieden", versicherte Alonso, der am Samstag im strömenden Regen seine erste Pole Position seit fast zwei Jahren herausgefahren war.

Am Renntag blieb der Regen aus. Der Wettergott überraschte mit 20 Grad und sogar mit Sonnenschein.

"Alles richtig gemacht"

"Wir haben die richtige Strategie gewählt", erklärte Horner. Dabei war allerdings Geduld gefragt.

"Am Anfang hat es ganz blöd für sie ausgeschaut", meinte Österreichs dreifacher Weltmeister Niki Lauda. "Aber am Ende haben sie recht gehabt. Red Bull hat alles richtig gemacht."

Als Lohn gab es den 30. GP-Sieg für das österreichisch-englische Team, das zugunsten einer Charity-Aktion mit einem Mosaik aus 25.000 Fotos auf den Autos angetreten war.

Ein schlechtes Monat

Vettel hielt den Schaden mit Platz drei in Grenzen. "Alles in allem können wir zufrieden sein, gerade nach der Schande und dem bitteren Ausfall im letzten Rennen", erinnerte der Deutsche an das Out in Valencia.

Die WM-Führung ist für Vettel bei seinem Heimspiel in zwei Wochen auf dem Hockenheimring allerdings außer Reichweite - selbst wenn er seinen Juli-Fluch beendet.

In diesem Monat hat der Doppel-Weltmeister weiterhin noch nie ein Rennen gewonnen.

Schumacher wird durchgereicht

"Am Anfang habe ich ein bisschen Zeit liegen gelassen", sagte Vettel. Beim Start überholte ihn Ferrari-Pilot Felipe Massa.

Der Brasilianer erreichte als Vierter sein bestes Saisonergebnis, dahinter landeten die beiden Lotus von Kimi Räikkönen und Romain Grosjean.

Der als Dritter gestartete Rekordweltmeister Michael Schumacher wurde im unterlegenen Mercedes durchgereicht, kam nicht über Rang sieben hinaus.

McLaren verliert an Boden

Ein noch größeres Desaster setzte es für McLaren. Lewis Hamilton wurde Achter, Teamkollege Jenson Button Zehnter.

Dazwischen klassierte sich Williams-Pilot Bruno Senna. Durch die Schwäche von McLaren könnte Ferrari zum Hauptkonkurrenten von Red Bull im Kampf um den WM-Titel werden.

In der Konstrukteurswertung schoben sich die Italiener auf Platz zwei vor, in der Fahrerwertung fehlen dem Vierten Hamilton bereits 37 Punkte auf Alonso.

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